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Panorama Ermittlungen nach Lungentransplantationen
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20:09 15.11.2016
Von Gabriele Schulte
„Verdacht der Urkundenunterdrückung“: Wurden Patientenakten manipuliert? Quelle: dpa
Hamburg

„Wir ermitteln wegen des Verdachts der Urkundenunterdrückung“, sagte Oberstaatsanwältin Nana Frombach am Dienstag und bestätigte damit einen Bericht des NDR. Der Vorgang erinnert an den 2012 aufgedeckten Organspendeskandal um Manipulation von Patientendaten vor Lebertransplantationen, unter anderem an der Uniklinik Göttingen.

Damals waren dort und an anderen deutschen Transplantationszentren Akten so bearbeitet worden, dass Patienten beim Warten auf ein Spenderorgan unberechtigt bevorzugt und schwerer Kranke benachteiligt wurden. In der Folge prüfte die Überwachungskommission von Bundesärztekammer, Krankenhausgesellschaft und Krankenkassenverband alle Transplantationsprogramme.

In Hamburg fielen ihr Dokumentationslücken für Lungentransplantationen von 2010 bis 2012 auf. Man sei „in 14 von 25 überprüften Fällen auf Unregelmäßigkeiten gestoßen“, heißt es in dem Bericht. So seien in der UKE-Partnerklinik Großhansdorf Ergebnisse von Blutgasanalysen als „erheblich von den Normwerten abweichend“ aufgeführt worden, ohne dass der kritische Gesundheitszustand, den diese Patientendaten nahelegten, nachvollziehbar war. Das UKE habe entsprechende Unterlagen auch auf Anforderung nicht nachgereicht.

UKE-Sprecherin Saskia Lemm räumte einige „berechtigte Kritikpunkte“ ein. „Es gab ein Schnittstellenproblem bei der Datenübermittlung zwischen dem UKE und der Lungenklinik Großhansdorf“, sagte sie und sprach von „Archivlücken“ bei übermittelten Faxen. Für Eingriffe in die Rangfolge von Patienten auf der Transplantationsliste gebe es aber keine Anhaltspunkte.

Sollten sich solche Anhaltspunke ergeben, wird die Staatsanwaltschaft nach Angaben ihrer Sprecherin die Ermittlungen entsprechend ausweiten.

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