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Panorama Jahrhundertbeben in Japan schockt die Welt
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13:22 25.03.2011
In Japan werden mehr als 1000 Tote befürchtet.
In Japan werden mehr als 1000 Tote befürchtet. Quelle: dpa
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In vielen Ländern der Welt brachten sich Menschen aus Angst vor dem Tsunami in Sicherheit. Der Alarm betraf fast die gesamte Pazifikregion.

Das Ausmaß der Katastrophe in Japan wurde nach und nach sichtbar: Die Zahl der Toten steige wahrscheinlich über 1000, meldete die Nachrichtenagentur Kyodo in der Nacht zu Sonnabend. Allein in der nordöstlichen Hafenstadt Sendai wurden 200 bis 300 Leichen gezählt. Immer wieder erschütterten Dutzende Nachbeben das Land.

Das Desaster nahm am Freitag gegen 14.45 Uhr Ortszeit (6.45 Uhr MEZ) seinen Lauf, als der Boden gewaltig bebte. Das Zentrum der Erschütterung lag 24,4 Kilometer unter dem Meeresboden, 130 Kilometer östlich der Stadt Sendai und knapp 400 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt Tokio. An der Ostküste der japanischen Hauptinsel Honshu fielen Gebäude wie Kartenhäuser zusammen, eine Wasserwand riss Autos, Häuser und Menschen mit, Fabriken explodierten. Ein Passagierzug wurde an der Küste vermisst, berichtete die Nachrichtenagentur Kyodo.

In der Stadt Kesennuma in Miyagi brachen weitflächige Brände aus. Hubschrauber des Militärs sichteten am späten Abend Feuer in weiten Teilen der Stadt, die nahe am Epizentrum liegt. In Sendai und Umgebung – der besonders betroffenen Region in der Präfektur Miyagi – überflutete eine zehn Meter hohe Welle sämtliche Küstengebiete, den Hafen ebenso wie zahlreiche Fischerdörfer. Lastwagen, Gebäude und Menschen wurden von dem Tsunami mitgerissen. Ein Schiff mit rund 100 Menschen an Bord wurde fortgespült.

In Tokio waren die Telefonnetze stundenlang überlastet, Menschen konnten ihre Angehörigen nicht erreichen. Mehr als vier Millionen Haushalte waren ohne Strom. Die U-Bahn wurde vorübergehend geschlossen, genauso wie Flughäfen in der Region. Der Zugverkehr im Nordosten Japans wurde zu großen Teilen eingestellt. Auf den Straßen bildeten sich lange Staus, an den Bahnhöfen strandeten massenweise Pendler.

Bundespräsident Christian Wulff sprach Japans Kaiser Akihito sein Beileid aus. Bundeskanzlerin Angela Merkel, die EU und US-Präsident Barack Obama boten Japan rasche Hilfe an. Japan bat die USA um Einsatz der im Land stationierten US-Streitkräfte. Im Nordosten Japans lebten etwa 100 Bundesbürger, sagte Bundesaußenminister Guido Westerwelle. Hinweise auf deutsche Opfer gebe es bisher nicht.

Rund um den Pazifik wurden in etwa 50 Ländern zeitweise Tsunami-Warnungen ausgelöst. Das Pazifische Tsunami-Zentrum in Los Angeles warnte die Bewohner der gesamten Pazifikküste von Alaska bis Chile vor einer drohenden Flutwelle. Auf Taiwan und den Philippinen blieb der befürchtete Tsunami aber aus. Auch für Indonesien und Russland war Tsunami-Alarm ausgerufen worden. An der US-Westküste gab es zunächst keine größeren Schäden.

Das Beben löste auch an den Börsen Schockwellen aus. Japan ist die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt. Die Auswirkungen der Katastrophe waren von New York bis Frankfurt zu spüren.

Bernhard Bartsch und Lars Nicolaysen

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