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Panorama Gibt es bald Tempo 30 auf der Bundesstraße?
Mehr Welt Panorama Gibt es bald Tempo 30 auf der Bundesstraße?
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00:15 04.03.2017
Von Heiko Randermann
Eine Tempo-30-Zone in Hameln könnte die Stickoxidbelastung deutlich senken. Quelle: dpa
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Hannover/Hameln

Konkret geht es um die Deisterstraße zwischen Altstadt und Bahnhofsviertel. Auf einigen Hundert Metern vereinen sich hier die Bundesstraßen 1 und 217 zur Hauptschlagader des Durchgangs- und Stadtverkehrs in Hameln. Rund 25.000 Fahrzeuge nutzen die Strecke täglich und sorgen damit auch für ein Abgasproblem: Seit Jahren liegen die Stickoxidwerte, die an der Deisterstraße gemessen werden, über den von der EU als Grenzwert festgesetzten 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft im Jahresmittel. Hameln ist deshalb gezwungen, wie Hannover und fünf weitere niedersächsische Städte auch, die Belastung zu senken – wenn es sein muss auch mit drastischen Mitteln.

Leicht umsetzbare Maßnahmen wie eine grüne Welle und bessere Ampelschaltungen habe die Stadt bereits ausprobiert, meint der Fraktionsvize der Grünen im Stadtrat, Wolfgang Meier: „Das hat alles nichts gebracht.“ Daher hätten Grüne, SPD und Linke den Vorschlag ins Spiel gebracht, über Tempo 30 nachzudenken. Eine Studie des Bundesumweltamts habe gezeigt, dass ein langsamer Verkehrsfluss zusammen mit einer intelligenten Verkehrsführung durchaus dazu beitragen könne, die Stickoxidbelastung zu senken. Ob das in der Praxis funktioniere, wisse man nicht – einen Versuch sei es aber wert, meint Meier.

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Land startet Modellversuch

Doch das geht nicht so leicht, denn Kommunen dürfen nicht einfach Hauptverkehrsstraßen zu Tempo-30-Zonen erklären. Einige Städte in Niedersachsen sollen nun aber in einem Modellversuch diese Möglichkeit bekommen. Ob Hameln an dem Versuch teilnehmen kann oder sich auch nur darauf bewirbt, ist derzeit noch offen, denn Grüne, SPD und Linke haben keine Mehrheit im Stadtrat.

Dennoch hat der Vorschlag der drei Fraktionen für heftige Diskussionen in der Stadt gesorgt: Für „Schwachsinn“ und „weltfremd“ halten es die einen und fragen, ob mit sinkendem Fahrtempo nicht die Belastung durch Schadstoffe sogar noch steigen könnte. Andere Kommentatoren meinen dagegen, dass ein Limit bei 30 Stundenkilometern in der Praxis keinen Unterschied machen würde: „Man fährt durch Hameln jetzt schon selten schneller als 30“, meint ein Leser.

Ob Hameln die Idee weiterverfolgen wird, entscheidet sich am 15. März: Dann diskutiert der Stadtrat über den Vorschlag.