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Panorama Katholische Kliniken sollen Vergewaltigungsopfer abgewiesen haben
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11:45 17.01.2013
Das katholische St. Vinzenz-Hospital soll ein Vergewaltigungsopfer abgewiesen haben. Quelle: dpa
Köln

Eine 25-jährige Frau soll in Köln nach einer mutmaßlichen Vergewaltigung an zwei katholischen Krankenhäusern abgewiesen worden sein. Eine Notärztin habe eine Vergewaltigung nicht ausschließen können und die beiden Kliniken gebeten, mögliche Tatspuren gerichtsverwertbar zu sichern, berichtete der „Kölner Stadt-Anzeiger“ am Donnerstag. Die Frau sei auch deshalb nicht aufgenommen worden, weil sie die „Pille danach“ bekommen sollte. Diese soll eine Schwangerschaft verhindern, auch wenn vor dem Geschlechtsverkehr keine Verhütungsmittel genommen wurden.

Das Erzbistum Köln bestritt, dass seine Kliniken Untersuchungen zur Spurensicherung bei einem Vergewaltigungsverdacht verweigern sollen. Falls zwei Krankenhäuser dies doch getan hätten, widerspreche dies der offiziellen Linie, stellte Christoph Heckeley, Sprecher des Erzbistums, klar. „Das bedauern wir dann sehr.“

Wie der „Kölner Stadt-Anzeiger“ berichtet, war die 25-Jährige bei einer Party vermutlich mit K.o.-Tropfen betäubt worden und später auf einer Parkbank zu sich gekommen. Ein Sprecher der Kölner Polizei sagte am Donnerstag: „Wir kennen den Fall und die Frau.“ Die erforderlichen Untersuchungen seien später in einem anderen Krankenhaus erfolgt.

Nach Recherchen des „Kölner Stadt-Anzeiger“ wurde die Frau mit der Begründung abgewiesen, gynäkologische Untersuchungen zur Beweissicherung seien seit zwei Monaten untersagt, weil damit ein Beratungsgespräch über die mögliche Schwangerschaft und deren Abbruch verbunden sei.

Die Stiftung der Cellitinnen, zu der die beiden Krankenhäuser gehören, teilte in einer Stellungnahme mit, in dem Fall sei es „vermutlich zu einem Missverständnis“ gekommen. Der Sprecher des Erzbistums erklärte, das einzige, was katholische Kliniken nicht dürften, sei die Verschreibung der „Pille danach“. Abtreibungen nähmen katholische Ärzte unter keinen Umständen vor, da sie werdendes Leben zerstörten.

dpa

Dieser Artikel wurde aktualisiert.

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