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Panorama Giftiges Fipronil auch in Niedersachsen eingesetzt
Mehr Welt Panorama Giftiges Fipronil auch in Niedersachsen eingesetzt
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12:35 02.08.2017
Könnte die Gesundheit gefährden: Ein hartgekochtes Frühstücksei. Quelle: dpa
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Utrecht/Hannover

Der Skandal um mit einem Anti-Läusemittel verseuchte Eier weitet sich auch in Niedersachsen aus. Ein Betrieb aus der Grafschaft Bentheim, der das betroffene Desinfektionsmittel eingesetzt hatte, habe eine Selbstanzeige gestellt, sagte am Mittwoch der niedersächsische Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Grüne). Dort seien Rückstände gefunden worden, die erste deutsche Chargen-Nummer werde damit in Kürze bei lebensmittelwarnung.de eingestellt. Der betroffene Betrieb mit 40 000 Freilandlegehennen sei gesperrt. „Der Gifteierskandal hat sich gestern deutlich nach Niedersachsen ausgeweitet“, sagte Meyer.

Ermittlungen in Reinigungsbetrieben

Darüber hinaus wurden Meyer zufolge nach Ermittlungen der niederländischen Behörden vier weitere niedersächsische Betriebe mit dem Putzmittel beliefert, drei davon ebenfalls aus dem Landkreis Bentheim, einer aus dem Emsland. Sie seien ebenfalls gesperrt worden, Untersuchungen laufen.

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Die Landwirte seien davon ausgegangen, ein zugelassenes Mittel zu kaufen, betonte Meyer. Sie treffe nach derzeitiger Erkenntnis keine Schuld. Niedersachsen werde jetzt flächendeckend Eier auf Rückstände des Insektizids untersuchen.

Was die Eier aus den Niederlanden angeht, wurden am Dienstagabend neue Prüfnummern auf lebensmittelwarnung.de eingestellt, insgesamt sind jetzt zehn Prüfnummern betroffen. „Wir empfehlen, diese Eier auf keinen Fall zu essen“, sagte der Minister.

Verzehrwarnung in den Niederlanden

Offenbar ist ein Reinigungsmittel in unerlaubter Weise mit Fipronil versetzt worden. „Den Legehennenhaltern ist absolut kein Vorwurf zu machen. Hier war an anderer Stelle kriminelle Energie im Spiel“, sagte der Vorsitzende des Vereins für kontrollierte alternative Tierhaltungsformen, Friedrich-Otto Ripke, der „Neuen Osnabrücker Zeitung.“ Ripke ist auch Präsident der Deutschen Geflügelwirtschaft.

Auch in den Niederlanden weitete sich der Skandal um verseuchte Eier aus. Die Lebensmittelkontrollbehörde NVWA rief am Mittwoch dazu auf, vorläufig keine Eier mehr zu essen. Das giftige Insektizid Fipronil sei in den Eiern von weiteren 17 Geflügelbetrieben gefunden worden, teilte die niederländische Behörde am Mittwoch in Utrecht mit. Eier mit 27 Codes gelten nun als gesundheitsschädlich. 180 Geflügelzüchterbetriebe sind gesperrt. Niederländer sollten bis zum Sonntag auf den Konsum von Eiern verzichten, empfahl die NVWA. Bis dahin sollten die Eier aller 180 gesperrten Betriebe auf Fipronil getestet sein.

Von dpa/RND

Der Artikel "Giftiges Fipronil auch in Niedersachsen eingesetzt" stammt von unserem Partner, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland.