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Panorama „Getötet, fort, für immer – es ist nicht zu begreifen"
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18:02 24.07.2011
Trauernde in Oslo: Norwegen steht nach dem Massenmord unter Schock.
Trauernde in Oslo: Norwegen steht nach dem Massenmord unter Schock. Quelle: rtr
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Oslo

Norwegen trauert um die fast hundert Toten der beiden Anschläge vom Freitag. Hemmungslos lautes Weinen kommt aus dem Osloer Dom und Tränen auch bei Norwegens König Harald, als Ministerpräsident Jens Stoltenberg bei einem Trauergottesdienst die unfassbar vielen Toten ehrt: "Jeder einzelne Tote ist ein unersetzlicher Verlust. Zusammen bedeuten sie eine nationale Tragödie", sagt Stoltenberg. Mit den Tränen kämpfend nennt der 52-jährige Regierungschef ihm persönlich bekannte Opfer des Massakers auf der Insel Utøya. Eines von ihnen hatte 20 Jahre in jedem Jahr bei dem Ferienlager mitgewirkt. Ein anderer galt als hoffnungsvoller sozialdemokratischer Nachwuchspolitiker. Stoltenberg sagt: "Getötet, fort, für immer. Es ist nicht zu begreifen."

Nach dem doppelten Terroranschlag ist Oslo wie gelähmt. Wo sonst reges Treiben herrscht, ist kaum jemand zu sehen. Nur an den Absperrungen im Regierungsviertel kommen am Tag danach Gruppen von Menschen zusammen - erst wenige dann immer mehr. In den Gesichtern spiegelt sich Fassungslosigkeit. Unter einem bleiernen Himmel weht die norwegische Flagge auf halbmast. "Das ist unfassbar, zu was Menschen fähig sind", sagt Bernard Böhmer, Inhaber des Cafés Eger, das ganz in der Nähe des Anschlagsortes im Regierungsviertel liegt. Böhmer war am Freitagnachmittag in der Straße, in der auch das Finanzministerium liegt, er wollte zu seinem Auto gehen. "Da habe ich den Knall gehört und die Druckwelle auf der Brust gespürt. Ich wurde nach hinten geschleudert. Und ich wusste sofort: Das war keine Gasexplosion, sondern eine Bombe." Explosionen von Granaten und anderen Sprengsätzen kenne er noch aus seiner Zeit als Blauhelmsoldat im Libanon.

Vor dem Rathaus von Oslo blickt Bürgermeister Fabian Stang auf seine Stadt, die mit einem Schlag eine andere geworden ist. Wird das die für Friedensliebe und Toleranz bekannte norwegische Gesellschaft verändern? "Ich hoffe nicht", antwortet Stang. Gerade der Respekt vor den Toten gebiete es, "dass wir diese Stadt noch sicherer und offener, und den Umgang miteinander noch respektvoller gestalten". Norwegen werde diese schreckliche Situation dazu nutzen, "eine bessere Gesellschaft zu entwickeln".

In der Domkirche kommen die Menschen zusammen, suchen Beistand in der Gemeinschaft. Ein steter Strom von Menschen zieht in die Kirche, hält inne vor dem Altar mit einer Darstellung der Kreuzigung Christi. Viele zünden ein Kerzenlicht an. Vor der Kirche werden Blumen abgelegt, viele rote Rosen darunter, Kerzen und kleine norwegische Fahnen. Die Zeit steht still, Oslo hält den Atem an.

dpa/frs

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