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Panorama Gammelfleisch kam aus den Niederlanden
Mehr Welt Panorama Gammelfleisch kam aus den Niederlanden
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09:53 08.11.2013
Von Karl Doeleke
Das in Bad Bentheim gefundene Gammelfleisch kam aus den Niederlanden. Quelle: dpa (Symbolbild)
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Hannover

Allerdings sei unklar, ob das im Wareneingang entdeckte verdorbene Geflügelfleisch für die Verarbeitung zu Lebensmitteln gedacht war, erklärte Staatsanwalt Martin Rüppell. Die für Landwirtschaftsstrafsachen zentral zuständige Behörde in Oldenburg ermittelt gegen das Unternehmen aus der Grafschaft Bentheim wegen Kennzeichnungsverstößen und wegen des Verdachts von Urkundendelikten zur Verschleierung der Herkunft des Fleisches. Wie am Mittwoch bekannt geworden war, hatten ehemalige Mitarbeiter den Vorwurf erhoben, in dem Unternehmen sei tonnenweise verdorbenes Fleisch verarbeitet worden. Sie hatten sich im Sommer an die Staatsanwaltschaft gewandt.

Ermittler haben bei einer Durchsuchung im Juni fünf Proben genommen - das Geflügelfleisch aus vier von fünf Proben sei nicht zur Verarbeitung als Lebensmittel geeignet gewesen, erklärte Staatsanwalt Rüppell gestern. Ein Sprecher von Verbraucherschutzminister Christian Meyer (Grüne) sagte, das Hähnchenfleisch sei bakteriell belastet und verdorben gewesen. Nach Informationen der HAZ hat es faulig gestunken. Das verdorbene Fleisch stammte aus den Niederlanden, erklärte der Ministeriumssprecher. Das Unternehmen liegt unmittelbar an der deutsch-niederländischen Grenze und liefert seine Produkte eigenen Angaben zufolge an Kunden in der ganzen Welt. Es produziert sogenanntes Geflügelverarbeitungsfleisch, ein Vorprodukt, das von den Kunden zu Wurstwaren weiterverarbeitet wird. Auch gestern war keine Stellungnahme des Unternehmens zu erhalten.

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Um aufzuklären, ob Wurst aus Gammelfleisch aus Bad Bentheim in den Lebensmittelhandel gelangt ist, hat das Verbraucherschutzministerium in Hannover gestern die Kunden- und Lieferlisten des Unternehmens angefordert. Sowohl die Betriebe, die den Bentheimer Fleischverarbeiter beliefert haben, als auch dessen Kunden sollten so identifiziert werden, teilte das Ministerium mit. Verbraucherschutzminister Meyer sagte, er wolle die Informationen unverzüglich an andere Bundesländer weitergeben, falls diese belieferte Betriebe kontrollieren wollten.

Meyer kündigte gestern an, er wolle sich für eine anonyme Melde- und Beschwerdestelle in Niedersachsen stark machen, um Missständen schneller auf die Spur zu kommen. Er prüfe, ob er die Beschwerdestelle in eine bereits geplante „Taskforce“ beim Landesamt für Verbraucherschutz integrieren könne. Ab 2014 stünden im Haushaltsplan Mittel für 20 Stellen beim Verbraucherschutzamt bereit. Diese „Taskforce“ solle bei Skandalen und zur Krisenprävention gezielt tätig werden.