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Panorama Kosmetikerin verliert Job wegen Enttarnung von Schwerverbrecher
Mehr Welt Panorama Kosmetikerin verliert Job wegen Enttarnung von Schwerverbrecher
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16:42 01.07.2009
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Als Reaktion darauf, dass sie der Polizei den entscheidenden Hinweis zur Festnahme des mutmaßlichen Bankräubers, Entführers und Erpressers gab, verlor die Kosmetikerin ihren Job, wie das Hamburger Magazin „Stern“ am Mittwoch berichtete. Ihre Vermieterin, mit der sich die 58-Jährige ein kleines Ladengeschäft teilte, habe ihr nach der Ergreifung von Wolf die fristlose Kündigung geschickt.

Als Begründung habe sie ihr gesagt: „Du bist eine Verräterin. Man verrät niemanden“, berichtete die Frau dem Magazin. Dass das Wort „Verräterin“ gefallen sei, bestreite die Vermieterin nicht. „Ich habe ihr nur gesagt, dass die Kunden sie eine Verräterin genannt hätten“, behauptete die Nageldesignerin.

„Ich finde es befremdlich, dass eine Frau, die Zivilcourage bewiesen hat, damit bestraft wird, dass sie ihre Existenz verliert“, sagte der Sprecher der Polizei Hamburg, Ralf Meyer, alut „Stern“ zu dem Vorfall.

Wolf war nach acht Jahren Flucht Ende Mai von der Hamburger Polizei auf der Reeperbahn gefasst worden. Der 56-Jährige hatte Ende März in Wiesbaden eine Bankiersgattin entführt und 1,8 Millionen Euro Lösegeld erpresst. Darüber hinaus werden ihm mehrere Banküberfälle zur Last gelegt.

Nachdem Wolf im Jahr 2000 von einem Hafturlaub nicht zurückgekehrt war, lebte er sieben Jahre lang unerkannt im Frankfurter Westend mit einer Lehrerin zusammen. In Hamburg gab er dann eine Kontaktanzeige auf. Die Kosmetikerin traf sich zunächst nichts ahnend mit Wolf, schöpfte jedoch bald Verdacht. Sie meldete sich bei der Polizei und gab den entscheidenden Hinweis, der schließlich zu Wolfs Ergreifung führte.

ddp