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06:22 04.11.2016
Eine Gruppe freilebender Nandus frisst auf einem Acker in der Nähe von Schattin (Mecklenburg-Vorpommern) jungen Rapspflanzen ab. Quelle: Jens Büttner
Schattin

Mit Ferngläsern und Kameras im Anschlag wandern große Gruppen Neugieriger durchs Gelände. Zwischen Schattin und Utecht, östlich des Ratzeburger Sees, sind sie auf Foto-Pirsch nach exotischen Vögeln: „Nandu-Watching“ könnte der neue Touristenspaß in Norddeutschland heißen. Denn hier lebt die einzige frei lebende Population des südamerikanischen Laufvogels „Rhea americana“ in Mitteleuropa. Bei der letzten Zählung Anfang November ermittelten Wissenschaftler der Arbeitsgruppe Nandu-Monitoring mehr als 200 wilde Nandus

Die flugunfähigen Einwanderer tummeln sich im Grenzgebiet zwischen Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern auf einer Fläche von 150 Quadratkilometern, wie Frank Philipp, Nandu-Beauftragter des Landes Mecklenburg-Vorpommern, sagt. „Eine Bestandsgröße, die ernst zu nehmen ist.“ Ende der 1990er-Jahre waren einige der bis zu eineinhalb Meter großen Vögel einem Züchter in Schleswig-Holstein entkommen. Seither breiten sich die Nandus, die unter das Washingtoner Artenschutzabkommen und das Bundesnaturschutzgesetz fallen, von der Grenzregion am Flüsschen Wakenitz in Richtung Osten aus.

Die Arbeitsgruppe Nandu-Monitoring, die Frank Philipp leitet, erfasst seit 2008 zweimal pro Jahr den Bestand. Vor acht Jahren wurden 35 Tiere gezählt; im Herbst 2015 waren es schon 177 Nandus in einem wachsenden Verbreitungsgebiet. Erstmals werde nun die Marke von 200 überschritten, erklärt der Landespflege-Ingenieur. Besonders die Alttiere kämen auch mit winterlichen Bedingungen gut zurecht, sagt Philipp. Deshalb werde die Population auch in den nächsten Jahren weiter wachsen.

Nachdem Landwirte die Streifzüge der Nandus über norddeutsche Felder schon länger mit Argwohn beobachten, sind allmählich auch die Forscher alarmiert. An den Hotspots der Nandu-Population, bei Schattin und Utecht, wo Dutzende Tiere auf einem einzigen Acker die frischen Rapspflanzen binnen weniger Tage vertilgen, könne es lokal zu nennenswerten Schäden kommen, befürchtet Nandu-Experte Philipp.

Biobauer Thomas Böhm, der in Schattin schottische Galloway-Rinder züchtet, macht aus seiner Abneigung gegen die Neulinge in der Wakenitz-Niederung keinen Hehl. „Dieses Jahr gibt es eine explosionsartige Zunahme der Population“, klagt er. Nandus seien Nahrungs- und Lebensraumkonkurrenten für heimische Großvögel wie Kraniche, sie fräßen geschützte Libellen, Heuschrecken, Schmetterlinge. Anfangs hätten sogar die Rinder vor den balzenden Nandu-Hähnen die Flucht ergriffen. Bauer Böhm ärgern auch die Touristen, die zum Nandu-Gucken kommen. Sie stapften verbotenerweise durch Naturschutzgebiete, über bestellte Äcker und Weiden und machten selbst vor Koppelzäunen und Bullenwiesen nicht halt.

„Das ist lebensgefährlich“, warnt der Landwirt. „Wir rüsten jetzt auf.“ Tore würden zugenagelt, Zäune verstärkt und mehr Hinweisschilder aufgestellt. Hoffnung setzt der Bauer auch auf einen sonst in der Landwirtschaft eher ungeliebten Räuber - den nach Deutschland zurückgekehrten Wolf. Im norddeutschen Nandu-Revier seien bereits mehrere Wölfe gesichtet worden, sagt Böhm. „Möglich, dass die hier ein ganz neues Beutemuster ausprägen.“ Jedenfalls wäre es ihm recht, wenn der Wolf sich statt frei laufender Kälber künftig Nandus holte.

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