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Panorama Flughäfen Hannover und Hamburg wegen Aschewolke geschlossen
Mehr Welt Panorama Flughäfen Hannover und Hamburg wegen Aschewolke geschlossen
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23:47 15.04.2010
Tower im Abendlicht: Der Flughafen Hannover-Langenhagen ist seit Donnerstagabend geschlossen.
Tower im Abendlicht: Der Flughafen Hannover-Langenhagen ist seit Donnerstagabend geschlossen. Quelle: dpa
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Die Aschewolke aus Island hat Norddeutschland erreicht. Der Flughafen Hannover-Langenhagen, der Hamburger Airport und die Berliner Flughäfen mussten am Donnerstagabend geschlossen worden. In Berlin wurde die Schließung allerdings nach eineinhalb Stunden gegen 22 Uhr wieder aufgehoben. Ob der Flugbetrieb am Freitag normal weiterlaufe war zunächst unklar, sagte ein Flughafensprecher.

In Hannover soll der Betrieb am Freitag nicht vor acht Uhr aufgenommen werden, hieß es am Donnerstagabend auf der Homepage des Flughafens.

In Hamburg werde der Betrieb vor acht Uhr morgens auf keinen Fall wieder starten, sagte eine Sprecherin des Flughafens. Das hänge davon ab, in welche Richtung und mit welchem Tempo sich die Aschewolke aus dem isländischen Vulkan bewege. Auch in Bremen wurde der Flugverkehr vorübergehend eingestellt.

Die Deutsche Flugsicherung plante für große Teile des deutschen Luftraums in der Nacht zu Freitag schrittweise Einschränkungen. Die Beschränkungen des Luftverkehrs in einzelnen Zonen würden zunächst im Nordwesten und schließlich im Südosten gelten, sagte Sprecherin Ute Otterbein in Langen bei Frankfurt.

Bei der Entscheidung über die Einschränkung des Luftverkehrs kann sich die Deutsche Flugsicherung auch auf Daten des Deutschen Wetterdienstes stützen. Der Wetterdienst werte über seine mehr als 100 Messstationen Tag und Nacht den Wind aus, sagte Meteorologe Michael Goethel in Offenbach. Zudem gebe es alle fünf bis zehn Minuten neue Satellitenbilder, die auch genaue Strömungsgeschwindigkeiten anzeigten.

Am Donnerstagabend war der Schwerpunkt einer Aschewolke noch über der Nordsee. Es wurde erwartet, dass er sich in Deutschland vom Nordwesten kommend in den Südosten bewegt.

Das Bundesverkehrsministerium teilte in Berlin mit, es werde keine festen Zeiten für die Schließung von deutschen Flughäfen geben. Vielmehr werde es in den jeweils betroffenen Gefährdungsgebieten flexible Start- und Landeverbote geben, teilte ein Sprecher mit. Das Ministerium habe die Deutsche Flugsicherung (DFS) entsprechend angewiesen.

Bereits bis zum Nachmittag waren in Deutschland mehr als 350 Flüge in die betroffenen Gebiete und von dort abgesagt worden, vor allem nach und von Großbritannien. Der Frankfurter Flughafen berichtete, zahlreiche Flüge vor allem nach London seien zudem umgeleitet worden und in Frankfurt gelandet. Die Passagiere sollten so weit wie möglich in Hotels untergebracht werden. Die britische Flugsicherung verlängerte die Sperrung des britischen Luftraums am Abend bis Freitag 14.00 Uhr MESZ.

Der isländische Geophysiker Einar Kjartansson sagte, der Vulkan werde wahrscheinlich noch mehrere Wochen Asche in beträchtlichem Ausmaß produzieren. Wegen der Gefahr einer Flutwelle wurden in Island Hunderte von Anwohnern evakuiert. Nach Angaben des Katastrophenschutzes wurden am Fuße des Vulkans 700 Menschen in Sicherheit gebracht.

Umfassendste Sperrung seit Menschengedenken

In ganz Großbritannien waren nur noch Notfall-Flüge zugelassen - das hat laut der britischen Flugsicherung seit Menschengedenken nicht mehr gegeben. Allerdings wurden nach den Anschlägen vom 11. September 2001 die meisten Flüge abgesagt. Heathrow wurde zuletzt wegen Nebels 1952 für zwei Tage geschlossen. Auf dem Drehkreuz London-Heathrow werden täglich 1.200 Flüge abgewickelt.

Der norwegische König Harald V. und Königin Sonja konnten nicht wie geplant von Oslo aus zum 70. Geburtstag der dänischen Königin Margrethe nach Kopenhagen fliegen. Ministerpräsident Jens Stoltenberg saß in New York fest, weil sein Rückflug abgesagt wurde.

Der isländische Vulkan war am Mittwoch zum zweiten Mal binnen vier Wochen ausgebrochen. In Island waren der internationale Flughafen und die Hauptstadt Reykjavik nicht betroffen, im Südosten der Insel sank die Sichtweite dagegen zeitweise auf 150 Meter.

Hier finden Sie die aktuellen Infos zur Situation auf deutschen Flughäfen:

Hannover-Langenhagen

Frankfurt

Berliner Flughäfen

Hamburg

München

Münster/Osnabrück

Bremen

dpa/frs

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