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Panorama Keine akute Explosionsgefahr mehr
Mehr Welt Panorama Keine akute Explosionsgefahr mehr
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22:57 03.06.2010
Quelle: dpa
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Zu dieser Einschätzung sei der Leiter des Kampfmittelbeseitigungsdienstes in Hamburg, Peter Bodes, nach einem Ortstermin in Göttingen gekommen. Die Stadt hatte den renommierten Experten um sachverständige Auskunft zu dieser Frage gebeten. Eine „Aktivierung“ anderer eventuell verborgener Bomben sei nicht zu befürchten, erklärte Bodes. Unmittelbar vor seinem Ortstermin in Göttingen hatte der Kampfmittelexperte noch in Hamburg eine in der Elbe liegende Fliegerbombe entschärft.

Die Stadt Göttingen hat nach dieser Entwarnung am Donnerstagmittag die Sperrung um die Explosionsstelle aufgehoben und die angrenzende Straße wieder für den Verkehr freigegeben. Auch die von der Sperrung betroffenen Schulen und Kindertagesstätten sowie ein Pharmaunternehmen können wieder ihren Betrieb aufnehmen. Die Unglücksursache ist weiter ungeklärt.

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Der Schützenplatz und ein angrenzender Parkplatz bleiben allerdings bis auf Weiteres gesperrt. Luftbildaufnahmen zeigen, dass noch mehr Bomben im Boden liegen könnten. Die Stadt Göttingen wisse erst seit vergangenem Donnerstag von diesen Luftbildern, sagte Verwaltungssprecher Johannson. Danach sei von weiteren Verdachtsflächen auszugehen, deren Zahl im zweistelligen Bereich liege.

Die Stadt wolle dies durch systematische Untersuchungen abklären, die bereits in der kommenden Woche beginnen sollen. Die Luftbildaufnahmen werden vom Kampfmittelbeseitigungsdienst der Zentralen Polizeidirektion Hannover ausgewertet. Insgesamt verfüge man über rund 150.000 Aufnahmen, erklärte der Sprecher des Innenministeriums, Klaus Engemann. Dieses Archiv wird bei allen Bauvorhaben konsultiert. So war es auch in Göttingen. Der Kampfmittelbeseitigungsdienst hatte das Gelände auf dem Schützenplatz untersucht, weil die Stadt dort eine neue Sportarena bauen will. Kurz vor der geplanten Grundsteinlegung entdeckten die Experten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes die erste Bombe, die noch in der Nacht entschärft wurde. Bei der zweiten aufgefundenen Bombe, die am Dienstag entschärft werden sollte, passierte dann die verheerende Explosion.

In Göttingen hat das Unglück, das drei 38, 52 und 59 Jahre alten Sprengexperten das Leben kostete, eine Welle der Anteilnahme ausgelöst. Am Donnerstagabend gab es einen ökumenischen Gottesdienst in der Johanniskirche. „Ganz Göttingen ist erschüttert“, sagte Superintendent Friedrich Selter.

Heidi Niemann