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Panorama Lehrerin wurde mit mehr als 20 Messerstichen getötet
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13:16 19.12.2009
Beamte bei der Spurensuche Quelle: lni
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Bei der tödlichen Messerattacke auf eine Lehrerin in Bremen hat der Täter mehr als 20 Mal auf sein Opfer eingestochen. „Augenblicklich gehe ich von Mord aus“, sagte Staatsanwalt Uwe Picard am Sonnabend in der Hansestadt. Der 21-Jährige habe die Frau bereits seit April beobachtet, weil er für sie massiv schwärmte und eine Liebesbeziehung wollte. Bis März dieses Jahres ging er selbst auf die Schule im niedersächsischen Osterholz-Scharmbeck und wurde von dem Opfer in Chemie unterrichtet.

Nach Angaben des Leiters der Mordkommission, Helmut Mojen, wusste die Lehrerin nicht, dass ihr nachgestellt wurde. Es habe keine Anzeige wegen Stalkings gegeben. Das sei eine „einseitige Beziehung“ gewesen. Die Lehrerin habe sich immer korrekt verhalten, betonte Picard. 2008 habe sie sich an die Polizei gewandt, weil sie befürchtete, ihr Schüler wolle sich das Leben nehmen. Der als aggressiv bekannte, „auffällige Einzelgänger“ habe daraufhin psychologische Hilfe bekommen. Schließlich musste der Mann das Gymnasium ohne Abitur verlassen und ging seit Juli zur Bundeswehr.

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Der junge Mann habe am Freitagmorgen vor der Schule einen Peilsender für Geodaten am Auto der Lehrerin angebracht. So wollte er erfahren, wann sie an ihrer Bremer Wohnung ankommt, berichtete der Staatsanwalt. Mit dem Fahrrad sei der 21-Jährige dann am Nachmittag mit einem Messer zu seiner ehemaligen Lehrerin gefahren und passte sie am Parkplatz ab.

Er habe sie in die Wohnung zwingen wollen, um ihr tausende Fragen stellen zu können, berichtete Picard. Unter anderem habe er mit ihr über „Sexualität und Nähe“ sprechen wollen. Die Lehrerin habe sich aber zur Wehr gesetzt, um Hilfe gerufen. Daraufhin stach der junge Mann wieder und wieder auf sie ein. Ein Postbote versuchte vergeblich, ihr zu helfen. Die 35-Jährige hatte keine Chance: Bei der Attacke wurde sie so schwer am Hals verletzt, dass sie noch am Tatort starb. Der junge Mann schnitt sich nach Angaben der Ermittler bei dem grausigen Verbrechen versehentlich selbst. Er rief mit seinem Handy die Polizei und erklärte nach Angaben der Mordkommission: „Ich habe einen Menschen umgebracht.“ Dann habe er auf die Beamten gewartet und sich widerstandslos festnehmen lassen.

lni