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Panorama Lenas mutmaßlicher Mörder schweigt
Mehr Welt Panorama Lenas mutmaßlicher Mörder schweigt
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15:33 23.04.2012
Gedenken an Lena in Emden.
Gedenken an Lena in Emden. Quelle: dpa
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Emden

Einen Monat nach dem Mord an der elfjährigen Lena aus Emden ist der Fall noch lange nicht abgeschlossen. „Die Ermittler arbeiten insgesamt rund 370 Hinweise ab“, sagte Polizeisprecherin Angelika Grüter am Montag. Lena war am 24. März in einem Parkhaus getötet und vorher missbraucht worden. Ein 18-Jähriger hatte eine Woche später die Tötung der Elfjährigen zugegeben, beruft sich aber auf Erinnerungslücken und schweigt zu weiteren Einzelheiten der Tat. Der Mann sitzt in Untersuchungshaft.

DNA-Spuren, die die Polizei vom Tatort im Parkhaus und auch von der Vergewaltigung einer Joggerin hatte, fanden Ermittler auch in der Wohnung des 18-Jährigen. Die Staatsanwaltschaft Aurich machte bisher aus Gründen des Opferschutzes keine Angaben zur Todesursache und zur Tatwaffe. Bisherige Suchaktionen mit Spürhunden und Polizeitauchern waren ergebnislos geblieben. Wann die Ermittlungsakten der Polizei in Emden und Leer geschlossen werden und zur Staatsanwaltschaft gehen, steht noch nicht fest. Dort wird über die Anklageerhebung entschieden.

Das Verbrechen hatte für Aufsehen gesorgt, weil zunächst ein Unschuldiger verhaftet worden war und im Internet Lynchaufrufe gegen den Mann verbreitet worden waren. Nach Polizeipannen wurden interne Ermittlungen aufgenommen.

Ein irrtümlich unter Mordverdacht geratener damals 17-Jähriger war zunächst in Untersuchungshaft gekommen. Nach Hassparolen gegen ihn und einem Lynchaufruf im Internet hatte ein Mob von 50 Menschen nachts vor der Polizeiwache die Herausgabe des Teenagers verlangt. Gegen den geständigen Urheber des Aufrufs ermittelt jetzt die Staatsanwaltschaft Aurich.

Nach Polizeipannen vor dem Mord war die Polizei in die Kritik geraten. So hatte sich der verdächtige 18-Jährige im November 2011 nach einer achtwöchigen Therapie bei der Polizei angezeigt. Eine Hausdurchsuchung und weitere Nachforschung unterblieben jedoch. Darauf wurden Fragen laut, ob der Mord hätte verhindert werden können.

Die Polizeidirektion Osnabrück leitete Disziplinarverfahren gegen acht Beamte ein. Zudem stehen zwei Beamte wegen Strafvereitelung im Amt in der Kritik. „Diese Ermittlungen stehen noch am Anfang“, teilte Oberstaatsanwalt Bernard Südbeck mit. Die 40-köpfige Mordkommission „Parkhaus“ war von der Kritik nicht betroffen. Ihre Besetzung wurde inzwischen auf die Hälfte verringert.

dpa