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Panorama Landesgartenschau in Bad Essen eröffnet
Mehr Welt Panorama Landesgartenschau in Bad Essen eröffnet
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14:34 23.04.2010
Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) mit Maskottchen „Blütenbert“
Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) mit Maskottchen „Blütenbert“ Quelle: dpa
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Zum Eröffnungsfest am Freitagvormittag wärmt die Sonne den Bad Essener Kirchplatz, und Maskottchen „Blütenbert“ kommt ins Schwitzen. Nach einem langen, für viele einem zu langen Winter, sind das die besten Startvoraussetzungen für ein „Bad im Blütenmeer.“ So lautet das Motto für die diesjährige Landesgartenschau. Bis zum 17. Oktober soll sie mindestens 400.000 Menschen ins Osnabrücker Land locken.

Arbeiten in Rekordzeit

Die Vorbereitungen zur vierten Landesgartenschau in Niedersachsen nach Bad Zwischenahn, Wolfsburg und Winsen an der Luhe waren in Rekordzeit über die Bühne gebracht worden. Rund ein Jahr lag zwischen dem Zuschlag der Landesregierung und dem Eröffnungstag. Bad Essen hatte sich beworben, nachdem das ostfriesische Wiesmoor aus Finanzgründen einen Rückzieher als Ausrichter gemacht hatte.

Aber die Bad Essener hatten sich den Gewaltakt zugetraut, auch wenn sie mit ihrem Angebot bei den Entscheidungsträgern in Hannover „ein bisschen Stirnrunzeln“ ausgelöst hatten, wie sich Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) in seiner Ansprache erinnerte.

Schau an zwei Standorten

Die Arbeiten sind zu Ende - die Gäste erwarten nun zwei Gartenschaustandorte in dem Kurort in der Nähe von Osnabrück. Die Gemeinde nutzte die Gelegenheit, den in die Jahre gekommenen Kurpark wieder neu herauszuputzen. Unter anderem wurde die „Sole-Arena“ gebaut. Dahinter verbirgt sich ein Gradierwerk, an dem Solewasser an meterhohen Zweigen herunterrieselt.

Aber im Unterschied zu anderen Kurorten, wo die auch Saline genannten Bauwerke langgezogene Rechtecke sind, ist das Bad Essener Gradierwerk wirklich eine Arena: Der dreieckig-gerundete Grundriss ähnelt dem Kreiskolben eines Wankelmotors. Die Besucher können in der Mitte sitzen, und durch große Fenster den Ausblick ins nahe Wiehengebirge genießen.

„Die alten Gradierwerke an anderen Orten dienten früher der Salzgewinnung“, sagt Gartenschau-Geschäftsführer Heinrich Sperling. Die Bad Essener wollten dagegen eine Saline, die sich gezielt für Wellness-Anforderungen einsetzen lässt. Wenige Meter von der „Sole-Arena“ entfernt steht ein weiteres Bad Essener Unikat. Das alte, schon seit Jahren leerstehende Hallenbad wurde zur „Blumenhalle“ umgewandelt. Das frühere Schwimmbecken dient als Pflanzbeet für Blumen, und selbst in den Duschen sind Pflanzenarrangements aufgebaut worden.

Pioniere der Gartenfestivals

Der zweite Standort der Gartenschau ist rings um Schloss Ippenburg angelegt worden. Schlossherrin, Freifrau Viktoria von dem Bussche, gehört zu den Pionieren der Gartenfeste in Deutschland. Bereits seit zwölf Jahren organisiert sie die bekannten Festivals „Gartenlust und Landvergnügen“. Das Ehepaar von dem Bussche war es auch, das den Impuls für die Bewerbung um die Landesgartenschau gegeben habe, betonte der Vorsitzende des Tourismusverbandes Osnabrücker Land, Reinhold Kassing.

Mehr als 50 Themengärten sind an der Ippenburg entstanden, international bekannte Garten- und Landschaftsarchitekten haben mit ihren Entwürfen dort ihre Visitenkarte abgegeben. Auch Prominente wie der Musiker und Fernseh-Entertainer Götz Alsmann und sein Bassist Michael Müller haben einen Garten gestaltet.

Umfangreiches Kulturprogramm

Neben Freude am Garten will die Gartenschau auch Lust an der Kultur wecken. Neben Alsmann treten auch der niederländische Liedermacher Hermann van Veen, Schlagerlegende Katja Ebstein oder die deutsche Soul-Queen Cassandra Steen auf. Ebenfalls Konzerte zugesagt haben Akkordeon-Spielerin Lydie Auvray, Ruhrpott-Rocker Stoppok oder der frühere Sänger von „Genesis“, Ray Wilson und das Berlin Symphony Ensemble. Auch das Kindermusical „Opa Alfons Garten“, geschrieben vom Bad Essener Lutz Schäfer, steht mit vielen Aufführungen auf dem Programm.

Landesgartenschau

lni