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Panorama Hinterbliebene des Amoklaufs bieten Tim K.’s Eltern Gespräch an
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17:09 03.08.2009
Die Hinterbliebenen der Getöteten haben den Eltern des Täters Tim K. ein Gespräch angeboten. Quelle: ddp
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Das sagte die Sprecherin des Aktionsbündnisses Amoklauf Winnenden, Gisela Mayer, am Montag. „Es kann definitiv nach fünf Monaten nicht so im Raum stehenbleiben.“

Die in dem Aktionsbündnis organisierten Angehörigen der Opfer wollten bei dem Gespräch nach Ursachen für die Tat forschen. Sie wollten herausfinden, ob „die Familie so unpersönlich ist“, dass dies die Tat erkläre. Einen Brief von Familie K. zu erhalten, freue die Hinterbliebenen zwar grundsätzlich, sagte Mayer. Aber „wir waren sehr enttäuscht, als wir den Brief bekommen haben“. Die mit Maschine geschriebene Seite habe die Opfer-Angehörigen wegen der „sehr allgemeinen“ Formulierungen „geärgert“.

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Mayer vermutete zugleich, dass das Schreiben „im Zusammenhang steht mit der bevorstehenden Entscheidung über einen Prozess“ gegen Tim K.’s Vater. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den Mann wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung, weil dieser die Tatwaffe unsachgemäß aufbewahrt hatte.

Die Eltern von Tim K. hatten sich in Briefen an die Familien der 15 Todesopfer und der beiden schwer verletzten Polizeibeamten gewandt. Darin heißt es unter anderem, die Last des Verbrechens werde sie ein Leben lang begleiten. Sie wüssten, dass sie die Familien der Opfer aufgrund der Schwere der Tat nicht um Vergebung bitten könnten. Dennoch seien sie bereit, mit den Hinterbliebenen in Kontakt zu kommen, sofern diese es wünschten.

ddp