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Panorama Kardinal für Transplantationen
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14:56 28.09.2009
Quelle: ddp
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„Die Organspende nach dem Tod ist eine edle und verdienstvolle Tat“, sagte Lehmann am Montag am Rande eines Kongresses von Nierenheilkundlern aus dem In- und Ausland. Diese Position der Kirche gehe „vom Kranken und dessen Leiden“ aus und wisse daher um den humanen Nutzen der Transplantation.

Allerdings seien Transplantationen sittlich unannehmbar, wenn der Spender oder die für ihn Verantwortlichen nicht ihre ausdrückliche Zustimmung gegeben hätten. Es sei auch unzulässig, die Invalidität oder den Tod eines Menschen direkt herbeizuführen, „selbst wenn dadurch der Tod anderer Menschen hinausgezögert würde“.

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Lehmann sagte, er akzeptiere den ärztlich attestierten Hirntod als Todeszeitpunkt. Der Hirntod sei „selbstverständlich keine Definition des Todes“, er sei aber „seine sichere Feststellung“. Der ethische Streit um die Bestimmung des Todeszeitpunktes ist aus Sicht Lehmanns aber noch längst nicht abgeschlossen. Diese Auseinandersetzung werde vor allem um die Gleichsetzung von Hirntod und Tod des Menschen geführt.

Lehmann sagte weiter, auch wenn Lebende Organe wie etwa eine Niere spendeten, sehe die Kirche dies grundsätzlich positiv. Hier seien aber zunächst die Verwandten des Kranken in der Verantwortung. Die Frage, ob er selbst einen Organspenderausweis besitze, beantwortete der Bischof nicht. Der 73-Jährige war von 1987 bis 2008 Vorsitzender der katholischen Deutschen Bischofskonferenz. Seit 1983 ist er Mainzer Bischof. Er gilt als liberaler Theologe in der katholischen Kirche.

ddp