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Panorama Fast tausend Überlebende in Taiwans verschütteten Dörfern entdeckt
Mehr Welt Panorama Fast tausend Überlebende in Taiwans verschütteten Dörfern entdeckt
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16:17 12.08.2009
Der Taifun hat in Taiwan und China zum Teil schwere Erdrutsche ausgelöst. Quelle: afp
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Die Zahl der Toten durch den schlimmsten Sturm auf der Insel seit fünfzig Jahren stieg derweil auf mehr als 100. Immer noch war unklar, wieviele weitere Menschen bei Erdrutschen ums Leben kamen.

In drei von Erdrutschen zerstörten Dörfern fanden Rettungskräfte mehr als 700 Überlebende, teilte ein ranghoher taiwanischer Militärvertreter am Mittwoch mit. Im Laufe des Tages wurden weitere 250 Überlebende entdeckt. Die Armee setzte die Evakuierung der Überlebenden fort, nachdem die Rettungsarbeiten wegen strömenden Regens zeitweise unterbrochen werden mussten. Nach Durchzug des Taifuns war eine gigantische Schlammlawine auf das entlegene Dorf Hsiaolin und zwei Nachbarorte niedergegangen. Die Behörden rechneten weiter mit bis zu hundert Toten, in Medienberichten war von bis zu 600 Opfern die Rede.

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In der für ihre heißen Quellen bekannten Bergregion Liukuai wurden nach Angaben von Feuerwehrkräften 32 Leichen aus einer Schlammlawine geborgen. Im Zentrum und Süden Taiwans waren laut Verteidigungsministerium mehr als 17.000 Soldaten für die Rettungsarbeiten abgestellt. Auch Tage nach Durchzug des Sturms waren noch etwa 30.000 Haushalte ohne Strom, etwa 750.000 mussten ohne Trinkwasser auskommen. In dem zentralen Bezirk Chiayi saßen 500 Menschen in der Umgebung des Ali-Berges ohne Wasser und Strom fest. Der Berg ist ein beliebtes Reiseziel.

In Japan, das innerhalb weniger Tage von einem Erdbeben und einem schweren Taifun heimgesucht wurde, dauerte die Suche nach Opfern an. 400 Rettungskräfte suchten in der besonders stark betroffenen Stadt Sayo nach Vermissten, nachdem in Folge des Taifuns „Etau“ ein Fluss über die Ufer getreten war. Nach dem Erdbeben der Stärke 6,4 vom Vortag wurden am Mittwoch noch zahlreiche der 120 Verletzten in Krankenhäusern behandelt. Insgesamt starben in Folge des Erdbebens und des Sturms in Japan mindestens 15 Menschen.

Papst Benedikt XVI. versicherte den Opfern der Naturgewalten, die in den vergangenen Tagen Asien erschüttert hatten, seine Unterstützung. Er fühle sich in „geistlicher Nähe“ zu denen, die in den vergangenen Tagen „großer Ungewissheit“ ausgesetzt gewesen seien, sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche in seiner Urlaubsresidenz in Castel Gandolfo.

afp

Margit Kautenburger 11.08.2009