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Panorama Jugendliche prügeln Passanten zu Tode
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22:44 23.09.2009
Von Heinrich Thies
Videoaufzeichnungen als Beweis: Der Fall in Hamburg konnte aufgeklärt werden. Quelle: Rainer Surrey
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Erst vor anderthalb Wochen hatte ein ähnliches Verbrechen die Bevölkerung erschüttert. In Bayern war ein Geschäftsmann von zwei 17- und 18-jährigen Räubern mit Schlägen und Tritten umgebracht worden, weil er vier Kinder vor ihnen verteidigt hatte.

In dem jetzt bekannt gewordenen Fall in Hamburg ging es um die lächerliche Summe von 20 Cent. Nachdem sich der Mann geweigert hatte, den beiden Jugendlichen das geforderte Geld zu geben, streckte ihn einer der beiden zunächst mit einem Faustschlag ins Gesicht zu Boden. Daraufhin prügelten die beiden weiter heftig auf den Verletzten ein und traktierten ihn immer wieder.

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Ein betrunkener Begleiter, der sich außerstande sah, seinem Freund zu helfen, alarmierte gleich darauf die Rettungskräfte. Doch die Hilfe kam zu spät. Der Mann wurde wiederholt operiert, drei Wochen nach der Tat starb er an seinen schweren Kopfverletzungen.

Bei den Tätern handelt es sich um einen 16-jährigen Deutschen und einen 17 Jahre alten Türken. „Beide sind mehrmals wegen Körperverletzung und Diebstahl polizeilich in Erscheinung getreten“, sagt die Sprecherin der Polizei Hamburg, Karin Sadowsky. „Zu einer Verurteilung aber ist es bisher noch nicht gekommen.“

Die Tat ereignete sich bereits am 12. Juni gegen 21 Uhr in einer Fußgängerunterführung am Harburger Seeveplatz. Die beiden Jugendlichen waren unmittelbar nach der tödlichen Prügelattacke unerkannt geflüchtet.

Lange Zeit tappte die Polizei im Dunkeln. Der einzige Tatzeuge war so betrunken, dass seine Aussagefähigkeit erheblich eingeschränkt war, Überwachungskameras gibt es in dem Fußgängertunnel nicht. Erst die Auswertung der Videoaufzeichnungen des nahe gelegenen Bahnhofs brachte die Ermittler auf die Spur der Jugendlichen. „Wir haben die Überwachungsbänder Polizeibeamten gezeigt, dadurch kamen erste Hinweise“, sagt die Polizeisprecherin. Weitere Zeugen hätten die Jugendlichen schließlich identifiziert.

Die beiden jungen Männer, die noch bei ihren Eltern leben, wurden zu Hause festgenommen. Seit Dienstag sitzen sie wegen Totschlags in Untersuchungshaft. Sie schweigen zu den Vorwürfen. Ein dritter Jugendlicher im Alter von 16 Jahren, der die beiden begleitet hatte, wurde auf freien Fuß gesetzt, da sich der Tatverdacht gegen ihn nicht erhärten ließ. „Der hat wohl nur daneben gestanden“, sagt die Polizeisprecherin.