Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Panorama Japanische Behörden rechnen mit fast 15.000 Opfern
Mehr Welt Panorama Japanische Behörden rechnen mit fast 15.000 Opfern
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:45 25.03.2011
Sechs Tage nach dem Erdbeben suchen Helfer nach Überlebenden in den Trümmern. Quelle: dpa
Anzeige

23.30 Uhr: IAEA veröffentlicht Folien zum AKW Fukushima

Die Internationale Atomenergieorganisation (IAEA) hat Dokumente ihrer Lagebesprechung zum Unglückskraftwerk Fukushima ins Internet gestellt. Die Foliensammlung (http://dpaq.de/x7kQc) zeigt unter anderem Infografiken von Siedewasserreaktoren. Auch das Schwarz-Weiß-Foto eines solchen Siedewasserreaktors im Rohbau ist zu sehen. Der Chef der IAEA-Abteilung für die Bausicherheit nuklearer Anlagen, James Edward Lyons, hat die Foliensammlung erstellt. Sie datiert vom Donnerstag. Eine Folie zeigt auch eine Tabelle mit den detaillierten Schadensbeschreibungen an den Reaktoren 1 bis 4.

Anzeige

20.55 Uhr: Obama ordnet Sicherheitsüberprüfung für US-Reaktoren an

US-Präsident Barack Obama hat angesichts der Nuklearkatastrophe in Japan eine Sicherheitsüberprüfung für die amerikanischen Reaktoren angeordnet. Die US-Atomkraftwerke seien in der Vergangenheit immer wieder „intensiv geprüft“ und für sicher befunden worden, sagte Obama am Donnerstag in Washington. Die US-Regierung habe jedoch eine Verpflichtung, aus den Vorgängen in Japan zu lernen.

Obama sagte, die beschädigten Reaktoren in Fukushima stellten für Menschen in der Umgebung ein „bedeutendes Risiko“ dar. Es sei indessen nicht zu erwarten, dass schädliche radioaktive Strahlung die US-Territorien im Pazifik oder das amerikanische Festland selbst erreichen werde.

20.29 Uhr: Online-Hilfe für Tsunami-Überlebende bei Suche nach Eigentum

Eine Gruppe von Internet-Experten will Überlebenden der Naturkatastrophe in Japan dabei helfen, ihre im Tsunami verlorene persönliche Habe wiederzufinden. Sie können sich auf der Website belongingsfinder.org melden, wenn sie bestimmte Gegenstände vermissen. Umgekehrt können sich auch Finder von Gegenständen melden und ein Foto dazu hochladen. Die Betreiber der Website wollen dann beide Seiten zusammenführen.

Die Idee zu dem Projekt hatte der italienische Geschäftsmann Stefano Orowitsch, der zu einer Konferenz nach Cambridge in England gekommen war, um eine Handy-Software für sein Mietwagen-Unternehmen in den Niederlanden zu entwickeln. Unter dem Eindruck der Ereignisse in Japan änderte er nach einem Bericht der Online-Ausgabe des Magazins „Time“ seine Pläne und erstellte zusammen mit anderen in kurzer Zeit die Website für japanische Tsunami-Opfer. Orowitsch erklärte dem Magazin, zurzeit gebe es noch ganz andere Probleme für die Überlebenden. Sobald es aber einen Bedarf dafür gebe, werde die Website bereitstehen.

19.41 Uhr: Obama besucht japanische Botschaft und kondoliert

US-Präsident Barack Obama hat am Donnerstag die japanische Botschaft in Washington besucht und sich dort in ein Kondolenzbuch für die Erdbeben- und Tsunamiopfer eingetragen. Er sprach erneut von einer „herzzerreißenden“ Tragödie und zeigte sich zugleich überzeugt, dass Japan die Krise überwinden werde. Obama will (20.30 Uhr MEZ) eine Erklärung zu Japan abgeben und sich dabei insbesondere auch zur Nuklearkatastrophe äußern. Die USA hatten am Freitag wegen der Strahlengefahr damit begonnen, US-Bürger aus Japan auszufliegen. Weitere Evakuierungsflüge sind geplant. Das Pentagon schickte derweil ein Spezialistenteam für den Kampf gegen die Atomkrise nach Japan. Eine Gruppe von elf Experten befindet sich bereits vor Ort.

19.10 Uhr: Zoll prüft Japan-Fracht auf Radioaktivität

Der Deutsche Zoll prüft angesichts der Atom-Katastrophe in Fukushima Pakete und Fracht aus Japan stichprobenhaft auf Radioaktivität. Das Bundesfinanzministerium bestätigte am Donnerstagabend einen entsprechenden MDR-Bericht. Seit dieser Woche prüfen Beamte demnach vereinzelt Pakete aus Japan auf „radioaktive Oberflächenkontamination“. Das geht aus einem internen Schreiben des Finanzministeriums hervor, das der dpa vorliegt. Darin wird aber auch betont: „Nach Mitteilung der zuständigen Fachressorts gibt es derzeit keinen Anlass, besondere Strahlenschutzmaßnahmen bei der Einreise bzw. Einfuhr nach Deutschland zu beachten“. Die Kontrollen sind daher reine Vorsorgemaßnahmen.

19.08 Uhr: Lage im AKW hat sich nach Angaben der IAE etwas stabilisiert, aber „sehr ernst“

Die Situation im Atomkraftwerk Fukushima 1 hat sich nach Einschätzung der Internationalen Atomenergieorganisation (IAEA) seit Mittwoch etwas stabilisiert - kann sich aber jederzeit ändern. Die Lage in der Anlage habe sich seit Mittwoch nicht verschlechtert, sagte der IAEA-Experte Graham Andrew bei einer Pressekonferenz am Donnerstagnachmittag in Wien. „Aber es ist weiterhin möglich, dass es schlimmer werden könnte“, so Andrew. Die Situation sei weiterhin sehr ernst.

IAEA-Chef Yukiya Amano war am Mittwoch mit einem Expertenteam von Wien aus Richtung Tokio gestartet. Seine Mitarbeiter sollen seinen Angaben nach auch Fukushima besuchen. Anfang kommender Woche soll sich dann der IAEA-Gouverneursrat in einer Sondersitzung mit Japan befassen.

18.55 Uhr: Südkorea misst Strahlenwerte bei Reisenden aus Japan

Südkorea hat am Donnerstag damit begonnen, Reisende aus Japan auf eine mögliche radioaktive Strahlung zu überprüfen. Die Regierung in Seoul sprach nach einer Meldung der koreanischen Nachrichtenagentur Yonhap von einer Maßnahme zum Schutz der öffentlichen Gesundheit. Auf den internationalen Flughäfen Incheon und Gimpo wurden Stationen mit Messgeräten eingerichtet. Bei einem Japaner, der mit einer Maschine der Asiana Airlines auf dem Flughafen Incheon landete, wurde nach einer Meldung der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo leicht erhöhte Strahlung festgestellt.

18.23 Uhr: Japanisches Gesundheitsministerium führt Strahlentests für Nahrungsmittel ein

In Japan steigt die Furcht vor verseuchtem Essen. Die Regierung wies die lokalen Behörden am Donnerstag an, heimische Produkte auf Radioaktivität zu testen. „Die Tests erstrecken sich vor allem auf frische Produkte aus Regionen, die mit dem Unfall zu tun haben“, sagte der stellvertretende Gesundheitsminister Kohei Otsuka nach Angaben der Nachrichtenagentur Kyodo. Verpflichtet zu den Tests seien aber sämtliche Behörden im ganzen Land. Bisher seien allerdings bei keinem Nahrungsmittel höhere Belastungen als erlaubt gefunden worden, betonte das Ministerium. Die jetzt aufgestellten Grenzwerte seien höher als internationale Standards. Würden sie überschritten, könnten die Behörden Lieferungen aus dem Verkehr ziehen.

Künftig gilt ein Limit von 200 Becquerel Cäsium pro Kilogramm Milch und von 500 Becquerel pro Kilogramm Gemüse, Getreide, Fleisch und Eier. Für radioaktives Jod gilt ein Höchstwert von 300 Becquerel pro Kilogramm Trinkwasser und 2000 Becquerel pro Kilogramm Gemüse. Nahrungsmittel-Händler und Experten kritisierten die Maßnahme: „Die Regierung heizt die Krise an. Die Entscheidung lässt es so aussehen, als ob kontaminiertes Essen bereits auf dem Markt wäre“, sagte Konsumforscher Tatsuya Kakita.

18.00 Uhr Pentagon schickt Nuklearexperten nach Japan

Das US-Verteidigungsministerium hat ein Spezialistenteam für den Kampf gegen die Atomkatastrophe nach Japan geschickt. Dem japanischen Militär würden neun Experten für biologische und nukleare Gefahren zur Seite gestellt, sagte Pentagon-Sprecher Dave Lapan am Donnerstag in Washington. Zudem habe Verteidigungsminister Robert Gates 35 Millionen Dollar (25 Millionen Euro) für erste humanitäre Hilfsleistungen durch das US-Militär freigegeben. Bereits seit Beginn der katastrophalen Ereignisse in Japan hatten verschiedene US-Regierungsorganisationen Hilfspersonal in das asiatische Land entsandt. Das US-Militär stellt bereits Tausende Soldaten und zahlreiche Schiffe sowie Fluggeräte für die Hilfsmission zur Verfügung.

17.45 Uhr Bisher keine Radioaktivität an Japan-Fliegern

An den aus Japan kommenden Flugzeugen ist auf dem Frankfurter Airport bisher keine erhöhte Radioaktivität gemessen worden. Ein Sonderfahrzeug der Flughafenfeuerwehr messe im Auftrag der Airlines seit dem vergangenen Sonntag, sagte ein Sprecher des Flughafenbetreibers Fraport am Donnerstag. Derzeit landen in Frankfurt täglich sieben Maschinen aus Japan, darunter fünf Lufthansa-Flugzeuge und je eines der japanischen Gesellschaften ANA und JAL. In den ersten Tagen habe es Überprüfungen sowohl außen als auch im Inneren der Flugzeuge gegeben, seit Mittwoch beschränke man sich auf sogenannte Wischtests im Inneren, erklärte ein Lufthansa-Sprecher.

17.34 Uhr: Laut IAEA ist die Lage im Krisen-AKW stabil

Die Strahlung in der Evakuierungszone um das Krisen-AKW Fukushima hat sich am Donnerstag deutlich erhöht. In Tokio liege sie aber unverändert unter einem nicht gesundheitsschädlichen Wert, teilte die Internationale Atomenergieorganisation IAEA in Wien mit. Die Lage im Katastrophen-AKW Fukushima hat sich nach Einschätzung der IAEA zunächst nicht weiter zugespitzt. Sie sei aber immer noch „sehr ernst“, sagte ein IAEA-Experte bei einer Pressekonferenz am Donnerstagnachmittag. In den Reaktoren 1 und 3 sind die Brennstäbe nach IAEA-Informationen nur halb mit Wasser bedeckt, im Reaktor 2 liegt das Wasserstand etwas über der Mitte der Brennstäbe.

17.16 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel kondoliert Japan

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich ins Kondolenzbuch der japanischen Botschaft eingetragen und den Opfern der Erdbebenkatastrophe ihre tiefe Anteilnahme versichert. Sie wünsche dem japanischen Volk Kraft, schrieb sie am Donnerstag im Beisein von Japans Botschafter Takahiro Shinyo in Berlin. Gleichzeitig sagte sie die Unterstützung durch die Bundesrepublik Deutschland zu. Der Text lautet im Wortlaut: „In stillem Gedenken an die Opfer des schweren Erdbebens und der schrecklichen Flutkatastrophe und mit allen guten Wünschen für die Kraft des japanischen Volkes und mit der Versicherung der Unterstützung durch die Bundesrepublik Deutschland, in Freundschaft Angela Merkel.“

Bundespräsident Christian Wulff hatte dem Botschafter bereits am Montag sein Beileid im Namen der deutschen Bevölkerung überbracht. Er rief gleichzeitig zu Spenden auf.

16.21 Uhr: Schüleraustausch von und nach Japan abgesagt

Nach Angaben des Japanisch-Deutschen Zentrums in Berlin sind zahlreiche Schüleraustauschprogramme von und nach Japan angesichts der Erdbeben- und Atomkatastrophe abgesagt worden. Betroffen seien unter anderem drei japanische Schülergruppen, die noch im März kommen sollten, wie Sprecher Michael Niemann am Donnerstag sagte. Darunter sei auch eine Klasse aus der vom Erdbeben betroffenen Stadt Sendai.

Aus Deutschland wurde die für April geplante Reise einer Schülergruppe des Thomas-Mann-Gymnasiums in Stutensee in Baden-Württemberg abgesagt. Auf unbestimmte Zeit verschoben wurde auch eine internationale Konferenz zum Rechtstransfer in Japan und Deutschland, die am 14. und 15. April in Tokio stattfinden sollte.

15.52 Uhr: Sarkozy will Japan besuchen

Der französische Präsident Nicolas Sarkozy möchte als „Geste der Solidarität Frankreichs und der Länder der G8 und der G20“ Japan besuchen. Voraussetzung sei das Einverständnis der japanischen Behörden, sagte Sarkozy am Donnerstag in Aix-en-Provence. Die Regierung in Tokio dürfe keineswegs in ihrer Krisenarbeit gestört werden. „Doch wenn sich die Gelegenheit ergibt, werde ich anlässlich meines Asienbesuchs Ende des Monats dorthin reisen“, sagte der Präsident.

14.57 Uhr: Lebensmittel aus Japan werden kontrolliert

Nach der Atomkatastrophe in Japan werden in Niedersachsen ab sofort Lebensmittel und Futterimporte aus dem fernöstlichen Land auf mögliche Strahlenbelastungen kontrolliert. Das Landwirtschaftsministerium hat die zuständigen Landkreise gebeten, Importeure von Waren aus Japan gezielt zu kontrollieren, sagte ein Sprecher am Donnerstag in Hannover. Sollten Waren aus dem betroffenen Gebiet gefunden werden, müssen Proben im Labor des Landesamtes für Verbraucherschutz (LAVES) untersucht werden.

14.30 Uhr Sparsame Tokioter verhindern Stromkollaps

Licht und TV aus: Mit individuellem Stromsparen haben Millionen von Haushalten im Großraum Tokio einen drohenden Kollaps bei der Energieversorgung abgewendet. Am Donnerstag sei es nur zu vorübergehenden Stromabschaltungen und nicht zum befürchteten totalen Blackout gekommen, teilte der Energieversorger Tepco nach Angaben der Agentur Kyodo mit. Der Verbrauch habe in Spitzenzeiten 33,3 Millionen Kilowatt bei einer Einspeisung von 33,5 Millionen Kilowatt betragen. Die Bürger in der 35-Millionen-Metropole waren zum Stromsparen aufgerufen worden, um den Verbrauchshöhepunkt am Abend zu überstehen.

14.06 Uhr Wasserwerfer beenden Einsatz in Fukushima

Fünf Spezialfahrzeuge des japanischen Militärs haben den Reaktor 3 des Katastrophen-AKW Fukushima mit rund 30 Tonnen Wasser bespritzt. Den Einsatz an der Reaktor-Ruine bewertete der Betreiber Tepco als Erfolg: Es sei Dampf aufgestiegen, folglich hätten die Wasserwerfer das Becken mit den Brennstäben getroffen, zitierte die Nachrichtenagentur Kyodo einen Tepco-Sprecher. Der Einsatz wurde kurz vor 21.00 Uhr (Ortszeit) zunächst beendet, wie der staatliche Fernsehsender NHK meldete. Der Einsatz soll am Freitag weitergehen.

13.16 Uhr: US-Drohne schießt Bilder von Katastrophen-Meiler

Die USA haben eine unbemannte Drohne zur Dokumentation der Schäden über das havarierte japanische Atomkraftwerk Fukushima Eins fliegen lassen. Die dabei gemachten Fotos seien der Regierung in Tokio übermittelt worden, berichtete der japanische Fernsehsender NHK am Donnerstag. In dem AKW sind durch Explosionen infolge des Erdbebens mehrere Meiler zum Teil schwer beschädigt. Der ferngesteuerte Flugkörper vom Typ Global Hawk sei bereits nach dem Erdbeben in Haiti 2010 eingesetzt worden, teilten die US-Luftstreitkräfte mit.

12.45 Uhr Nach Beben und Tsunami fast 15.000 Menschen tot oder vermisst

Nach übereinstimmenden Medienberichten ist die Zahl der Opfer der Erdbeben- und Tsunami-Katastrophe auf fast 15.000 gestiegen. Japanische Behörden teilten am Donnerstag mit, dass bisher 5321Todesopfer bestätigt seien. 9329 Menschen würden noch vermisst, hieß es weiter. Nach Medienangaben rechneten die japanische Verwaltung noch mit höheren Opferzahlen. Sechs Tage nach der Katastrophe gebe es kaum noch Chancen Überlebende unter den Trümmern zu finden.

12.22 Uhr: Russland fliegt Bürger aus Japan aus

Wegen der dramatischen Entwicklung im Atomkraftwerk Fukushima Eins hat Russland mehr als 50 seiner Staatsbürger aus Japan ausgeflogen. Die Gruppe sei in der Stadt Chabarowsk im Osten Russlands gelandet, teilte das Zivilschutzministerium am Donnerstag nach Angaben der Agentur Interfax mit. An diesem Freitag würden drei Transportmaschinen russische Hilfslieferungen nach Japan bringen und auf dem Rückweg weitere Staatsangehörige mitnehmen. Darunter seien Künstler des russischen Staatszirkus, die ihre Japan-Tournee abbrechen mussten, hieß es. Derzeit halten sich nach offiziellen Angaben mindestens noch 6000 russische Bürger in Japan auf.

12.07 Wasserwerfer beginnen Einsatz in Fukushima

Die im Katastrophen-AKW Fukushima eingesetzten Wasserwerfer haben mit ihrem Einsatz begonnen, wie der staatliche Fernsehsender NHK am Donnerstagabend (Ortszeit) berichtete. Die Fahrzeuge näherten sich den Reaktoren so weit wie möglich und spritzten Wasser in den überhitzten Reaktor 3. Verteidigungsminister Toshimi Kitazawa sagte, elf Löschflugzeuge des Militärs sollten über dem Reaktor eingesetzt werden. Außerdem seien weitere Wasserwerker auf dem Weg. Zuvor hatten Hubschrauber 30 Tonnen Wasser über dem Ort der Katastrophe ausgeschüttet, wo Brennstäbe teilweise freiliegen - die Strahlung hatte sich dadurch aber nicht verändert.

11.30 Uhr: Tokio droht vorerst keine Strahlenwolke

In der Katastrophenregion um das japanische Atomkraftwerk Fukushima Eins ist am Donnerstag (vormittags mitteleuropäischer Zeit) noch Schnee gefallen. Radioaktive Partikel könnten mit den Flocken auf den Erdboden gelangen, erläuterte der Deutsche Wetterdienst (DWD). Die Schneeschauer ließen aber nach, und der Westwind trage die radioaktive Belastung dann wieder komplett auf das offene Meer hinaus. An der Windrichtung in der Krisenregion ändert sich nach der Progose vorerst nichts. Die Millionen-Metropole Tokio bekommt nach dem Wetterbericht auch in den nächsten Tagen keine Strahlenwolken ab.

10.55 Uhr: Atombehörde rechnet mit 20 Verstrahlten

Im japanischen Atomkraftwerk Fukushima sind in den vergangenen Tagen nach Angaben der internationalen Atombehörde IAEO in Wien 23 Menschen verletzt worden. Mindestens 20 weitere Mitarbeiter wurden verstrahlt, hieß es in einer Mitteilung der IAEO vom Donnerstag. Einer von ihnen war demnach sehr starker Strahlung ausgesetzt. Medien hatten bereits von „dutzenden Verletzten“ in der schwer beschädigten Anlage gesprochen. Die IAEO bezieht sich mit ihren Angaben auf Mitteilungen der japanischen Regierung.

10.25 Uhr: Experte bezeichnet AKW-Einsatz als lebensgefährlich

Die letzten verbliebenen Arbeiter im Katastrophen-Atomkraftwerk Fukushima Eins sind nach Einschätzung des Präsidenten der Gesellschaft für Strahlenschutz „Todeskandidaten“. Die gewaltige radioaktive Strahlung sei für sie eine „Katastrophe“, die sie wohl früher sterben lasse, sagte Sebastian Pflugbeil am Donnerstag. Zugleich kritisierte er: „Wenn es nötig ist, dass Leute gezielt in den Tod gehen, um die Bevölkerung vor schlimmen Schäden zu bewahren, dann ist das eine schlechte Technologie.“

10.19 Uhr: Frankreich bietet medizinische Hilfe für Strahlenopfer an

Frankreich hat angeboten, radioaktiv verstrahlte Menschen aus Japan zur medizinischen Behandlung aufzunehmen. Spezialisierte Krankenhäuser stünden zur Verfügung, sagte der französische Innenminister Claude Guéant am Donnerstag dem Rundfunksender „Europe 1“. Als Beispiel nannte er das Militärkrankenhaus Percy bei Paris. „Die Krankenhäuser sind entsprechend angewiesen worden“, sagte er. Auch die aus Japan zurückgekehrten Franzosen würden medizinisch untersucht. „Das ist ja selbstverständlich.“

9.50 Uhr: Großbritannien fliegt Briten aus Japan aus

Die britische Regierung bietet vom Erdbeben in Japan betroffenen Briten kostenlose Flüge Richtung Heimat an. Auch für nicht direkt betroffene Bürger stünden gegen Gebühr Sitzplätze bereit, um möglichst schnell außer Landes kommen zu können, teilte das Außenministerium am Donnerstag in London mit. Die Behörde wies britische Staatsbürger, die derzeit in Tokio oder nördlich davon sind, an, die Region möglichst zu verlassen. Die gecharterten Flüge gehen zunächst von Tokio nach Hongkong. Von dort gebe es mehr kommerzielle Angebote, nach Großbritannien zurückzufliegen, hieß es.

9.20 Uhr: Sorge vor Stromausfall in Tokio

In der japanischen Hauptstadt Tokio wächst die Sorge vor einem Zusammenbruch der Stromversorgung. Die Regierung bat die Bahngesellschaften am Donnerstag, ihren Betrieb einzuschränken. Das meldete die Nachrichtenagentur Kyodo. Zuvor hatten japanische Politiker gewarnt, dass der Stromverbrauch die Einspeisung deutlich überschreiten könnte. Der Stromausfall könnte die Hauptstadt sowie den Großraum Tokio treffen. In der Metropole leben schätzungsweise 35 Millionen Menschen. Nach dem schweren Erdbeben am vergangenen Freitag waren mehrere Atomreaktoren in den betroffenen Regionen vom Netz genommen worden.

9.10 Uhr: Auch Seoul fordert Landsleute auf: Fukushima verlassen

Nach den USA hat auch Südkorea seine Landsleute in Japan aufgefordert, zum havarierten Atomkraftwerk Fukushima einen Mindestabstand von 80 Kilometern zu halten. Das berichtete die japanische Nachrichtenagentur Kyodo am Donnerstag. Nach Angaben des britischen Senders BBC gab auch die kanadische Botschaft eine entsprechende Warnung heraus. Grund ist die radioaktive Strahlung, die von dem Meiler ausgeht sowie die Sorge vor einem Super-GAU.

Die japanische Regierung hatte die Menschen aufgefordert, in der Präfektur Fukushima das Gebiet um das Katastrophen-AKW im Radius von 20 Kilometern zu verlassen. In der erweiterten Zone von bis zu 30 Kilometern Abstand sollten die Leute in den Häusern bleiben und Fenster und Türen geschlossen lassen.

8.50 Uhr: AKW-Betreiber stoppt Bauarbeiten an weiterem Meiler

Der Betreiber des Katastrophen-Atomkraftwerks in Japan stoppt den Bau an einem weiteren Meiler. Tepco werde am AKW Higashidori in der Präfektur Aomori vorerst nicht weiterbauen, meldete die japanische Nachrichtenagentur Kyodo am Donnerstag. Ein erster Reaktor war vor Jahren fertiggestellt und in Betrieb genommen worden.

8.45 Uhr: Lage in Japan relativ ruhig - Kühlmanöver geht weiter

Am Katastrophen-Kraftwerk von Fukushima konzentriert sich die Hoffnung auf den Wasserabwurf aus der Luft und eine Notstromleitung. Armee-Hubschrauber schütteten Tonnen von Wasser auf den Reaktor 3, wie der Fernsehsender NHK am Donnerstag zeigte. Zusätzlich gingen Wasserwerfer in Stellung. Sie sollen durch die teilweise eingestürzten Kraftwerksmauern spritzen und so die Reaktor-Druckbehälter kühlen.

6.35 Uhr: Zahl der bestätigten Opfer in Japan bei 5198

Die Zahl der offiziell registrierten Todesopfer nach der Naturkatastrophe in Japan steigt weiter. Binnen weniger Stunden korrigierte die Polizei ihre Angaben noch einmal deutlich nach oben und nannte 5198 Tote, wie der japanische Fernsehsender NHK am Donnerstagmittag (Ortszeit) berichtete. Am Morgen hatte die Zahl der bestätigten Opfer noch bei knapp 4400 gelegen.

Mindestens 9000 Menschen gelten zudem noch als vermisst, wie der Sender weiter meldete. Stündlich schwinden die Chancen, in den vom Beben und den Riesenwellen verwüsteten Gebieten noch Menschen lebend zu retten. Mit den tausenden Toten erlebt Japan die größte nationale Katastrophe seit dem Zweiten Weltkrieg, als zwei Atombomben das Land trafen.

6.30 Uhr: Hubschrauber-Besatzung nach Einsatz dekontaminiert

Die Hubschrauber-Besatzung wird nach dem Manöver über dem havariertem Atomkraftwerk Fukushima Eins dekontaminiert. Das sagte General Ryoichi Oriki dem Sender NHK. Von dem Meiler geht seit Tagen erhöhte radioaktive Strahlung aus. Oriki glaubt nicht, dass der Einsatz Gesundheitsprobleme auslösen werde. Über weitere Flüge sei noch nicht entschieden. Die Hubschrauber lassen Wasser über den Reaktoren ab, um die Brennelemente darin zu kühlen.

6.10 Uhr: BBC: Freiwillige wollen in Fukushima helfen

Freiwillige wollen die Arbeiter im havarierten Atomkraftwerk Fukushima Eins unterstützen. Darunter sind Angestellte des AKW-Betreibers Tepco sowie anderer Firmen, wie der britische Sender BBC am Donnerstag berichtete. Sie wollten die eskalierende Lage unter Kontrolle bringen. Unter Berufung auf die Agentur Jiji Press meldete BBC weiter, dass einer der Freiwilligen ein 59 Jahre alter Mann sei, der bereits vier Jahrzehnte in Atomkraftwerken gearbeitet habe und eigentlich in sechs Monaten in Ruhestand wollte.

6.00 Uhr: Radioaktive Strahlung nach Kühlmanöver unverändert

Der Einsatz der Lösch-Hubschrauber hat die Intensität der radioaktiven Strahlung am havarierten Atomkraftwerk Fukushima Eins nicht verändert. Die Dosis sei gleichgeblieben, berichtete die Nachrichtenagentur Kyodo unter Berufung auf den AKW-Betreiber Tepco. Der Fernsehsender NHK berichtete ebenfalls von unveränderten Werten. Ob das in vier Ladungen abgelassene Wasser zumindest die Temperatur in den Unglücks-Reaktoren abgesenkt hat, war zunächst nicht bekannt.

5.05 Uhr: Dach von Reaktor 4 zerstört

Das Dach von Reaktor 4 des Unglücks-Atomkraftwerks Fukushima Eins ist bis auf den Rahmen zerstört. Das berichtete die japanische Nachrichtenagentur Kyodo am Donnerstag mit Verweis auf den AKW-Betreiber Tepco. Bislang hatte es geheißen, dass das nur teilweise beschädigte Dach einen Kühleinsatz per Hubschrauber erschwere. Deshalb gingen elf Wasserwerfer der Polizei in Stellung.

5.00 Uhr: Nächster Hubschrauber-Einsatz wird vorbereitet

Die Armee bereitet ihre Hubschrauber für ein weiteres Kühlmanöver über dem havarierten Atomkraftwerk Fukushima Eins vor. Das berichtete die Nachrichtenagentur Kyodo unter Berufung Verteidigungsminister Toshimi Kitazawa am Donnerstag. Der erste Einsatz war am Morgen nach gut einer halben Stunde beendet worden. Dabei hatten die beiden Helikopter des Typs CH-47 Chinook viermal jeweils Tonnen von Wasser auf Reaktor 3 abgeworfen, um die Brennstäbe abzukühlen.

4.45 Uhr: Hubschrauber-Einsatz jetzt über Reaktor 3

Weil im Abklingbecken von Reaktor 4 aus der Luft doch noch Wasser zu sehen gewesen sei, hätten die Löschhubschrauber ihren Einsatz am Reaktor 3 begonnen, berichtete der Tepco-Sprecher weiter. Dort sei die Lage dringender gewesen. Außerdem ist das Dach von Block 3 viel stärker beschädigt als das von Block 4 - so erscheint das Abwerfen von Wasser über Reaktor 3 erfolgversprechender. Den Plänen zufolge soll bei Reaktor 4 vor allem der gezielte Einsatz von Wasserwerfern zum Erfolg führen. Die Wasserkanonen stehen bereits bereit und sollen gezielt durch die Löcher im Dach Wasser zum Kühlen hineinspritzen. Wann ihr Einsatz beginnt, ist allerdings zurzeit noch unklar.

4.30 Uhr: Noch Wasser im Abklingbecken

Das Abklingbecken für die abgebrannten Brennelemente in Reaktor 4 ist nach Angaben des AKW-Betreibers Tepco nicht leer. Bei einem Flug zur Messung der Strahlung am Mittwoch sei Wasser in dem Becken zu sehen gewesen, sagte ein Tepco-Sprecher während einer vom TV-Sender NHK übertragenen Pressekonferenz am Donnerstag. Der genaue Pegelstand sei zwar nicht sichtbar gewesen, aber definitiv sei noch Wasser in dem Becken. Die US-Atomregulierungsbehörde NRC hatte zuvor berichtet, sie gehe davon aus, dass die Brennelemente komplett frei lägen und überhaupt kein Kühlwasser mehr vorhanden sei.

4.15 Uhr: Strahlung beträgt 4,13 Millisievert pro Stunde

Die jüngst gemessene radioaktive Strahlung am havarierten Atomkraftwerk Fukushima beträgt nach Angaben des japanischen Verteidigungsministers Toshimi Kitazawa 4,13 Millisievert pro Stunde. In Deutschland liegt der Grenzwert für zusätzliche radioaktive Strahlung bei 1 Millisievert pro Jahr. Damit sind Menschen rund um das japanische Unglücks-AKW bereits nach einer Stunde gut vier Mal so viel Strahlung ausgesetzt, wie verteilt über die Spanne eines ganzen Jahres in Deutschland als gerade noch verträglich gelten würde.

3.50 Uhr: Pumpen für neues Kühlsystem unterwegs

Leistungsstarke Pumpen der US-Streitkräfte sind auf dem Weg zum havarierten Atomkraftwerk Fukushima Eins, berichtete der japanische Verteidigungsminister Toshimi Kitazawa am Donnerstag in einer vom TV-Sender NHK übertragenen Pressekonferenz. An den Reaktoren soll ein neues Kühlsystem installiert werden. Dafür wird derzeit eine Stromversorgung gelegt, die nach Angaben der Nachrichtenagentur Kyodo bereits am Donnerstagabend (Ortszeit) in Teilen laufen könnte. Die Pumpen sollen Meerwasser in die überhitzten Anlagen spülen.

3.50 Uhr: Evakuierungszone von 20 Kilometern ausreichend

Die Evakuierungszone von 20 Kilometern um das Atomkraftwerk Fukushima Eins sei ausreichend, betonte Regierungssprecher Yukio Edano am Donnerstag. Die radioaktive Strahlung im Umkreis sei gemessen und der Radius entsprechend festgesetzt worden. Die US-Regierung hatte allen Amerikanern vor Ort nahegelegt, das Gebiet im Umkreis von 80 Kilometern um die Anlage zu verlassen. Edano nannte das „einen konservativeren Ansatz“.

3.40 Uhr: USA und Japan vereinbaren Zusammenarbeit

US-Präsident Barack Obama und Japans Premierminister Naoto Kan haben im Kampf gegen die atomare Gefahr am Unglücks-AWK eine „enge Zusammenarbeit“ vereinbart, berichtete Regierungssprecher Yukio Edano am Donnerstag in einer vom TV-Sender NHK übertragenen Pressekonferenz. Die beiden Politiker hätten telefoniert und Obama habe Unterstützung zugesagt. Am Mittwoch hatte Japans Regierung bereits mitgeteilt, dass die US-Armee möglicherweise um Hilfe gebeten werden könnte.

3.10 Uhr: Lage in japanischen Notlagern verschärft sich

Die Situation der Flüchtlinge in Japan verschärft sich. In der Präfektur Fukushima verlassen immer mehr Menschen ihre Häuser und bringen sich in Sicherheit. Wie der Fernsehsender NHK am Donnerstag berichtete, flohen weitere 28.000 Menschen vor der Gefahr radioaktiver Verstrahlung. Weiter im Nordosten kämpfen die Menschen unterdessen gegen bittere Kälte. Benzin und Nahrungsmittel werden immer knapper.

2.02 Uhr: Armee-Hubschrauber wirft Wasser auf Unglücks-Reaktor ab

Zwei Hubschrauber der japanischen Armee haben am Donnerstagmorgen damit begonnen, Wasser über dem gefährdeten Reaktor 3 des Atomkraftwerks Fukushima abzuwerfen. Der TV-Sender NHK zeigte gegen 9.50 Uhr Ortszeit Live-Bilder von einem Hubschrauber, der Wasser auf den Block 3 abließ. Es war ein großer Wasserschwall zu sehen, der sich auf das Gebäude ergoss.

1.11 Uhr: Zahl der bestätigten Opfer in Japan bei 4377

Die Zahl der offiziell registrierten Todesopfer nach der Naturkatastrophe in Japan steigt ebenso wie die Zahl der Vermissten weiter. Insgesamt 4377 Tote hat die Polizei inzwischen verzeichnet, wie der japanische Fernsehsender NHK am Mittwochmorgen (Ortszeit) berichtete. Zusammen mit den Vermissten ergebe sich inzwischen sogar die Zahl von 13.400 Opfern. Stündlich schwinden die Chancen, in den vom Beben und den Riesenwellen verwüsteten Gebieten noch Menschen lebend zu retten. Mit den tausenden Toten erlebt Japan die größte nationale Katastrophe seit dem Zweiten Weltkrieg, als zwei Atombomben das Land trafen.

0.10 Uhr: Techniker wollen Stromleitung reparieren

Japan zwischen Hoffen und Bangen: Techniker des havarierten japanischen Atomkraftwerks Fukushima wollen am Donnerstagmorgen (Ortszeit) versuchen, die defekte Stromversorgung wiederherzustellen. Sicherheitskräfte planen zudem einen Wasserwerfereinsatz, um die Brennstäbe zu kühlen. Internationale Fachleute beurteilen die Lage aber äußerst kritisch: Laut der US-Atomregulierungsbehörde NRC liegen die Brennstäbe in Reaktor 4 wahrscheinlich komplett frei. Nach Einschätzung französischer Atomexperten droht spätestens an diesem Freitag eine nukleare Verseuchung größeren Ausmaßes.

dpa