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Panorama Frau stirbt vor den Augen ihres Enkels
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09:43 15.12.2012
Bei einem tragischen Zugunfall in Friedland (Kreis Göttingen) ist am Freitagmorgen eine 63 Jahre alte Frau aus Baden-Württemberg vor den Augen ihres Enkelkindes tödlich verletzt worden. Quelle: Symbolfoto
Friedland

Bei einem tragischen Zugunfall in Friedland (Kreis Göttingen) ist am Freitagmorgen eine 63 Jahre alte Frau aus Baden-Württemberg vor den Augen ihres Enkelkindes tödlich verletzt worden.

Nach den ersten Ermittlungen der Polizei hatte die 63-Jährige ihren acht Jahre alten Enkel aus dem Lager Friedland abholen wollen. Der Junge habe zuvor in Russland gelebt. Nach dem Tod seiner Mutter habe die Großmutter den Jungen adoptieren wollen und ihn deshalb nach Deutschland geholt. Wie jeder Spätaussiedler, der in die Bundesrepublik Deutschland übersiedelt, kam auch er zunächst ins Lager Friedland, wo die nötigen behördlichen Formalitäten erledigt werden. Von dort hatte ihn seine 63-jährige Großmutter am Freitagmorgen mit dem Zug zu sich nach Hause holen wollen.

Auf dem unmittelbar neben dem Lager gelegenen Friedländer Bahnhof passierte dann das schreckliche Unglück. Die Ermittler vermuten, dass die 63-Jährige den Weg zu ihrem Bahnsteig abkürzen wollte und deshalb mit dem Kind und ihrem Gepäck die Gleise zu überqueren versuchte. Während der Junge unbeschadet den Bahnsteig auf der anderen Seite erreichen konnte, stand seine Großmutter noch mitten im Gleisbett, als ein Güterzug aus südlicher Richtung in den Bahnhof einfuhr. Der Lokführer hatte nach eigenen Angaben sofort eine Zwangsbremsung eingeleitet, als er die Frau sah, konnte aber den Zusammenstoß nicht mehr verhindern. Die 63-Jährige wurde von dem einfahrenden Zug erfasst und dabei tödlich verletzt.

Das achtjährige Kind erlitt einen Schock. Es wurde noch vor Ort unter Mithilfe eines Dolmetschers von Medizinern und einem Notfallseelsorger betreut. Die Behörden versuchten am Freitag, weitere Verwandte des Jungen ausfindig zu machen, die sich um ihn kümmern können.

Der Bahnhof in Friedland war nach dem Unfall für mehrere Stunden voll gesperrt. Insgesamt seien 35 Züge ausgefallen oder von Verspätungen betroffen gewesen, sagte ein Bahnsprecher. Darunter befanden sich auch 25 Reisezüge.

Der geschockte Lokführer des Güterzuges fuhr noch bis zum Güterbahnhof Göttingen weiter, um sich dort von einem Kollegen ablösen zu lassen.

von Heidi Niemann

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