Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Panorama Gerichtsmedizin untersucht „Deichbrand“-Tote
Mehr Welt Panorama Gerichtsmedizin untersucht „Deichbrand“-Tote
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:59 22.07.2019
Nach dem Tod einer Besucherin des „Deichbrand“-Festivals wird nun die Gerichtsmedizin eingeschaltet. Quelle: Mohssen Assanimoghaddam/dpa
Anzeige
Cuxhaven

Nach dem Tod einer Festival-Besucherin auf dem „Deichbrand“-Open-Air in Nordholz bei Cuxhaven wird nun die Gerichtsmedizin eingeschaltet. Das zuständige Amtsgericht habe auf Antrag der Staatsanwaltschaft eine gerichtsmedizinische Untersuchung zur Klärung der Todesursache angeordnet, teilte die Polizei am Montag mit. Besucher des Festivals hatten den Angaben zufolge ihre 26-jährige Freundin am Sonntagmorgen leblos in ihrem Zelt gefunden. Wiederbelebungsversuche des Notarztes waren erfolglos geblieben.

Mit einem Ergebnis der Untersuchungen sei in den kommenden Tagen zu rechnen, ergänzte eine Polizeisprecherin. Die bisherigen Ermittlungen hätten keine Hinweise auf Fremdverschulden ergeben.

Anzeige

Seelsorger kümmerten sich um Freunde und Angehörige der Toten

Seelsorger standen am Sonntag Freunden und Angehörigen der Toten zur Seite. „Es war gut, dass wir da waren und helfen konnten“, sagte der Koordinator des Seelsorge-Teams, der evangelische Pastor Manfred Lea, dem Evangelischen Pressedienst.

Für den Sanitätsdienst während des viertägigen Open-Air-Festivals auf dem Seeflughafen von Nordholz sorgten rund 700 Ehrenamtliche der Johanniter-Unfall-Hilfe aus ganz Deutschland. Sie hätten 3.045 Patientenkontakte gehabt, bilanzierte am Montag Thorsten Ernst, Einsatzleiter der kirchlichen Hilfsorganisation auf dem „Deichbrand“. Davon seien 1.900 Bagatellen wie kleine Schnittwunden oder Pflaster für eine Blase gewesen.

Weniger medizinische Einsätze als 2018

Daneben habe es Schürfwunden, alkoholbedingte Probleme, Prellungen, Stauchungen, Atembeschwerden und Brandverletzungen gegeben, vermehrt auch Verletzungen des Sprunggelenks. 129 Personen hätten zur Behandlung ins Krankenhaus gebracht werden müssen. Insgesamt sei die Zahl der Behandlungen geringer als 2018 gewesen, hieß es. Im vergangenen Jahr hatten die Johanniter eigenen Angaben zufolge 4.000 Einsätze.

Zum „Deichbrand“ waren nach Angaben der Polizei von Donnerstag bis Sonntag mehr als 50.000 Besucherinnen und Besucher nach Nordholz gekommen. Das Festival wird seit 2012 von Seelsorgerinnen und Seelsorgern begleitet, in diesem Jahr von einem elfköpfigen Team. Sie wollen auch im kommenden Jahr dabei sei. Das nächste „Deichbrand“-Open-Air ist vom 16. bis 19. Juli 2020 geplant.

Von RND/dpa

Der Artikel "Gerichtsmedizin untersucht „Deichbrand“-Tote" stammt von unserem Partner, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland.