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Panorama Kritik an Jugendfeuerwehr wegen Edathy-Geld
Mehr Welt Panorama Kritik an Jugendfeuerwehr wegen Edathy-Geld
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11:11 12.03.2015
Musste 5000 Euro Geldauflage zahlen: Sebastian Edathy.
Musste 5000 Euro Geldauflage zahlen: Sebastian Edathy. Quelle: dpa
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Stadthagen

Der Landesverband der Kinder- und Jugendfeuerwehren muss sich für die Annahme der 5000 Euro Geldauflage aus dem Kinderprono-Prozess gegen Sebastian Edathy rechtfertigen. Insbesondere in Schaumburg und Nienburg - beide zusammen bilden den ehemaligen Wahlkreis des früheren SPD-Bundestagsabgeordneten - reagierten Feuerwehrvertreter mit Ablehnung. Am Mittwoch distanzierte sich die Stadthäger Jugendfeuerwehr wegen „besorgter Elternteile“ noch einmal ausdrücklich. Auch auf der Facebook-Seite der „Schaumburger Nachrichten“ äußerte das Gros der Nutzer Unverständnis. Einige hinterfragten, ob Eltern ihre Kinder nach dieser Entscheidung noch zur Jugendfeuerwehr schicken sollten. Der Prozess gegen Edathy wegen des Verdachts des Besitzes von Kinderpornografie war Anfang des Monats gegen die Zahlung der 5000 Euro eingestellt worden. Der Kinderschutzbund hatte das Geld abgelehnt.

Landesjugendfeuerwehrwartin Anke Fahrenholz rechtfertigte die Annahme des Geldes noch einmal ausrücklich. Sie habe nur einen Anruf und eine E-Mail als Reaktionen erhalten. Die Jugendfeuerwehr habe sich nicht aktiv um das Geld beworben. Als Verein stehe sie vielmehr auf einer Liste von Institutionen, die Gelder aus Gerichtsprozessen erhalten. Im Fall Edathy hätten sich die Behörden aber erst nach der Bereitschaft erkundigt, die 5000 Euro anzunehmen. Man habe die Entscheidung mit dem Landesfeuerwehrverband und dem Innenministerium abgesprochen.

Landeswartin Fahrenholz vermutet hinter dem Sturm der Entrüstung die Tatsache, dass Schaumburg „einen ganz anderen Bezug zum Thema“ habe. Immerhin handele es sich um Edathys Wahlkreis. Fahrenholz: „Ich selbst kenne den gar nicht.“ Der nachträgliche Verweis darauf, dass die Landesjugendfeuerwehr ohnehin regelmäßig mit Geld aus Prozessen bedacht werde, sei kein Versuch, etwaige Wogen zu glätten. „Wir müssen uns dafür nicht rechtfertigen“, sagt die Landesjugendfeuerwehrwartin. „Wir stehen nach wie vor zu dieser Entscheidung.“

Von Jan-Christoph Prüfer

12.03.2015
12.03.2015
12.03.2015