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15:44 21.11.2012
Kinder und Jugendliche wissen immer mehr über gesunde Ernährung. Quelle: dpa
Berlin

Das Leben eines Grundschülers kann anstrengend sein: wenn er „stundenlang Hausaufgaben machen“ muss, wenn „meine Mutter mir nie zuhört, wenn ich Hilfe brauche“ oder „wenn ich mich hetzen und beeilen muss“. Das alles stresst Sieben- bis Neunjährige. In einer repräsentativen Umfrage, die der Deutsche Kinderschutzbund (DKSB) mit anderen Initiatoren am Mittwoch in Berlin vorgestellt hat, gaben nahezu 5000 Zweit- und Drittklässler aus Deutschland Auskunft darüber, wie gesund sie sich fühlen. Dabei zeigte sich neben der Tatsache, dass schon Siebenjährige Schulstress kennen, vor allem, dass Kinder erstaunlich viel darüber wissen, was sie gesund hält.

„Mich erfreut und überrascht die hohe Kompetenz der Kinder, auch was ihr Wissen um Entspannungswege angeht“, betonte DKSB-Sprecher Friedhelm Güthoff. „Aber das Thema Stress beunruhigt mich.“ Die Tatsache, dass Kinder in der dritten Klasse laut Umfrage doppelt so häufig Leistungsdruck spüren wie Zweitklässler, sieht er als „Vorwehen“ des anstehenden Schulwechsels.

Interessanterweise war Berlin, mit sechsjähriger Grundschule und verbreiteter jahrgangsübergreifender Schulanfangsphase, das einzige Land, in dem Schule nicht der häufigste Stressfaktor für die Kinder war, sondern erst an dritter Stelle hinter „Ärger und Streit“ sowie Familie rangierte.

Zugleich wissen aber mehr als die Hälfte der Kinder auch, wie sie sich am besten entspannen und Druck abbauen können. Zwei Drittel kennen viele Bewegungsspiele und die meisten gehen nach draußen, um sich dort auszutoben (70 Prozent). Zum Vergleich: 40 Prozent entspannen vor dem Computer.

Mehr als die Hälfte würden sich zudem gerne häufiger einfach mal ausruhen. Fast schon überraschend ist das große Gesundheitsbewusstsein, das die Sieben- bis Neunjährigen zeigen: Vom allseits akzeptierten Sinn des Zähneputzens bis hin zum ausgeprägten Faible für Obst und Gemüse, das vier Fünftel der Kinder oft bis sehr oft konsumieren.

Gesundheitsexperte Prof. Dietrich Grönemeyer sagte: „In diesem Alter ist alles vorhanden, was zur Ausbildung eines gesunden Lebensstils erforderlich ist. Nun sind wir Erwachsenen gefordert, diese Impulse zu erhalten und zu verstärken.“ Denn Fakt sei, dass sich das Ernährungsverhalten der Kinder zur Pubertät hin ungünstig verändere.

„Das liegt natürlich auch am stundenlangen Sitzen vorm Computer oder am Handy“, sagte Grönemeyer. Aber neben Lehrern und Ärzten müssten auch die Eltern dranbleiben. Immerhin kommt fast jedes fünfte befragte Kind morgens mit leerem Magen zur Schule und jedes zehnte bekommt keine warme Mahlzeit am Tag.

Eltern sind Vorbilder auch in Sachen Gesundheitsbewusstsein, betonten die Experten. „Daneben sind vor allem verlässliche Informationen aus der Schule, von Ärzten und aus dem Internet für die Kinder wichtig“, stellte Anja Beiskamp vom ProKids-Institut fest. Kinder, die ihr Wissen über Gesundheit vor allem aus Fernsehen, Werbung oder von gleichaltrigen Freunden bezogen, wussten deutlich weniger Bescheid.

dpa

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