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Panorama Hochwasseralarm in Brandenburg
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14:08 24.05.2010
Etwa um 50 Zentimeter ist der Pegel des Flusses in den vergangenen fünf Tagen angestiegen. Quelle: dpa
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Ab Dienstag seien dann stärker steigende Wasserstände zu erwarten, so dass in den kommenden Tagen auch an den anderen Orten die erste Alarmstufe ausgerufen werde, sagte Eberhard Schmidt vom Hochwassermeldezentrum in Frankfurt/Oder am Montag auf DAPD-Anfrage. Für Mittwoch werde in Eisenhüttenstadt und Ratzdorf bereits mit der Alarmstufe Zwei gerechnet. Ende der Woche werde der Hochwasserscheitel den oberen Grenzabschnitt der Oder erreichen.

Bei der ersten Stufe werden in bestimmten Zeitabständen die zuständigen Behörden über die Hochwasserentwicklung informiert, außerdem wird die Funktionsfähigkeit der Hochwasserschutzanlagen kontrolliert. Bei der Ausrufung der zweiten Stufe findet eine tägliche Kontrolle der Deiche und der wasserwirtschaftlichen Anlagen statt. Ebenso wird ein durchgehender Wachdienst an den Deichen vorbereitet.

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In Ratzdorf stieg der Pegel innerhalb eines Tages bis zum Montagmittag um 19 Zentimeter auf 4,70 Meter. Damit lag der Pegel fünf Zentimeter über dem Schwellwert für die Alarmstufe Eins. In Eisenhüttenstadt lag der Pegel am Montagmittag zwar noch bei 4,73 Meter und damit zwei Zentimeter unter der Alarmstufe Eins. Trotzdem wurde auch dort die erste Alarmstufe ausgerufen.

Bereits am Freitag war in Stützkow in der Uckermark für einen knapp 28 Kilometer langen Flussabschnitt die erste Alarmstufe ausgerufen worden. Innerhalb eines Tages stieg dort der Pegel bis Montag noch einmal um acht Zentimeter auf 7,94 Meter. Grund für die Ausrufung der Alarmstufe war aber nur, dass die Flutungspolder dort noch geschlossen waren, wie Schmidt erklärte. Die Flutung von Poldern werde jedoch vorbereitet.

Platzeck richtet für Dienstag Krisenstab ein

Der brandenburgische Ministerpräsident Matthias Platzeck hatte am Freitag die Einrichtung eines Krisenstabs für Dienstag nach Pfingsten angekündigt. In Beeskow bei Frankfurt/Oder liegen drei Millionen Sandsäcke bereit.

Ursprünglich hätte der brandenburgische Krisenstab schon am Freitag eingerichtet werden sollen. Aber das Hochwasser kommt nun später als zunächst erwartet nach Deutschland. Ursache hierfür sind der Deichbruch am Oberlauf in Polen sowie die Öffnung von polnischen Poldern.

Weichsel überflutet 18 Ortschaften bei Plock

Nach einem Deichbruch nordwestlich von Warschau hat die Weichsel inzwischen 18 Ortschaften überflutet. Unter Wasser stehe ein Gebiet von 8000 Hektar, berichtete die Nachrichtenagentur PAP am Montag. Aus der Krisenregion müssten 4000 Menschen und 5000 Tiere in Sicherheit gebracht werden. Im schlimmsten Fall könnten sogar 10.000 Einwohner der Gemeinden Gabin und Slubice gefährdet sein, sagte die Sprecherin des zentralpolnischen Verwaltungsbezirks Mazowsze, Ivetta Bialy.

Die Wassermassen hatten den Deich am Sonntag in Swiniary bei Plock, etwa 100 Kilometer von Polens Hauptstadt entfernt, am Ufer der Weichsel durchbrochen. Durch das Loch strömten 800 Kubikmeter Wasser pro Sekunde. Die Öffnung von ursprünglich 50 Meter Länge hat sich inzwischen bis auf 200 Meter ausgeweitet. Um das Wasser zu stoppen, wurden in der Nacht zum Montag 32 Tonnen Schutt abgeworfen. Hunderte Feuerwehrleute und Soldaten sowie mehrere Hubschrauber waren im Einsatz.

Auch in Warschau ist die Lage weiterhin angespannt. Wegen Hochwassergefahr wurden 120 Schulen und Kindergärten geschlossen. Eine wichtige Verkehrsstraße, die vom Süden der Stadt entlang der Weichsel ins Stadtzentrum führt, ist gesperrt. Der Pegel der Weichsel geht zwar seit Sonntag zurück, die durch den Wasserdruck belasteten Deiche drohen aber zu brechen.

dpa