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Panorama Herkunft von Gift in Eiern unklar
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23:27 06.05.2012
Von Karl Doeleke
Im Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit werden Eier auf ihren PCB-Gehalt untersucht. Quelle: dpa
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Hannover

Vor einer Woche waren bei einer Lebensmittelkontrolle in einem Discounter in Bayern erhöhte Werte von polychlorierten Biphenylen (PCB) in den Eiern des Landwirts entdeckt worden. Am Freitag wurden alle Eier aus dem Freilandbetrieb mit 18000 Legehennen aus dem Verkehr gezogen. Die Werte übersteigen den zulässigen EU-Grenzwert um das Doppelte. PCB gilt unter anderem als krebserregend. Das Agrarministerium in Hannover weißt darauf hin, dass es sich beim gefundenen PCB um eine nicht-dioxinähnliche Variante handelt. Diese gelten als weniger gefährlich als jene zwölf PCB, die in ihrer chemischen Struktur Dioxin ähneln.

Auf der Suche nach der Quelle für die Verunreinigung wurden unterdessen auf dem Hof im Kreis Oldenburg Proben genommen. Ein Sprecher von Landwirtschaftsminister Gert Lindemann (CDU) sagte am Sonntag, erste Ergebnisse würden in dieser Woche erwartet. Eier, die an eine Packstelle in Sachsen-Anhalt gegangen waren, wurden für den Weitervertrieb gesperrt.

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Unklarheit herrscht darüber, wohin überall die Gifteier geliefert wurden. Nach Angaben bayerischer Behörden wurden sie in mehrere Bundesländer versandt. Niedersächsische und niederländische Angaben über eine Charge von 100000 Eiern widersprechen sich. Laut dem Agrarministerium in Hannover wurden sie in die Niederlande geliefert. Die dortigen Gesundheitsbehörden dementierten das am Wochenende.

Erst vor Kurzem hatten Funde von Giftstoffen in Eiern aus Niedersachsen für Unruhe gesorgt. Ein Biohof hatte rund 100.000 Eier verkauft, zwei konventionelle Legehennenbetriebe hatten zusammen knapp 60000 Eier auf den Markt gebracht. Bei den drei im Landkreis Aurich betroffenen Höfen konzentrierten die niedersächsischen Behörden ihre Ursachensuche zuletzt auf den Boden. Nachdem Stichproben dort erhöhte Werte ergeben hatten, wurden die Auslaufflächen der Hühner systematisch untersucht. Quelle der Verunreinigung könnte etwa Bauschutt sein, der unter dem Stall vergraben wurde, ein Holzschutzanstrich am Zaun oder eine Verunreinigung der Einstreu. Abschließende Ergebnisse stehen noch aus.(mit: lni)

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