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Panorama Gesuchte Frau stellt sich nach Polizistenmord
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15:47 08.11.2011
Jahrelang hat der Mord an einer Polizistin in Heilbronn den Ermittlern Rätsel aufgegeben. Quelle: dpa
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Jena

Der Heilbronner Polizistinnenmord von 2007 zieht immer weitere Kreise: Eine dringend gesuchte 36-jährige Frau hat sich am Dienstag den Behörden in Jena gestellt. Sie soll mit zwei mutmaßlichen Bankräubern zusammen gewesen sein, bei denen die Dienstwaffen der ermordeten 22-jährigen Polizistin und ihres Kollegen gefunden worden waren. Die Bankräuber hatten sich nach einem Überfall in Eisenach am Freitag selbst getötet.

Für die Ermittler wird der Fall immer rätselhafter: Sie prüfen auch, ob es bei alledem einen Zusammenhang zu einem anderen Polizistenmord Ende Oktober in Augsburg gibt. Die Polizei geht zudem bisher unbestätigte Berichten über Verbindungen in die Neonazi-Szene nach.

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Die im Zusammenhang mit dem Polizistenmord von Heilbronn gesuchte Frau habe sich gestellt und sei festgenommen worden, gab die Polizei in Thüringen bekannt. Sie werde nun nach Zwickau gebracht, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Meiningen der Nachrichtenagentur dpa.

Dem Radiosender Antenne Thüringen zufolge hatte sich die Frau mit ihrem Anwalt bei der Polizei in Jena gemeldet. Die 36-Jährige, die mehrere Decknamen habe, soll mit den zwei mutmaßlichen Bankräubern zusammengewohnt haben. Die gemeinsame Wohnung in Zwickau wurde kurz nach den Vorfällen in Eisenach durch eine Explosion zerstört. Die Frau, die dort unter dem Namen Susann gelebt haben soll, soll das Gebäude kurz vor der Detonation verlassen haben.

Die Behörden in Bayern untersuchen, ob es einen Zusammenhang zu dem Polizistenmord Ende Oktober in Augsburg gibt. „Das ist eine Spur von vielen, die derzeit geprüft und bewertet wird“, sagte ein Polizeisprecher der Nachrichtenagentur dpa und bestätigte damit einen Online-Bericht der „Augsburger Allgemeinen“. Bislang seien zwischen beiden Polizistenmorden jedoch keine „Schnittstellen“ erkennbar, sagte der Sprecher in Augsburg. Man stehe mit den Kollegen in Thüringen in engem Kontakt.

Die DNA-Spuren der Bankräuber sollen mit den im Augsburger Siebentischwald gefundenen Spuren verglichen werden. Der 41 Jahre alte Augsburger Hauptkommissar war in der Nacht zum 28. Oktober nach einer Routinekontrolle von einem Unbekannten erschossen worden.

Spekuliert wird, die Täter könnten eine Verbindung in die Neonazi-Szene gehabt haben. Die beiden Bankräuber im Alter von 34 und 38 Jahren und die Frau sollen nach Darstellung der Thüringer Linke-Fraktion und laut Medienberichten bereits als Bombenbauer in Erscheinung getreten sein. Bundesweit werde nach einer mutmaßlichen Bombenbauerin aus Jena gesucht, zitierte der MDR die Zwickauer Polizei. Staatsanwaltschaftssprecherin Antje Dietsch wies dies jedoch zurück: „Das sind Spekulationen, die die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Zwickau nicht hergeben.“

Der Thüringer Linke-Fraktion zufolge wurden die beiden Toten und die 36-Jährige bereits 1998 polizeilich gesucht. Nach der Aushebung einer Bombenwerkstatt in Jena seien die drei geflüchtet und spurlos verschwunden, sagte die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Martina Renner. Das Landeskriminalamt soll die Männer Medienberichten zufolge fünf Monate lang observiert haben. Das Verfahren wurde 2003 wegen Verjährung eingestellt. Ein Sprecher des Thüringer Innenministeriums wollte sich zur Identität der mutmaßlichen Bankräuber aus ermittlungstaktischen Gründen nicht weiter äußern.

Die in Heilbronn ermordete Polizistin stammte aus dem südthüringischen Oberweißbach. Ob es einen Zusammenhang zwischen ihrer Herkunft und dem Fundort der Waffen gibt, ist bislang unklar.

dpa

08.11.2011
08.11.2011
Sophie Hilgenstock 08.11.2011