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Panorama Kitakinder schlucken Psychopillen
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20:18 19.06.2009
Von Mathias Klein
In einer Kita in Wuppertal haben KInder liegen gelassene Medikamente für Süßigkeiten gehalten. Quelle: Joerg Koch/ddp

Ein dreijähriges Mädchen war sogar auf der Intensivstation untergebracht. Eltern werfen den Erzieherinnen der Tagesstätte nun Fehlverhalten vor.

Der Vorfall hatte sich bereits am vergangenen Mittwoch ereignet, berichtete gestern der Wuppertaler Oberstaatsanwalt Wolf-Tilman Baumert. Am Morgen hatte ein 20-jähriger Mann seinen Neffen in die Tagesstätte im Zentrum von Wuppertal-Elberfeld gebracht. Dabei hatte er eine Tüte mit Medikamenten an der Garderobe abgelegt. Als der Mann ging, vergaß er die Tüte mitzunehmen. Kurze Zeit später entdeckten Kinder die Medikamente auf der Ablage in rund 1,5 Meter Höhe. „Die hielten die blauen Tabletten vermutlich für Süßigkeiten und steckten sie sich in den Mund“, sagte Oberstaatsanwalt Baumert.

In der Packung befanden sich 50 Tabletten. Das Medikament mit dem Wirkstoff Risperidon wird bei der Behandlung schizophrener Menschen verschrieben. Von den zunächst aus der Packung fehlenden 27 Tabletten fanden die Erzieherinnen später zwölf auf dem Boden wieder.

Nach den bisherigen Ermittlungen hatten die Erzieherinnen den Vorfall bemerkt, als Kinder mit der Medikamentenpackung spielten. Die Kindergartenleiterin habe daraufhin sofort den Giftnotruf angerufen, berichtete der Staatsanwalt. „Dort hat man ihr geraten, die Eltern zu unterrichten, damit diese ihre Kinder ins Krankenhaus oder zu einem Arzt bringen“, berichtete Baumert.

Angaben von Eltern, sie seien erst fünf Stunden später von der Kindergartenleitung informiert worden, konnte der Sprecher der Staatsanwaltschaft nicht bestätigen. Allerdings prüfe die Staatsanwaltschaft Vorwürfe der Eltern an die Erzieher wegen unterlassener Hilfeleistung. Die Erzieherinnen hätten sofort einen Notarzt holen müssen und nicht erst darauf warten müssen, dass die Eltern mit ihren Kindern in eine Klinik gehen, meinten einige Eltern.

Ein Sprecher des Kindergartenträgers Internationaler Bund wies das allerdings zurück. „Ich sehe kein Fehlverhalten der Erzieherinnen“, meinte ein Sprecher des Trägers. Und Kindergartenleiterin Hildegard Kohlhaas sagte: „Wir haben alles getan, um die Kinder zu schützen.“

Die betroffenen zwei- bis sechsjährigen Kinder litten nach Einnahme der bitter schmeckenden Pillen unter Gehstörungen, Fieber und Müdigkeit. Nach der Entlassung aus dem Krankenhaus sagte ein Sprecher der Klinikleitung: „Wir gehen davon aus, dass die Kinder keine bleibenden Schäden davongetragen haben.“ Am Donnerstag waren alle wieder in der Kindertagesstätte, auch die Dreijährige, die die Nacht zuvor noch auf der Intensivstation verbracht hatte.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt nun gegen den 20-Jährigen wegen fahrlässiger Körperverletzung. Der Onkel eines Kindes hatte das Medikament vor dem Kindergartenbesuch in der Apotheke abgeholt. Ihm sei bewusst, welch schweren Fehler er gemacht habe, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft.

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