Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Panorama Junge vor Zug gestoßen: Motiv bleibt weiter unklar
Mehr Welt Panorama Junge vor Zug gestoßen: Motiv bleibt weiter unklar
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:29 31.07.2019
Den Tatort, Gleis 7, sperrten die Ermittler weiträumig ab. Quelle: imago images / Xinhua
Frankfurt

Das Motiv ist unklar, ebenso ob die Tat geplant oder spontan war: Die Staatsanwaltschaft Frankfurt hat sich in einer Pressekonferenz zu dem Tod eines achtjährigen Jungen am Frankfurter Hauptbahnhof geäußert. Der verdächtige Mann, der das Kind und seine 40-jährige Mutter auf das Gleis gestoßen haben soll, schweigt nach wie vor zu den Vorwürfen.

Mutter und Kind sollen aus dem Hochtaunuskreis kommen. Die Mutter steht nach der Tat unter Schock und habe leichte Verletzungen durch den Sturz erlitten. Sie wird in einem Krankenhaus behandelt. Der Täter versuchte zudem, eine 78-jährige Frau ebenfalls auf das Gleis zu stoßen, sie konnte sich jedoch wehren. Auch sie erlitt einen Schock und verletzte sich zudem an der Schulter. Die Frage, wie es dem Lokführer geht, konnte Staatsanwältin Nadja Niesen nicht beantworten.

Wo sich der Verdächtige zwischen Ankunft in Frankfurt und Tat aufhielt, ist unklar

Der mutmaßliche Täter ist ein 40-jähriger Mann mit eritreischer Staatsbürgerschaft. Er lebt seit 2006 in der Schweiz, zusammen mit seiner Familie: einer Ehefrau und drei Kindern. Vor wenigen Tagen sei er mit dem Zug von Basel nach Frankfurt gekommen, wo er sich zwischen Ankunft und Tat aufhielt, ist noch unklar. Der Verdächtige hatte sich nur zu seiner Anreise geäußert und weiter die Aussage verweigert.

Im Video: 400 Menschen gedenken des in Frankfurt getöteten Jungen

Die Staatsanwaltschaft beantragte Haftbefehl wegen zweifachen Mordversuches und wegen Mordes. Der Mann soll im Laufe des Tages dem Haftrichter vorgeführt werden. Eine psychische Erkrankung könne aktuell nicht ausgeschlossen werden, so Niesen. Drogen- oder Alkoholmissbrauch könnten nach Tests ausgeschlossen werden. „Die Tat spricht für eine psychische Erkrankung“, sagte Niesen.

Keine Anhaltspunkte für Zusammenhänge

Die Oberstaatsanwältin berichtet weiter, dass es derzeit keine Anhaltspunkte für einen Zusammenhang mit dem Vorfall von Wächtersbach, wo am 22. Juli ein Eritreer aus fremdenfeindlichen Motiven angeschossen wurde, oder dem von Voerde, wo am 20. Juli eine Frau von einem Serben vor den Zug gestoßen und getötet wurde, gibt. „Die Ermittlungen laufen in alle Richtungen“, sagte Niesen vor der Presse.

Weitere Pressekonferenzen sind über den Tag hinweg geplant: Um 15 Uhr will sich Innenminister Horst Seehofer (CSU) zu der Tat äußern, eine Stunde später will die Kantonspolizei Zürich vor die Journalisten treten. Der Verdächtige hat eine Niederlassungsbewilligung und damit einen uneingeschränkten Aufenthalt in der Schweiz.

Von RND/msk

Ein Eritreer stößt in Frankfurt einen Jungen vor einen Zug – der Kriminologe Christian Pfeiffer glaubt, dass der Verdächtige als Reaktion auf die Schüsse auf einen Landsmann wenige Tage zuvor gehandelt hat.

30.07.2019

Ein Junge (8) wird in Frankfurt vor einen ICE gestoßen und getötet – der Fall sorgt bundesweit für Entsetzen. So kommentiert die Presse die entsetzliche Tat.

31.07.2019

Eine 19-jährige Schwedin will mit dem Bus ins Stadtzentrum von Malmö fahren, in der Hitze trägt sie Shorts und ein kurzes Oberteil. Doch der Busfahrer lässt sie nicht einsteigen – weil sie zu viel Haut zeige.

30.07.2019