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Panorama Imam in Uganda heiratet versehentlich Mann - und wird verspottet
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11:36 17.01.2020
Der Imam heiratete offenbar versehentlich einen Mann. (Symbolbild)
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Kampala

Die Hochzeit eines muslimischen Geistlichen mit einem Mann sorgt in Uganda für gesellschaftliche Debatten über sexuelle Minderheiten und Intoleranz. Der Fall zeige, "wie homophob das Land ist", kritisierte der Menschenrechtsaktivist Frank Mugisha am Donnerstag, der die Gruppe Sexual Minorities Uganda leitet. Der Imam wurde in der Zwischenzeit von seinen religiösen Verpflichtungen entbunden, seinem mutmaßlichen Partner wurde ein "unnatürliches" Vergehen vorgeworfen.

Der Imam wusste eigenen Angaben nach nicht, dass er einen Mann bei der Zeremonie heiratete, die vor Wochen im Bezirk Kayunga stattfand. In den sozialen Netzwerken haben etliche Ugander den Imam als mutmaßlichen Homosexuellen verspottet, der nicht ehrlich sei. "Der Imam könnte richtig liegen, wenn er sagt, dass er nichts wusste", mahnte Aktivist Mugisha. "Ugander sollten die Privatsphäre anderer respektieren. Sie sind nicht notwendigerweise homosexuell."

Homosexualität in Uganda unter Strafe

In Uganda steht Homosexualität unter Strafe. In den vergangenen Jahren ist versucht worden, härter gegen Homosexuelle durchzugreifen, etwa mit der Todesstrafe durch Erhängen. Viele Ugander glauben, gleichgeschlechtliche Liebe sei ein Importprodukt aus dem Westen.

Der Nachrichtenagentur AP war es nicht möglich, den Imam oder dessen mutmaßlichen Partner zu erreichen, der in den Tagen nach der Hochzeit wegen des mutmaßlichen Diebstahls eines Fernsehgeräts festgenommen wurde. Der Verdächtige sei nach der Untersuchung durch eine Polizistin als männlich identifiziert worden, meldete die Zeitung "Daily Monitor" zu dem Vorfall. Im gleichen Artikel sagte ein Geistlicher an der Moschee des Imams, dieser habe seelsorgerischen Rat gebraucht, als seine Braut "sich weigerte, sich beim Schlafen auszuziehen".

In 32 afrikanischen Nationen ist Homosexualität verboten

Ein 2014 in Kraft getretenes verschärftes Gesetz gegen Homosexualität wurde später von Richtern kassiert, nachdem der internationale Druck gestiegen war und Uganda ein Kürzen von Hilfsleistungen angedroht wurde. Als Präsident Yoweri Museveni das Gesetz wirksam machte, warf er "arroganten und rücksichtslosen westlichen Gruppen" vor, Ugandas Kinder angeblich für Homosexualität rekrutieren zu wollen. Er nannte dabei keine Gruppen namentlich.

In 32 afrikanischen Nationen steht Homosexualität nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch unter Strafe, das Strafmaß ist dabei unterschiedlich. In vielen Fällen sind die Gesetze Überbleibsel aus der Kolonialzeit.

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RND/AP

Der Artikel "Imam in Uganda heiratet versehentlich Mann - und wird verspottet" stammt von unserem Partner, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland.

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