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Panorama Haftstrafe für Mutter im Babymord-Prozess
Mehr Welt Panorama Haftstrafe für Mutter im Babymord-Prozess
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12:02 14.11.2011
Die wegen Tötung ihrer beiden Säuglinge angeklagte Mutter muss für sechs Jahre und sechs Monate ins Gefängnis.
Die wegen Tötung ihrer beiden Säuglinge angeklagte Mutter muss für sechs Jahre und sechs Monate ins Gefängnis. Quelle: dpa
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Braunschweig

Die wegen Tötung ihrer beiden Säuglinge angeklagte Mutter muss für sechs Jahre und sechs Monate ins Gefängnis. Das hat das Braunschweiger Landgericht am Montag entschieden. Die 36-Jährige sei des Totschlags in zwei Fällen schuldig, sagte der Vorsitzende Richter Wilfried Knieriem. Die Frau hatte beide Taten gestanden.

Im Frühsommer 2005 hatten spielende Kinder im Landkreis Gifhorn nahe der Braunschweiger Stadtgrenze an einem Badesee die verscharrte Leiche eines Neugeborenen entdeckt. Sechs Jahre später wurde die Mutter ermittelt. Nach einer verheimlichten und verdrängten Schwangerschaft hatte sie 2005 ihrem Kind gleich nach der Geburt die Kehle durchgeschnitten. Die Leiche des kleinen Mädchens steckte sie in eine Plastiktüte und vergrub diese am Waller See. Weil sich die Frau durch die extrem schwierige Geburt ohne fremde Hilfe in einem Ausnahmezustand befunden habe, sei von verminderter Schuldfähigkeit auszugehen, sagte der Richter.

Zur Leiche des zweiten Neugeborenen hatte die Frau Polizisten kurz nach ihrer Festnahme im Frühjahr 2011 geführt. Das Mädchen, das bei der Geburt in der Badewanne ertrunken war, lag in einer Mülltonne. „Sie hat nichts unternommen, um eine sichere Geburt zu gewährleisten“, betonte Knieriem. Deshalb handele es sich um einen Totschlag durch Unterlassen.

„Sie hat den Tod ihres Kindes nicht herbeigeführt und wohl auch nicht gewollt. Aber sie hat ihn nicht verhindert, sagte der Vorsitzende Richter. Die Erklärung der Angeklagten, sie habe sich auf das Kind gefreut, sei daher unglaubwürdig.

Unmittelbar nach der Urteilsverkündung erklärte Verteidigerin Gabriele Rieke, ihre Mandantin wolle den Richterspruch annehmen. „Das ist in so schwierigen Verfahren sehr ungewöhnlich“, meinte Richter Knieriem. Da auch Oberstaatsanwältin Kirsten Stang auf weitere Rechtsmittel verzichtete, ist das Urteil rechtskräftig.

dpa/kas