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Panorama Hannover erlebt Invasion von Waschbären
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08:43 05.11.2014
Von Heiko Randermann
Foto: Der Waschbär stammt aus Nordamerika. Das nachtaktive Raubtier ist sehr anpassungsfähig und breitet sich derzeit auch stark in Niedersachsen aus.
Der Waschbär stammt aus Nordamerika. Das nachtaktive Raubtier ist sehr anpassungsfähig und breitet sich derzeit auch stark in Niedersachsen aus. Der Allesfresser hält sich gerne in der Nähe der Menschen auf, frisst gerne Obst und Gemüse aus dem Garten oder plündert Mülltonnen. Quelle: dpa
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Hannover

„Wir haben in Hannover eine Invasion von Waschbären“, sagt Hannovers Stadtjäger Heinz Pyka. Allein in den letzten 24 Stunden habe er drei Anrufe von aufgebrachten Hannoveranern zu dem Thema bekommen. Dabei ist der Waschbär nur ein Problem von vielen: Auch die Nilgans, die Schwarzmundgrundel oder der Mink gehören zu den invasiven Tierarten, die für heimische Arten immer mehr zur Gefahr werden. Ein Thema, das Jäger und Fischer auch auf der Messe Pferd & Jagd vom 4. bis zum 7. Dezember zum Thema machen wollen.

Mit zunehmendem internationalen Schiffs-, und Straßenverkehr breiten sich auch Tier- und Pflanzenarten über die Grenzen ihrer Herkunftsregion aus. Siedeln sie sich dabei in Gegenden an, in denen ihre natürlichen Feinde fehlen und sie einheimischen Arten überlegen sind, können sie zum Problem werden. So seien im Jagdjahr 2002 in ganz Niedersachsen gerade mal 49 Marderhunde, die ursprünglich aus Südostasien stammen, von Jägern zur Strecke gebracht worden. Im vergangenen Jahr waren es 1222, sagte Helmut Dammann-Tamke, Präsident der Landesjägerschaft.

Noch drastischer sieht es beim Waschbär aus: Dort stieg die Jagdstrecke im gleichen Zeitraum von 866 auf 9402. Viele Menschen würden den Waschbären zunächst für ein liebes Tier halten, sagt Pyka. Doch wenn er Pflanzen zerstöre, Mülltonnen ausräume und sogar Meisenküken aus ihrem Kasten zerre, wandele sich das Bild: „Dann ist es plötzlich kein liebes Tier mehr.“ Und gerade für bedrohte Vogelarten ist der Nesträuber eine echte Gefahr. Landesjägerschaft und Fischereiverband fordern die Landesregierung auf, das Jagdrecht auf diese Einwanderer nicht einzuschränken und insbesondere auch den Einsatz von Lebendfallen für Marder und Waschbären nicht zu verbieten.

Neben den ungern gesehenen Gästen gibt es aber auch Tiere, deren Zuwanderung sehr begrüßt wird, weil es Rückkehrer sind: So freuen sich Landesjägerschaft wie Fischereiverband über die Wiederansiedlung von Fischotter und Luchs. Auch die Rückkehr der Wölfe befürworten die Jäger, wohl wissend, dass nicht jeder sich über den grauen Räuber freut. „Wir sind davon überzeugt, dass der Wolf hier dauerhaft bleiben kann“, sagte Dammann-Tamke. Bei der Überwachung der Populationszahlen leisteten Jäger einen großen Beitrag.

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