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Panorama Innenminister verbietet Hells Angels in Kiel
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09:32 31.01.2012
Foto: Schleswig-Holsteins Innenminister hat die "Hells Angels" in Kiel verboten.
Schleswig-Holsteins Innenminister hat die "Hells Angels" in Kiel verboten. Quelle: dpa
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Kiel

Schleswig-Holsteins Innenminister Klaus Schlie (CDU) hat die "Hells Angels" in Kiel verboten. Am frühen Morgen startete die Polizei mit 300 Beamten Durchsuchungen von Wohnungen von Funktionsträgern des Vereins sowie des "Hells Angels"-Treffpunktes "Sansibar" im Kieler Rotlichtbezirk in der Nähe der Förde. Die Verbotsverfügungen seien den 25 überwiegend in Kiel wohnenden Vereinsmitgliedern am Morgen zugestellt worden, teilte das Innenministerium mit. "Das ist ein ganz wesentlicher Schlag gegen die Rockerkriminalität in Schleswig-Holstein", sagte der Sprecher des Landeskriminalamtes, Stefan Jung, der Nachrichtenagentur dpa.

Der Verein "Hells Angels" in Kiel verfolge das Ziel, Gebiets- und Machtansprüche auf dem kriminellen Sektor gegenüber verfeindeten Rocker-Organisationen wie den "Bandidos" und den "Mongols" durchzusetzen, begründete Innenminister Schlie das Verbot. Auf das Konto des Vereins gingen Gewalttaten, unerlaubter Waffenbesitz, Straftaten im Zusammenhang mit der Prostitution und dem Betäubungsmittelgesetz.

Nach dem Verbot der "Hells Angels" Flensburg und der "Bandidos" Neumünster im April 2010 ist dies das dritte Vereinsverbot im Kampf gegen Rockerkriminalität. "Die Zeit für ein weiteres Verbot war reif", sagte Schlie. Das Verbot der "Hells Angels" Kiel gehöre zu der Null-Toleranz-Strategie gegen das kriminelle Rockermilieu. Der Rechtsstaat dulde keine kriminellen Parallelgesellschaften. Nunmehr gibt es laut LKA im Norden noch Clubs der "Hells Angels" in Lübeck und in Norderstedt sowie der "Bandidos" in Bad Segeberg.

Rund 300 Polizeibeamte, darunter das Spezialeinsatzkommando (SEK), rückten am frühen Morgen aus, um sieben Wohnungen von Funktionsträgern sowie den Treffpunkt der "Hells Angels" in Kiel, eine Gaststätte in der Nähe des Hafens, zu durchsuchen. Die Aktion diene der Feststellung und Beschlagnahme des Vereinsvermögens, hieß es.

In den vergangenen Jahren hatten blutige Auseinandersetzungen verfeindeter Rockergruppierungen immer wieder für Schlagzeilen gesorgt. Vor allem die Revierkämpfe zwischen "Hells Angels" und "Bandidos" hatten die Behörden auf den Plan gerufen.

dpa

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