Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Panorama Horrorfahrt durch die Flammenhölle
Mehr Welt Panorama Horrorfahrt durch die Flammenhölle
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:13 09.01.2013
Videoaufnahmen zeigen Feuerwehrleute inmitten der Flammenhölle. Quelle: Reuters/Screenshot
Sydney

Noch immer gibt es keine Entspannung im Südosten Australiens: Die akute Buschbrandgefahr ist nicht gebannt. Zehntausende Feuerwehrleute sind auch am Mittwoch im Einsatz, um Hunderte kleinere Brandherde einzudämmen. Immer wieder brachen neue Feuer aus. Die Feuerwehr behielt zunächst die Oberhand. Dennoch herrschte weiter Alarmstufe rot, denn Tausende Hausbesitzer ignorieren die Aufforderungen der Behörden, vor den Flammen zu fliehen. Wie gefährlich das sein kann, zeigt ein spektakuläres Video von Feuerwehrleuten bei ihrem Einsatz.

Die meisten Menschen nähmen die Warnungen der Behörden zwar ernst, „aber es gibt immer einige, die es besser wissen“, sagte Rob Rogers von der Feuerwehr New South Wales dem Fernsehsender ABC. „Denjenigen möchte ich folgendes sagen: Wenn Sie in der Vergangenheit Warnungen ignoriert haben, dann ist heute der Tag, an dem sie auf die Behörden hören sollten.“

Das Land liegt unter der seit Jahrzehnten schlimmsten Hitzeglocke, und die Behörden warnen, dass der kleinste Funke katastrophale Folgen haben könne. Seit sechs Tagen liegen die Höchsttemperaturen über 39 Grad. Starke Winde können kleine Buschfeuer rasch in Flammenwalzen verwandeln. „Es wird wieder ein langer Tag“, sagte der Chef der Feuerwehr des Bundesstaates New South Wales, Shane Fitzsimmons. „Alle Feuerwehrleute kennen die Risiken.“ Nach einer leichten Abkühlung am Mittwoch sollen die Temperaturen wieder steigen.

„Ihr habt ein Wunder vollbracht und so viele Menschen und Häuser beschützt“, sagte Premierministerin Julia Gillard in einer Nachricht an die zumeist freiwilligen Helfer. Bislang wurden in der Krisenregion nur wenige Gebäude zerstört, und es gab bisher keine Berichte über Tote oder Schwerverletzte - ein glimpflicher Verlauf im Vergleich zu den Buschbränden vor knapp vier Jahren. In der Region um Melbourne waren im Februar 2009 insgesamt 173 Menschen bei schweren Buschbränden gestorben. Etwa 2000 Häuser brannten damals nieder.

Aufregung gab es jedoch um drei Teenager im Bundesstaat New South Wales. Sie hatten in einem Vorort von Sydney einen Brand gelegt, wurden aber auf Kaution wieder freigelassen. Premier Barry O’Farrell zeigte sich entrüstet: „Wir sollten diese Leute hierher bringen. Und sie sollen helfen, die Schafe notzuschlachten, die durch die Brände verletzt wurden. Denn wenn man das einmal macht, will man so etwas nie wieder sehen“, sagte er während eines Besuchs in einem stark von den Bränden betroffenen Bezirk.

Auf Tasmanien, das in der vergangenen Woche von Buschfeuern heimgesucht wurde, hätten viele Menschen ihr Eigentum verloren, sagte die Premierministerin des Bundesstaats, Lara Giddings. 128 Häuser wurden zerstört, etwa ein Prozent der gesamten Fläche brannte.

dpa/frs

Dieser Artikel wurde aktualisiert.

Mehr zum Thema

In Australien stemmen sich Tausende Helfer bei großer Hitze gegen rasend schnell ausbreitende Brände. Nationalparks wurden geschlossen, ein Hotel evakuiert. Alle hoffen auf eine Abkühlung.

08.01.2013

Rekordtemperaturen bringen den Südosten Australiens zum Brodeln: In Sydney soll das Thermometer auf über 42 Grad steigen. In Tasmanien wüten Buschfeuer. Die Feuerwehr warnt vor großen Gefahren.

07.01.2013

Australien leidet unter extremer Hitze mit höchster Buschbrand- Gefahr. Offene Feuer sind fast überall verboten. Hitzerekorde purzeln. Kleinkinder und Haustiere sind besonders gefährdet.

04.01.2013
Panorama Legende im Untergrund - Londoner U-Bahn wird 150 Jahre

Sie hassen und sie lieben sich - die Londoner und ihre „Tube“. Am 10. Januar 1863 fuhr vom Bahnhof Paddington nach Farringdon die erste U-Bahn in der Verkehrsgeschichte. 150 Jahre später hat London das zweitgrößte Streckennetz der Welt.

09.01.2013

Besucher aus Russland und China gewinnen für die niedersächsische Tourismusbranche eine wachsende Bedeutung. Die Zahl der Gäste aus diesen Ländern ist zuletzt überdurchschnittlich stark gestiegen.

09.01.2013

Was er dort wollte, ist unklar: In Berlin ist am Mittwoch ein Mann in einen Schornstein gestürzt und in etwa zehn Meter Tiefe stecken geblieben. Nach seiner Befreiung musste ihn ein Notarzt wiederbeleben.

09.01.2013