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Panorama Harzer Luchsin nimmt ihr Junges mit bis Halle
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18:26 22.12.2012
Die Harzer Luchse breiten sich jetzt auch nach Osten aus. Ein weibliches Tier sei aus dem niedersächsischen Nordharz bis kurz vor Halle in Sachsen-Anhalt gewandert, sagte der Leiter des Luchsprojekts, in St. Andreasberg. Quelle: dpa (Symbolfoto)
St. Andreasberg

Die Harzer Luchse breiten sich jetzt auch nach Osten aus. Ein weibliches Tier sei aus dem niedersächsischen Nordharz bis kurz vor Halle in Sachsen-Anhalt gewandert, sagte der Leiter des Luchsprojekts, Ole Anders, in St. Andreasberg. Das Besondere daran: Die Luchsin hat ein in diesem Jahr geborenes Jungtier mit auf den weiten Weg genommen. „Etwas Vergleichbares ist bisher nicht bekannt gewesen“.

Die Wege der Luchsin lassen sich genau verfolgen, weil sie mit einem Senderhalsband ausgerüstet ist. Kurz vor Halle sei die Raubkatze schließlich umgekehrt, sagte Anders. „F3“, wie sie genannt wird, hält sich derzeit am östlichen Harzrand im Raum Mansfeld/Sangerhausen auf.

Normalerweise bleiben Luchsinnen, die Junge führen, ihrem Territorium treu, sagte Anders. Dass „F3“ jetzt eine Ausnahme gemacht habe, könne er sich nur so erklären: Sie wurde von einer stärkeren Luchsin vertrieben. „Im Sommer, wenn die Jungtiere noch klein sind, haben die Luchsinnen vergleichsweise kleine Territorien. Denn sie entfernen sich nicht allzu weit von ihrem Nachwuchs“, sagte Anders.

Vermutlich habe ein anderes weibliches Tier, das ein großes Revier im Nordharz schon länger für sich beansprucht, ihr Streifgebiet im Herbst wieder ausgedehnt und sei dann auf die Luchsin gestoßen, die sich dort vorübergehend angesiedelt hatte. „Wenn es um Reviere geht, springen erwachsene Tiere sehr rabiat miteinander um“. Da „F3“ vermutlich das schwächere Tier ist, sei sie mitsamt ihrem Jungtier abgewandert.

Auch andere Harzer Luchse haben in diesem Jahr weite Wege zurückgelegt. Ein eineinhalb Jahre altes männliches Tier war im Oktober bis Zierenberg westlich Kassel gekommen. Dort sei es beim Versuch, die Autobahn 44 zu überqueren, überfahren worden, sagte Andres. „Der Luchs war vermutlich auf dem Weg noch weiter nach Westen“. Es gebe zudem immer mehr gesicherte Hinweise auf Luchs-Vorkommen in den nordhessischen Wäldern und im Solling.

Obwohl noch mindestens zwei weitere erwachsene Luchse umgekommen sind, sei 2012 ein recht gutes Jahr für das seit dem Jahr 2000 laufende Wiederansiedlungs-Projekt gewesen. Im Harz und den angrenzenden Gebieten seien mindestens 19 Jungtiere zur Welt gekommen. Anders rechnet damit, dass in den kommenden Jahren immer mehr Raubkatzen auf der Suche nach eigenen Revieren den Großraum verlassen und bisher von Luchsen nicht besiedelte Regionen für sich erobern werden.

dpa

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