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Panorama In Cornwall werden Legosteine angeschwemmt
Mehr Welt Panorama In Cornwall werden Legosteine angeschwemmt
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10:23 23.07.2014
In St. Ives und Newquay finden Urlauber und Einheimische am Strand nicht nur Muscheln, sondern ab und zu auch mal Legosteine und -figuren, wie diesen Drachen. Quelle: Twitter
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St. Ives

Cornwall, diese karge Halbinsel im äußersten Südwesten Englands, steckt voller Geheimnisse. Auf Burg Tintagel hat der Legende nach König Artus das Licht der Welt erblickt, in den finsteren Tiefen der Zinnminen entlang der Steilküste soll es spuken. Das schönste Geheimnis aber entdecken die Badegäste an den Sandstränden zwischen St. Ives und Newquay: angeschwemmte Legosteine in unzähligen Farben und Formen.

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Der Grund für die Schwemme der Kunststoffteilchen liegt 20 Meilen vor Lands End: Dort kenterte am 13. Februar 1997 das Containerschiff „Tokio Express“, getroffen von einer Megawelle, wie sie nach Meinung der Einheimischen nur alle 100 Jahre anrollt. 61 Container sanken auf den Meeresgrund. An Bord, so berichtet die BBC, waren unter anderem mehr als
4,8 Millionen Legosteinchen, bestimmt für den Verkauf in den USA. Darunter 418 .000 Delfine, 97 .500 Mini-Tauchermasken und 4200 schwarze Kraken. Und seit 17 Jahren findet die Natur einen Weg, das Spielzeug Stück für Stück an Land zu bringen. Die meisten Steinchen sind an den Stränden im Süden Cornwalls zu finden, ein besonders aktiver Lego-Krake soll es sogar bis an die Küste Devons geschafft haben, rund 200 Kilometer vom Unglücksort entfernt. Die Spur der Steine zieht sich bis in den Ärmelkanal.

Die Einheimische Tracey Williams berichtete der BBC, wie ansteckend so ein Lego-Fund sei: Nur drei der 4200 Oktopusse aus den Containern seien bislang aufgetaucht – einen von ihnen entdeckte sie in einer Höhle in Challaborough. Nun suchten auch ihre Nachbarn fieberhaft nach den Miniaturen. Offenbar ist es nur eine Frage der Zeit, bis die Lego-Sucher die Nordseeküste erobern. Rein rechnerisch sind noch 4197 kleine Kraken im Wasser – also Augen auf beim nächsten Strandspaziergang.

Von Harald John

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