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Panorama Explosion in sibirischem Bergwerk: Mindestens elf Tote - Bergwerksdirektor festgenommen
Mehr Welt Panorama Explosion in sibirischem Bergwerk: Mindestens elf Tote - Bergwerksdirektor festgenommen
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20:20 25.11.2021
Rettungskräfte bereiten sich auf die Arbeit im Kohlebergwerk in der Nähe der sibirischen Stadt Kemerowo vor.
Rettungskräfte bereiten sich auf die Arbeit im Kohlebergwerk in der Nähe der sibirischen Stadt Kemerowo vor. Quelle: Uncredited/Russian Ministry for
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Kemerowo

Bei einem schweren Unglück in einem russischen Kohlebergwerk sind im Westen Sibiriens mindestens elf Menschen getötet und Dutzende verletzt worden. In der Grube seien noch immer 46 Menschen, zu denen der Kontakt fehle, teilte der Gouverneur des Gebiets Kemerowo, Sergej Ziwiljow, am Donnerstag mit.

Insgesamt wurden 239 Arbeiter aus dem Schacht „Listwjaschnaja“ im Kusnezker Kohlebecken (Kusbass) gerettet, mehr als 40 von ihnen mussten in Krankenhäusern behandelt werden, wie der Zivilschutz mitteilte. In dem Bergwerk hatte sich am Morgen aus zunächst unbekannter Ursache eine Explosion ereignet.

Explosion ereignet sich in 250 Metern Tiefe

Der Zustand der Bergarbeiter im Schacht war zunächst unklar. Die Grubengänge seien stark mit Rauch gefüllt, hieß es. Die Arbeiter könnten sich nicht selbst retten. Das teilte Gouverneur Ziwiljow nach einer Videokonferenz mit dem russischen Zivilschutzminister Alexander Tschuprijan mit. Es seien Rettungskräfte im Einsatz. Auch Tschuprijan reiste in die Region.

Nach Angaben der Ermittler wurden der 47-jährige Bergwerksdirektor, sein Stellvertreter und ein Abteilungsleiter festgenommen. Sie müssten sich wegen Verletzung von Arbeitsvorschriften verantworten. Ziwiljow besuchte am Abend Verletzte im Krankenhaus und traf sich nach eigenen Angaben mit Familienangehörigen der Bergleute.

Die Explosion soll sich in 250 Metern Tiefe ereignet haben. Der russische Präsident Wladimir Putin drückte den Angehörigen der Opfer sein Beileid aus, wie Kremlsprecher Dmitri Peskow der Agentur Interfax zufolge mitteilte. „Wir hoffen darauf, dass jene, die noch dort unter der Erde sind, gerettet werden können“, sagte Peskow. Der Präsident habe rasche Hilfe für die Verletzten angewiesen.

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Die Arbeit im Kohlebergbau in Russland gilt als lebensgefährlich. Wegen Verstößen gegen elementare Sicherheitsvorschriften kommt es dort immer wieder zu schweren Unglücken. Oft explodiert etwa Methangas. Das leicht entzündliche Grubengas wird durch die Arbeiten im Bergbau freigesetzt und sammelt sich bei schlechter Belüftung in den Schächten und Strecken an.

RND/dpa

Der Artikel "Explosion in sibirischem Bergwerk: Mindestens elf Tote - Bergwerksdirektor festgenommen" stammt von unserem Partner, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland.