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Panorama Kieler SPD in Wahlkampflaune
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11:09 12.04.2012
Foto: Schleswig-Holsteins SPD-Spitzenkandidat Torsten Albig stimmt seine Partei auf den Wahlkampf ein.
Schleswig-Holsteins SPD-Spitzenkandidat Torsten Albig stimmt seine Partei auf den Wahlkampf ein. Quelle: dpa
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Kiel

Mit einem Küsschen endet der Auftritt von SPD-Spitzenkandidat Torsten Albig, nachdem er am Mittwochabend in Kiel den Startschuss für den Wahlkampf-Wettlauf gegeben hat. Die frühere Ministerpräsidentin Heide Simonis drückt ihre Lippen auf Albigs Wange, sie umarmen sich, strecken dann mit dem Gast aus Berlin, dem SPD-Fraktionsvorsitzenden Frank-Walter Steinmeier, und SPD-Landeschef Ralf Stegner die Fäuste in die Höhe. Das Signal ist klar: Die SPD gibt sich kämpferisch und – ziemlich – siegessicher.

Immer wieder beschwört Albig, dass er für Schleswig-Holstein einen Politikwechsel will, dass die SPD stärkste Kraft im Kieler Landtag werden soll und dass er selbst Ministerpräsident werden will. „Wir können das schaffen“, ruft der Kieler Oberbürgermeister – sagt aber auch, dass man sich nicht auf die jüngsten Umfrageergebnisse verlassen dürfe. Demnach würde es zwar knapp für eine Mehrheit mit den Wunschpartnern der SPD, den Grünen und dem Südschleswigschen Wählerverband (SSW), reichen. „Aber Umfragen sind keine Stimmen“, sagt Albig. Außerdem lag die SPD zuletzt knapp hinter der CDU.

„Jetzt geht es darum, dass die Wähler ihr Kreuz am 6. Mai an der richtigen Stelle machen, nämlich bei der SPD“, ruft Albig den Genossen zu. Und Stegner, der als mitverantwortlich für die geplatzte große Koalition 2009 gilt, warnt vor einem neuen Bündnis mit der CDU - und auch vor Stimmen für Linke und FDP. Es sei wichtig, dass die SPD über Bündnisse entscheiden könne.

Und so schwören Stegner und Albig einige hundert Genossen im Publikum auf Stimmenfang ein: „Ärmel hochkrempeln, rausgehen, mit den Leuten reden“, lautet der Auftrag des Spitzenkandidaten an die Basis. Niemand dürfe abends ins Bett fallen, ohne dass er mit Dutzenden Leuten geredet und sie von den Themen der SPD überzeugt habe, sagt Albig lächelnd, und seine Zuhörer reagieren mit begeistertem Beifall. Viele haben den Auftrag, den Norden rot zu machen, schon einmal optisch umgesetzt - sie sind im roten Pullover gekommen.

„Den 50. Geburtstag möchte ich in der Staatskanzlei feiern“, sagt Albig, der Ende Mai 49 wird. Und Steinmeier beschwört, dass der Kieler Oberbürgermeister für das Amt des Landesvaters genau der Richtige sei: „Die Leute wünschen sich einen Ministerpräsidenten, der nicht vor Politik wegläuft, sondern der Politik machen will“, sagt er ganz in Wahlkampfmanier mit einem Seitenhieb auf den amtierenden Peter Harry Carstensen.

Ob der Wechsel am Ende klappt? „Die Partei ist wild entschlossen zu gewinnen. Ich denke, das läuft gut“, sagt Simonis am Rande der Veranstaltung. „Die Herausforderung wird sein, rechtzeitig darüber nachzudenken, wie viele Parteien über fünf Prozent kommen. Bei sieben Parteien könnte es rein rechnerisch schwierig werden.“ Und zu den guten Umfrageergebnissen der Piraten: „Die Piraten steigen nach oben, und je mehr man über sie redet, desto mehr steigen sie. Deshalb sollten wir aufhören, über sie zu reden.“

dpa

Margit Kautenburger 12.04.2012
Gabriele Schulte 12.04.2012