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Panorama Münchner Oktoberfest gestartet: So lief der Auftakt
Mehr Welt Panorama Münchner Oktoberfest gestartet: So lief der Auftakt
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14:26 21.09.2019
Frauen winken beim Einzug der Wiesnwirte von einem Festwagen. Das größte Volksfest der Welt dauert bis zum 6. Oktober. Quelle: Tobias Hase/dpa
München

Ozapft is: Mit erneut zwei Schlägen hat Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) am Samstag das erste Fass Bier auf der Wiesn angezapft und damit das 186. Oktoberfest eröffnet. Die erste Maß Bier reichte er Ministerpräsident Markus Söder (CSU), um mit ihm auf eine friedliche Wiesn anzustoßen. Böllerschüsse verkündeten dazu den Start des größten Volksfests der Welt.

Danach bekamen auch die Wiesn-Gäste in den Zelten das erste Bier. Die Maß kostet bis zu 11,80 Euro, das sind 30 Cent mehr als der Höchstpreis des Vorjahres. Reiter war zum sechsten Mal dabei, Söder zum zweiten Mal.

„München ist heute die Hauptstadt von Deutschland“

Mit Blick auf die stundenlangen Gespräche zum Klimakompromiss der Bundesregierung sagte der CSU-Chef: „Bei aller Bedeutung von Koalitionsverhandlungen – Berlin war gestern die Hauptstadt von Deutschland, aber heute ist es München, weil es das bedeutendste Fest der Welt ist.“ Star des Tages sei aber das Bier.

Unter den Besuchern war Prominenz wie Schlagersänger Florian Silbereisen, Fernsehmoderator Kai Pflaume, die bayerische Landtagspräsidentin Ilse Aigner und SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil, der dafür sogar die neunte Regionalkonferenz der Bewerber um den SPD-Vorsitz schwänzte.

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Die ersten waren schon um 4.30 Uhr da

Viele Gäste, die meisten in Dirndl und Lederhose, hatten seit dem frühen Morgen auf den Einlass gewartet. Die Ersten kamen gegen 4.30 Uhr noch bei Dunkelheit, um ganz vorne dabei zu sein. „Haben gleich die erste S-Bahn genommen“, sagte Felix Stenglein aus dem oberbayerischen Eichenau. Eine andere Schülergruppe war direkt aus einem Club gekommen: „Geschlafen haben wir nicht“, sagte einer.

Kurz nach 9.00 Uhr - und damit leicht verspätet - kam über die Lautsprecheranlage auf Deutsch, Englisch und Bairisch der ersehnte Satz: „Liebe Festgäste, willkommen auf dem Oktoberfest. Wir öffnen jetzt das Festgelände.“ Als die Ordner damit die Eingänge freigaben, starteten viele im Laufschritt in Richtung Bierzelte.

Festzelte wegen Überfüllung geschlossen

Die ersten Festzelte waren wegen Überfüllung schon vor dem Anstich geschlossen worden, Ordner ließen keine Gäste ohne Reservierung mehr ein. Sie seien ausreserviert, heißt es bei den Wirten. Doch weder sie noch die Festleitung streben neue Rekorde an. „Das muss keine Rekordwiesn werden“, hatte der neue Wiesnchef Clemens Baumgärtner (CSU) vorab gesagt. Es gehe vielmehr um eine „Qualitätswiesn“.

Im Südteil des Oktoberfests gibt es wieder die Oide Wiesn. Mit historischen Fahrgeschäften und Blasmusik geht es dort gemütlicher und traditioneller zu als auf dem sonstigen Festgelände.

Erste Bierleiche schon nach zehn Minuten

Die erste "Bierleiche" gab es in diesem Jahr übrigens schon nach zehn Minuten. "Eine 18-Jährige Engländerin hatte vorher zuviel getrunken und dann eine Alkoholvergiftung erlitten", teilte die Aicher Ambulanz Union am Samstag mit.

Den ersten Abtransport von der Wiesn ins Krankenhaus verzeichnete der Sanitätsdienst wenige Minuten später: Eine Bedienung hatte einen Maßkrug ins Gesicht bekommen.

Verspätungen im Bahnverkehr

Andere Gäste schafften es gar nicht erst rechtzeitig aufs Gelände. ihre Anreise war am Morgen unverhofft gestoppt worden. Ein Böschungsbrand sorgte auf der Bahnstrecke zwischen Nürnberg und Bamberg für erhebliche Verspätungen im Zugverkehr.

Die Strecke gilt als wichtige Nord-Süd-Verbindung, über die ein großer Teil des Verkehrs zwischen München, Berlin und Hamburg läuft.

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600 Polizisten im Einsatz

Rund 600 Polizeibeamte und viele Hundert Ordner sollen an den 16 Festtagen für Sicherheit sorgen. Das Gelände ist auch dieses Jahr umzäunt, an den Eingängen wird stichprobenartig kontrolliert. Es gibt noch mehr Videokameras und zusätzliche Beamte mit Bodycams.

Speziell um Frauen kümmert sich erneut der Security Point. Die Helferinnen der Aktion „Sichere Wiesn für Mächen und Frauen“ sind unter anderem an Freitagen und Samstagen schon nachmittags da und helfen Wiesnbesucherinnen, die einen sexuellen Übergriff erlitten haben, ebenso wie Frauen, die ihr Handy, ihre Handtasche oder ihre Freunde verloren haben und sich alleine nicht mehr sicher fühlen.

E-Scooter sind tabu

Doch es ist ein neues Thema hinzugekommen: E-Tretroller. Die E-Scooter sind rund um die Wiesn tabu. Für sie gelten dieselben weiträumigen Straßensperrungen rund ums Festgelände wie für Autos - und in den Abendstunden können sie in einem noch weiteren Umfeld nicht ausgeliehen und teils auch nicht abgestellt werden. Vorsicht nach dem Bierzeltbesuch: Ganz schnell ist der Führerschein weg - es gelten dieselben Promillegrenzen wie beim Autofahren.

Die Opfer zu hohen Bierkonsums, die nicht einmal mehr laufen können, werden in den gut zwei Wiesnwochen in der Sanitätswache von rund 600 Helfern und 50 Ärzten betreut. Die kümmern sich auch um andere gesundheitliche Probleme wie Schnittverletzungen und Herz-Kreislaufbeschwerden.

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RND/dpa/msc

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