Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Panorama Lage am Frankfurter Flughafen weiter angespannt
Mehr Welt Panorama Lage am Frankfurter Flughafen weiter angespannt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:32 19.12.2010
Die Lage am Frankfurter Flughafen ist weiter angespannt. Quelle: dpa
Anzeige

Am verschneiten Frankfurter Flughafen ist nach einem turbulenten Wochenende auch am Montag kaum Besserung in Sicht. „Die Flugpläne sind völlig durcheinander“, sagte eine Flughafen-Sprecherin. „Von Entspannung kann man nicht reden, da wir weitere Schneefälle erwarten.“ Der Deutsche Wetterdienst (DWD) sagte für die nächsten Tage weitere, teils kräftige Schneefälle voraus - bei etwas milderen Temperaturen. Flughafenbetreiber Fraport richtete sich darauf ein, dass auch in der Nacht zum Montag wieder hunderte Reisende in den Feldbetten übernachten. Etwa 1000 wurden aufgestellt. Einige Passagiere werden so bereits ihre dritte Nacht verbringen.

Tausende Fluggäste stauten sich am Sonntag in den beiden völlig überfüllten Terminals von Deutschlands größtem Airport, Augenzeugen berichteten von teils chaotischen Zuständen und langen Warteschlangen. Wie in den Vortagen fielen hunderte Flüge aus. Die Lufthansa kündigte an, ihren am Samstag gestarteten Sonderflugplan bis einschließlich Montag beizubehalten. Gestrichen würden aber nur Flüge innerhalb Deutschlands und Europas, sagte ein Sprecher. „Langstreckenflüge können wir weiterhin stabil durchführen.“

Anzeige

Ein Fraport-Sprecher nannte die Lage am Sonntag „insgesamt geordneter“ als am Samstag. „Die Passagiere machen weitgehend einen verständnisvollen Eindruck.“ Bis zum frühen Abend wurden rund 600 von gut 1300 Flügen gestrichen. Zwar beteuerte Fraport, der Schnee auf den Start- und Landebahnen in Frankfurt werde permanent geräumt. Doch weil etliche andere europäische Flughäfen mit dem Winter zu kämpfen haben, führe das auch in Frankfurt zu weiteren Problemen.

Von tumultartigen Szenen unter gestressten Fluggästen, wie es sie am Samstag gegeben hatte, war am Sonntag bis zum Abend keine Rede. Zusätzliches Servicepersonal und bessere Informationen für die Passagiere sollten helfen, die Lage zu entspannen. Mitarbeiter der Lufthansa verteilten Snacks und Getränke. Sogar Stelzenmänner, Nikoläuse und Zauberer bot Fraport am Sonntag auf, um die eisige Stimmung etwas aufzuwärmen. Allerdings klagten doch wieder viele gestrandete Menschen über eine schlechte Organisation. Terminal 1 A wurde am Sonntag zeitweise wegen Überfüllung gesperrt. Die Lufthansa hatte am Samstag einen Sonderflugplan in Kraft gesetzt, auch andere Fluglinien strichen nach Angaben des Fraport-Sprechers vorsorglich etliche Flüge, „damit Passagiere früher Klarheit haben“.

dpa

Mehr zum Thema

Wer am Sonntagnachmittag mit der Bahn reisen möchte, sollte sein Vorhaben überdenken: Die Bahn rät davon ab, weil wegen der schwierigen Straßenverhältnisse und der vielen Flugausfälle mit sehr vollen Zügen, Verspätungen und Ausfällen zu rechnen sei.

19.12.2010

Chaotische Zustände in Flughäfen, überfüllte Bahnen, glatte Straßen - der Winter hält am vierten Advent weiter ungezählte Reisende fest. Ein Ende der langen Geduldsprobe zeichnet sich nicht ab.

19.12.2010

Sie wollten in den Weihnachtsurlaub und stecken stattdessen entnervt an Flughäfen fest: Ausgerechnet an einem der wichtigsten Reisetage des Jahres macht heftiger Schneefall tausenden Menschen einen Strich durch die Rechnung. Ein Ende für das Chaos ist nicht in Sicht.

18.12.2010