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Panorama Gibt es in Braunschweig einen türkischen Spitzel?
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00:15 06.02.2017
Symbolbild Quelle: dpa
Hannover

Der Verdacht hat schon zu schwerwiegenden politischen Entwicklungen in Hannover geführt. In einem Brief an den Ditib-Landesvorsitzenden Yilmaz Kilic hat Ministerpräsident Stephan Weil Klarstellungen von dem türkisch-deutschen Moscheeverband gefordert, mit dem die rot-grüne Landesregierung bis vor kurzem noch einen Rahmenvertrag über eine vertiefte Zusammenarbeit abschließen wollte.

Weil hat plötzlich "erhebliche Zweifel an der Staatsferne von Ditib" Niedersachsen, wie er schreibt. Ihn irritiert erheblich, dass der Ditib-Vorstand am vergangenen Sonnabend um einen Angestellten der türkischen Religionsbehörde Diyanet erweitert worden ist - um einen Imam aus Osnabrück, der seine theologische Ausbildung in der Türkei erfahren hat. "Die Landesregierung könnte nicht akzeptieren, wenn nun auch die Vorstandsstrukturen von Ditib Niedersachsen aus der Türkei kontrolliert werden sollten", schreibt Weil an den niedersächsischen Ditib-Chef.

Verdacht in Braunschweig sei bekannt

Kilic weiß von dem Verdacht in Braunschweig - und ist höchst erstaunt und verärgert. Er habe den zuständigen türkischen Religionsattachee dreimal gefragt, ob es auch in Niedersachsen Ditib-Imame wie in Nordrhein-Westfalen gebe, die Gläubige ausspioniert haben sollen. "Er hat mir dreimal mit Nein geantwortet", sagte Kilic am Freitag der HAZ. "So etwas kann und darf es in Niedersachsen nicht geben. Sollte der Verdacht zutreffen, muss der Imam sofort gehen", sagte der Ditib-Vorsitzende.

In Niedersachsen sind etwa 90 Imame für die Ditib tätig, sie werden von der türkischen Religionsbehörde Diyanet bezahlt. Über die Tatsache, dass ein von der Türkei bezahlter Imam auch im niedersächsischen Landesvorstand sitzt, ist Kilic nicht glücklich. Er habe stets auf die Unabhängigkeit seines Landesverbandes gedrungen, doch der Imam sei ihm vom Bundesverband auf die Vorstandsliste gesetzt worden. "Ich habe nichts gegen den Mann an sich, aber war und bin aus strukturellen Gründen dagegen", sagte Kilic. Seit Montag diskutierten die niedersächsischen Ditib-Gemeinden darüber, wie sie dieses Problem nun klären könnten.

Ein Strafverfahren ist nach Auskunft der Braunschweiger Polizei jedoch nicht eingeleitet worden. "Wir wissen nur von einem Anfangsverdachtt, aber hier aber nichts vorliegen", erklärte ein Polizeisprecher.

Von Michael B. Berger

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