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Panorama Jäger erschießt geschützten Wolf
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20:12 09.06.2009
Von Mathias Klein
Wölfe sind streng geschützt. Quelle: MichaelUrban/ddp

Im Verlauf der Jagd hatte der 48 Jahre alte Jäger auf das streng geschützte Tier gezielt und den Wolfsrüden erschossen.

Der Wolf lebt mit einer Wölfin seit einem Jahr auf dem Truppenübungsplatz in Altengrabow. Naturschützer vermuten, dass das Paar Mitte Mai Welpen zur Welt gebracht hat. „Die Wölfin säugt die Jungen, und der Wolfsrüde versorgt sie normalerweise“, sagte der Wildtierexperte des niedersächsischen Umweltministeriums, Bernd Hoffmann. „Die Wölfin kommt in große Nöte, wenn der Versorger erschossen wird.“ In der Regel bekommen Wölfe vier bis sechs Welpen. Für die kleine Wolfsfamilie wird die Situation dadurch verschärft, dass es der erste Wurf des Wolfspaars war. Normalerweise helfen ältere Geschwister bei der Aufzucht der Welpen mit.

Die Umweltministerin von Sachsen-Anhalt, Petra Wernicke sagte, der Umgang mit streng geschützten Arten sei jagdliches Grundwissen. „Dies zu ignorieren, ist unentschuldbar.“ Auch der Landesjagdverband verurteilte den Abschuss. Der Glaubwürdigkeit der Jäger sei durch den Schützen schwerer Schaden zugefügt worden. Der Landesjagdverband sieht die Zuwanderung von Wölfen als einen Aspekt der biologischen Vielfalt und nicht als Gefährdung der Jagdreviere, sagte ein Sprecher. Der Jäger soll aus dem Verband ausgeschlossen werden.

Dem 48-jährigen Mann droht eine drastische Strafe, weil Wölfe nach dem europäischen und deutschem Naturschutzrecht streng geschützt sind. Sollte der Jäger das Tier vorsätzlich getötet haben, erwartet ihn eine Gefängnisstrafe von bis zu fünf Jahren. Bei fahrlässiger Tötung sieht das Gesetz noch eine Freiheitstrafe von bis zu sechs Monaten vor. Außerdem kann die vorsätzliche oder fahrlässige Tötung eines Wolfes mit einer Geldbuße von bis zu 50 000 Euro geahndet werden.

Der Mann hat inzwischen seinen Jagdschein abgegeben. Nach Informationen dieser Zeitung hat er in ersten Vernehmungen bei der Polizei angegeben, er habe den Wolf für einen großen Hund gehalten.

Nach Angaben von Wolfsexperten sind bundesweit seit dem Jahr 2000 mindestens sechs Wölfe erschossen worden, darunter zwei Wölfe in Niedersachsen. Die meisten Wölfe in Deutschland leben in der Lausitz, einer Region an der Grenze zu Polen im südlichen Brandenburg und östlichen Sachsen. Dort werden fünf Rudel mit insgesamt bis zu 50 Tieren vermutet. In Niedersachsen war im Mai 2007 erstmals ein hier heimisch gewordener Wolf zweifelsfrei identifiziert worden. Das Tier hält sich offenbar noch immer in der Südheide auf.

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