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Panorama Illegale Kontrolle: Betrunkene Polizeischüler schikanieren Jugendliche
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21:43 22.03.2019
„Fehlende charakterliche Eignung“: Die Schüler der Landespolizeischule Eutin müssen nun mit Konsequenzen rechnen. Quelle: Frank Peter
Eutin

Die Staatsanwaltschaft Lübeck ermittelt wegen Körperverletzung gegen drei junge Polizeischüler aus Eutin. Nach Informationen der „Kieler Nachrichten“ hatten sich die 20, 21 und 24 Jahre alten Männer als Polizisten ausgegeben und offenbar grundlos drei Jugendliche in Malente (Kreis Ostholstein) schikaniert. Die Verdächtigen waren zur Tatzeit erheblich alkoholisiert. Dienstrechtliche Konsequenzen hatte der Vorfall bislang nicht: Alle drei Polizeikommissarsanwärter befinden sich weiterhin im dritten Ausbildungsjahr.

Der Vorfall ereignete sich bereits im Juli vergangenen Jahres und kam erst jetzt durch Mitschüler an die Öffentlichkeit. Sie nehmen Anstoß an dem „skandalösen“ Verhalten ihrer Kommilitonen, attestieren diesen „fehlende charakterliche Eignung“ und beklagen „Machtmissbrauch“. Die drei Polizeischüler sollen in der Nacht zum 24. Juli in Malente Jugendliche gestoppt und sich als Polizisten ausgegeben haben. Die zur Tatzeit 17-jährigen Opfer mussten ihre Ausweise vorzeigen, alle drei Geschädigten sollten von den angetrunkenen Männern durchsucht werden.

Als sich die Geschädigten zur Wehr setzten, soll es eine Rangelei gegeben haben, bei der ein Jugendlicher unsanft zu Boden gebracht und gefilzt wurde. Einer der Polizeischüler habe anschließend mit seinem Handy ein Foto von dem Personalausweis des auf dem Bauch liegenden Opfers gemacht. Der zweite Jugendliche sei geschubst und anschließend abgetastet worden, der dritte soll mit einem Griff in den Nacken festgehalten worden sein.

Atemalkoholtests ergaben Werte zwischen 1,85 und 2,30 Promille

Nach der illegalen Kontrollaktion habe man die 17-Jährigen gehen lassen. Die Opfer alarmierten die Polizei. Eutiner Beamte stoppten wenig später das Trio in der Bahnhofstraße.

Laut Polizeibericht sollen die Männer zunächst beteuert haben, nichts angestellt zu haben. Erst im weiteren Verlauf hätten sie sich als Polizeischüler zu erkennen gegeben und gaben an, dass die Jugendlichen gekifft hätten und man sie auf Drogen habe kontrollieren wollte. Den Angaben zufolge haben die Polizeianwärter ihr Vorgehen als „völlig legitim“ angesehen. Ein angehender Kripo-Beamter sei durch seine „patzige Art“ gegenüber den Streifenbeamten aufgefallen, habe einen „recht ungehaltenen und arroganten Eindruck“ gemacht. Atemalkoholtests ergaben Werte zwischen 1,85 und 2,30 Promille.

Nach Informationen der „Kieler Nachrichten“ will die Polizeidirektion für Aus- und Fortbildung ein Disziplinarverfahren gegen die Polizeischüler einleiten, sobald die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft abgeschlossen sind.

Von Bastian Modrow/RND

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