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Panorama Gewalt erreicht neuen Höchststand
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13:21 12.06.2009
Nach monatelangem Streit will die NATO AWACS-Aufklärungsflugzeuge nach Afghanistan entsenden. Quelle: Georges Gobet/afp
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In der vergangenen Woche sei in Afghanistan "der höchste Stand von Sicherheitszwischenfällen seit dem Einmarsch" der USA 2001 registriert worden, sagte Petraeus in einer Rede in Washington. Nach monatelangem Streit will die NATO AWACS-Aufklärungsflugzeuge nach Afghanistan entsenden.

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Die Zahl der Gewalttaten werde in den kommenden Monaten noch zunehmen, weil die US-Truppen verstärkt "Verstecke und Schlupfwinkel" der Aufständischen ins Visier nehme, sagte Petraeus. In seinen Kommandobereich fallen unter anderem Afghanistan und Pakistan. "Es steht außer Frage, dass sich die Situation in den vergangenen beiden Jahren verschlechtert hat und dass schwierige Zeiten vor uns liegen."

Auf Anordnung von US-Präsident Barack Obama werden derzeit 21.000 weitere US-Soldaten nach Afghanistan entsandt. Bis Herbst werde die Zahl der dort stationierten US-Soldaten auf 68.000 steigen, sagte Petraeus. Hinzu kommen etwa 33.000 Soldaten aus verbündeten Ländern.

Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) sagte am Rande des NATO-Rats in Brüssel, er rechne noch für heute mit einem entsprechenden Beschluss zur Entsendung von AWACS-Aufklärern nach Afghanistan. Frankreich hatte zuvor seinen Widerstand wegen der Kosten aufgegeben.

"Ich bin hoffnungsvoll, dass wir heute eine Entscheidung dahingehend treffen können, dass wir mit NATO-AWACS-Maschinen einen zusätzlichen Beitrag leisten können für die Flugsicherheit in Afghanistan", sagte Jung in Brüssel. Deutschland hatte die Entsendung gefordert, um mehr Sicherheit am Hindukusch zu erreichen. Für den Einsatz ist ein Mandat des Bundestags nötig, das bis Anfang Juli eingeholt werden könnte. AWACS-Hauptstützpunkt ist Geilenkirchen bei Aachen.

Deutschland stellt bis zu 40 Prozent der insgesamt 250 Einsatzkräfte. Die Gesamtkosten belaufen sich nach NATO-Angaben auf 50 bis 150 Millionen Euro pro Jahr. Davon müsste Deutschland 16 Prozent tragen.

afp