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Panorama Ex-Krankenpfleger Högel räumt 43 von 100 Mordvorwürfen ein
Mehr Welt Panorama Ex-Krankenpfleger Högel räumt 43 von 100 Mordvorwürfen ein
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14:44 12.12.2018
Niels Högel hat 43 von 100 Morden eingeräumt. Quelle: dpa
Oldenburg

Der frühere Krankenpfleger Niels Högel hat vor dem Oldenburger Landgericht insgesamt 43 von 100 Mordvorwürfen eingeräumt. Am Mittwoch befragte der Vorsitzende Richter Sebastian Bührmann den 41-Jährigen zu dem letzten Fall vor seiner Verhaftung.

Högel räumte ein, Renate R. am 24. Juni 2005 vergiftet zu haben. Die anschließende Reanimation sei erfolglos geblieben. Nach dem Ende der Schicht sei er in den Urlaub gegangen.

Högel ist für Morde an 100 Patienten angeklagt

Der Ex-Krankenpfleger muss sich wegen Mordes an 100 Patienten verantworten, die er zwischen 2000 und 2005 in Oldenburg und Delmenhorst getötet haben soll. Der Anklage zufolge hat er Patienten mit Medikamenten vergiftet, die zum Herzstillstand führten. Anschließend versuchte er sie wiederzubeleben, um als rettender Held dazustehen.

Fünf Mal wies er die Anschuldigung kategorisch zurück. Außer den eingestandenen Taten könne er sich nicht an die Patienten erinnern. Er könne aber nicht ausschließen, für ihren Tod verantwortlich zu sein. Wegen sechs weiterer Taten verbüßt Högel bereits eine lebenslange Haftstrafe.

Högel: Zum Ende sei er „schlampig und verwahrloster“ geworden

Högel hat sich nach eigener Aussage regelmäßig Opfer gesucht. „Es gab keine geplante Taktung“, sagte er am Mittwoch vor dem Landgericht Oldenburg. Zum Schluss habe er sich aber in jedem zweiten, dritten Dienst ein Opfer gesucht.

Zum Schluss habe er auch nicht mehr darauf geachtet, ob das Krankheitsbild zu einer Reanimation passe, sagte er am fünften Verhandlungstag. Auch sei er zusehends „schlampig und verwahrloster“ geworden. Immer öfter habe er es darauf angelegt, erwischt zu werden. Högel sprach von „Gleichgültigkeit“ und einem „Automatismus“, der ihn habe weitermachen lassen. Richter Bührmann verglich Högels Verhalten mit der Sucht eines drogenkranken Menschen.

Seine private Situation sei zum Schluss desolat gewesen, berichtete Högel. Er habe viel Alkohol getrunken und starke Schmerzmittel wie Opiate konsumiert. Obwohl er im Dienst nie getrunken habe, habe er in seinem Spind im Krankenhaus eine kleine Flasche Korn versteckt. „Für den Fall, dass ich Entzugserscheinungen bekomme.“

Högel merkte kein Misstrauen vonseiten der Kollegen

Dass Kollegen misstrauisch wurden, habe er nicht bemerkt. Nie habe ihn jemand mit Vorwürfen konfrontiert. Erst in der letzten Schicht habe er das Gefühl gehabt, von zwei Kollegen beobachtet zu werden. Auf dem Weg nach Hause habe er gedacht, er werde nie mehr ins Krankenhaus zurückkehren. Er habe mit einem Rauswurf oder einer Verhaftung gerechnet. „Mir war klar, dass ich damit auch meine Familie zerstört habe.“ Verhaftet wurde er erst am 8. Juli 2005, rund zwei Wochen nach seiner letzten Tat.

Von RND/epd/dpa

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