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Panorama Größter Fan will „Star Trek“-Erlebniswelt bauen
Mehr Welt Panorama Größter Fan will „Star Trek“-Erlebniswelt bauen
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12:47 24.07.2009
Erstmals präsentiert Martin Netter, der schon lange mit Science-Fiction-Artikeln handelt, in Bad Münder die Schmuckstücke seiner Sammlung. Quelle: Holger Hollemann/lni
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Die fantastische Weltraum-Welt beginnt direkt an der Autobahn 2, Abfahrt Lauenau, in einer Lagerhalle im Gewerbegebiet. Erstmals präsentiert Netter, der schon lange mit Science-Fiction-Artikeln handelt, hier die Schmuckstücke seiner Sammlung. „Es dürfte die weltgrößte sein“, sagt der 49-Jährige aus Bad Münder südlich von Hannover.


Sein großer Traum aber ist der Bau einer „Star Trek“-Erlebniswelt, in der die Besucher in einem mit Originalrequisiten ausgestatteten Raumschiff sogar übernachten können. Für das Fünf-Millionen-Projekt fehlen ihm allerdings noch die Geldgeber. „In Zeiten der Wirtschaftskrise ist das schwer auf die Beine zu stellen“, meint der gebürtige Allgäuer mit dem Nikolaus-Bart. Aufgeben will er aber nicht. „Das ist ein Lebenswerk.“

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Der Gegenwert eines Hauses an der Côte d ’Azur stecke bereits in seiner Sammlung, sagt der Vater dreier Kindern - darüber will er lieber nicht nachdenken. Vor drei Jahren versteigerte das Auktionshaus Christie’s in New York rund 4000 „Enterprise“-Erinnerungsstücke aus den Archiven der CBS Paramount Studios. Hier schlug Netter zu, den Großteil erwarb er danach direkt aus dem Paramount-Bestand in Los Angeles. Insgesamt verschiffte er acht Container aus Hollywood.

Wer die knapp 1000 Quadratmeter große Lagerhalle betritt, dem fällt zuerst die nachgebaute Kommandobrücke der „Enterprise 1701“ ins Auge. Rechts davon steht ein rundes Monstrum, der Original-Kommandostuhl eines Alien-Raumschiffs, in einer Ecke ein Grüppchen martialischer Außerirdischer (Borgs). Echte Trekkies - so nennen sich die Star-Trek-Fans - werden viel Bekanntes wiederfinden, wenn Netter sie durch die Schau führt.

Dabei treten auch Tricks der Film-Crew zutage, etwas dass bei den Muskeln auf der Brust von Captain Jean Luc Picard (Patrick Steward) gemogelt wurde - das Untershirt zur roten Uniform ist mit reichlich Schaumstoff gepolstert. Auch wie die Alien-Masken modelliert wurden, zeigt die Ausstellung in Lauenau, die noch bis mindestens Ende September läuft.

Netter ist weniger Fan der großen Stars der im 22. Jahrhundert spielenden Serie wie William Shatner als Captain James T. Kirk, Leonard Nimoy als Vulkanier Spock oder Leutnant Uhura, gespielt von der Afroamerikanerin Nichelle Nichols. „Mich fasziniert, dass „Star Trek“ eine wissenschaftliche Grundlage hat. Viele technische Dinge, die in den 1960ern wie Hirngespinste wirkten, gehören heute zum Alltag“, sagt der gelernte Dreher im Flugzeugbau und nennt als Beispiel den Kommunikator (Vorläufer des Handys) oder den Eingang zum Holodeck mit einem Touch Screen.

Schon mehr als 1,2 Millionen Menschen in Deutschland haben den im Mai gestarteten 11. Kinofilm der „Star Trek“-Saga gesehen. Dennoch hat die Faszination dem Star-Trek-Experten Rainer Nagel zufolge nachgelassen. „Für den heutigen Zeitgeist wird die Zukunft zu positiv dargestellt“, meint der Sprachwissenschaftler der Universität Mainz. Seiner Auffassung nach wurde die Serie mit dem alten Western-Schema Gut gegen Böse von Gene Roddenberry ohnehin nur in der Zukunft angesiedelt, um sie an den mächtigen Zensoren vorbeizuschmuggeln. „Anders wäre in den 60er Jahren im amerikanischen Fernsehen keine farbige Hauptdarstellerin möglich gewesen.“

lni