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Panorama Bundeswehr bildet in der Heide Peschmerga aus
Mehr Welt Panorama Bundeswehr bildet in der Heide Peschmerga aus
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00:15 04.03.2016
Die Bundeswehr bildet in Munster kurdische Offiziere aus.
Die Bundeswehr bildet in Munster kurdische Offiziere aus. Quelle: dpa
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Munster

Schüsse und Gefechtslärm im Hintergrund, Raureif auf Bäumen und Büschen. Durch das nasse Gras der Kiefernwälder bei Munster robben an diesem kalten Wintermorgen zwei kurdische Kämpfer. Mit dem Gewehr in den Händen bewegen sie sich langsam auf einen Erdhügel zu, der sich beim Näherkommen als Versteck aus Ästen, Planen und einer Schicht Moos entpuppt. Dann sind die beiden verschwunden.
Bis zu 72 Stunden müssten die Kämpfer notfalls hier ausharren, um den Feind zu beobachten. Doch ist es nur eine Übung, Teil der Ausbildung von 28 kurdischen Feldwebeln und Offizieren durch die Bundeswehr auf dem Truppenübungsplatz Munster Süd in der Lüneburger Heide. „Die Männer sind hoch motiviert“, sagt der Ausbildungsleiter der Bundeswehr vor Ort, ein Major, aus Sicherheitsgründen soll sein Name nicht genannt werden.

Die Peschmerga sind die Militäreinheiten der irakischen Kurden, der Name bedeutet „Die dem Tod ins Auge sehen“. Bekannt waren sie vor allem als Widerstandskämpfer in den Bergen, verwandeln sich aber seit dem Vormarsch der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) zunehmend in reguläre Streitkräfte der kurdischen Autonomiegebiete im Nordirak. In Munster geht es für die Pesch­merga um Aufklärung gegnerischer Einheiten.

Gezeigt wird an vier Stationen, wie mit einfachsten technischen Hilfsmitteln am Boden Informationen über den Feind zu gewinnen und für weitere Operationen zu nutzen sind – Fernglas statt Drohnen, Radar oder Wärmebildkamera. Sieben Männer lernen an der ersten Station gerade, sich zu tarnen. Grün-schwarze Schminke bedeckt bald die Gesichter, Lappen werden um die Stiefel gewickelt. Die Ausbilder sprechen Deutsch, Sprachmittler übersetzen ins Kurdische. Im Kampf gegen die Terrormiliz IS unterstützt die Bundesrepublik die Kurden im Nordirak mit Ausbildung und Waffen. Seit 2014 werden Peschmerga auch in Deutschland ausgebildet, vor allem im bayerischen Hammelburg.

Nach dem Ende des zweiwöchigen Lehrgangs in Munster am 6. März sollen die Teilnehmer ihre Erkenntnisse im Irak an ihre Kameraden weitergeben. Wo wird der Feind voraussichtlich angreifen? Wann und mit welchen Waffen? Weitere Lehrgänge seien in Planung, heißt es am Dienstag. „Aufklärung, das ist ein uralter Grundsatz, spart Blut“, sagt Oberst Norbert Hähnlein, General der Heeresaufklärungstruppe. „Was ich weiß, kann mich nicht überraschen. Ich muss wissen, welche Waffen der Gegner hat“, ergänzt er. „Viel sehen, ohne gesehen zu werden, das ist das Motto“, fasst Oberstleutnant Georg Küpper zusammen.

Bald kommen die beiden Peschmerga wieder aus ihrem getarnten Versteck und nähern sich mit ihren Kameraden langsam der Ortschaft Delta, einer Halle im Wald. Plötzlich Gewehrschüsse, der Spähtrupp ist entdeckt. Anders als im Nordirak sind es hier nur Platzpatronen. Die Peschmerga zünden einen Nebeltopf und verschwinden im Wald, eingehüllt in schützenden Rauch – die meisten haben Kampferfahrung. 

Auch wenn es im Nordirak nur wenig Wald gibt, so sei die Ausbildung doch ausgesprochen sinnvoll, betont Hähnlein. Das Gelernte sei auch auf Wüstengebiete zu übertragen. Planen und Sand darauf gingen auch, heißt es. „Als Pesch­merga nutzt uns das sehr, wir haben hier viel gelernt“, übersetzt ein Sprachmittler, was Major Dschabar aus Kirkuk mit umgehängtem G 36 und grün-schwarzer Tarnfarbe im Gesicht am Ende den Journalisten sagt.

von Peer Körner

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