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Panorama Flugverbot wegen Aschewolke bis mindestens Montag 14 Uhr
Mehr Welt Panorama Flugverbot wegen Aschewolke bis mindestens Montag 14 Uhr
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22:52 18.04.2010
Die deutschen Flughäfen bleiben bis 14 Uhr am Montag gesperrt.
Die deutschen Flughäfen bleiben bis 14 Uhr am Montag gesperrt. Quelle: dpa
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Nachdem die Deutsche Flugsicherung (DFS) am Sonntagnachmittag eine Lockerung für mehrere Flughäfen, darunter Hannover, verkündet hatte, hieß es Stunden später, lediglich die Berliner Airports würden zeitweise geöffnet. Für alle anderen internationalen Flughäfen gelte das Flugverbot wegen der Aschewolke aus einem isländischen Vulkan bis mindestens Montag 14 Uhr. Ein TUI-Pilot konnte die zwischenzeitliche Öffnung durch die DFS nutzen und am Sonntagabend um 20.03 Uhr in Hannover landen. Die 165 Passagiere waren zunächst von Gran Canaria nach Faro in Portugal geflogen worden. Ohne die Freigabe für den Weiterflug hätte die Gruppe von dort mit Bussen die Heimreise antreten müssen und wäre 30 Stunden unterwegs gewesen.

Die Lufthansa kritisierte die plötzlichen Freigaben und erneuten Schließungen. „Das ist eine Nullnummer“, sagte ein Sprecher dieser Zeitung. Es sei nicht möglich, in dieser kurzen Zeit die Passagiere so zu informieren, dass diese auch rechtzeitig an den Flughäfen sein könnten, meinte er. Eine Sprecherin der Deutschen Flugsicherung begründete die zwischenzeitliche Freigabe mit dem verringerten Aschegehalt in der Luft.

Allerdings herrschte über die Aschekonzentration am Sonntag noch immer keine Klarheit. Erst heute will das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt ein Forschungsflugzeug starten, um Daten über die Wolke zu sammeln.

„Das ist natürlich zu spät“, rügte ein Sprecher der Pilotenvereinigung Cockpit. Auch Air-Berlin-Chef Joachim Hunold beklagte in der „Bild am Sonntag“, in Deutschland sei noch nicht mal ein Wetterballon aufgestiegen. Bei Überführungsflügen am Wochenende habe es keinerlei Probleme gegeben.

Der Deutsche Wetterdienst verweist dagegen auf die komplizierte Technik, die für Messflüge erst installiert werden müsse. „Das geht gar nicht von heute auf morgen“, sagte DWD-Sprecher Gerhard Lux gegenüber dieser Zeitung. Die Wolke sei bisher indirekt nachgewiesen worden, etwa durch die massive Ausdünnung des Ozons, das durch die Vulkanasche zerstört worden sei.

Auch Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer verteidigte die Schließung des Luftraums. „Solange noch Zweifel an der Sicherheit des Luftverkehrs bestehen, werde ich keine Flugfreigabe erteilen.“ Bundeskanzlerin Angela Merkel traf unterdessen mit zweitägiger Verspätung per Auto aus Italien kommend in Berlin ein.

Ralf Volke und Mathias Klein