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Panorama Erhöhte Zecken-Gefahr in Niedersachsen
Mehr Welt Panorama Erhöhte Zecken-Gefahr in Niedersachsen
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11:06 17.06.2017
Diese Schild warnt vor Zecken in Hannovers Wäldern. Quelle: Holger Hollemann/dpa
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Hannover

Das Landesgesundheitsamt sieht in Niedersachsen derzeit ein erhöhtes Risiko, von Zecken gestochen zu werden. Das liege zum einen am feucht-warmen Sommerwetter und zum anderen daran, dass die erwachsenen Zecken besonders hungrig seien, sagte der Virologe Masyar Monazahian vom Landesgesundheitsamt. Es bestehe eine erhöhte Infektionsgefahr.

Niedersachsen kein Risikogebiet

Niedersachsen gehöre aber wie der gesamten Norden Deutschlands nicht zu den Risikogebieten. Allerdings sei die Zahl der in Niedersachsen selbst entstandenen Fälle von Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) im vergangenen Jahr auf vier gestiegen. Im Jahr zuvor gab es in dieser Kategorie der sogenannten autochthonen Erkrankungen nur einen Fall. FSME kann in besonders schweren Fällen zur Gehirnentzündung und zur Schädigung des Rückenmarks führen. Gegen die Erkrankung sei eine Impfung möglich, sagte der Virologe. Er empfahl diese Schutzmaßnahme allen, die viel in Risikogebieten unterwegs sind.

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Gegen die ebenfalls von Zecken übertragenen Borrelien-Bakterien gebe es dagegen keinen Impfstoff. Allerdings gebe es dabei nach einem Zeckenbiss ein Zeitfenster von etwa 10 bis 12 Stunden - solange dauere es, bis die Bakterien übertragen seien. Werde die Zecke vorher vollständig entfernt, werde eine Übertragung vermieden. "Wichtig ist dabei, die Zecke nicht zu quetschen, sondern nah an der Haut gerade rauszuziehen", sagte Monazahian.

Borreliosegefahr wächst in der Region Hannover

Die Borreliosegefahr wächst auch in der Region. Bis zu 40 Prozent der Zecken sind mit Borrelien infiziert. Zum natürlichen Lebensraum von Zecken gehören Wald und Wegesränder. „Mittlerweile verlagern sie sich aber auch in naturbelassene und in gestaltete Hausgärten. Auch Parkanlagen in Hannover sind betroffen“, warnte Monazahian bereits im Mai. Zu jedem zweiten bis dritten Biss kommt es nach Kenntnis der Experten im Garten. 

Um ihre Opfer zu finden, nutzen Zecken Sinnesorgane in den Beinen, mit denen sie Erschütterungen und Duftstoffe registrieren. Sie lassen sich von Gräsern abstreifen und wandern dann an Kleidung und Körper weiter.

Was schützt gegen Zeckenbisse?

  • Besonders im Unterholz und auf Wiesen helle Kleidung, die den Körper bedeckt, und festes Schuhwerk tragen.
  • Zeckenabweisende Hautschutzmittel helfen, bieten aber keinen sicheren Schutz.
  • Nach dem Aufenthalt im Freien den Körper gründlich absuchen. Zecken bevorzugen dünne und warme Hautstellen wie Armbeugen, Kniekehlen, Schritt sowie Hals und (speziell bei Kindern) Kopf.
  • Zecken schnell mit Pinzette, Zeckenkarte, -zange, -schlinge entfernen. Die Tiere nie quetschen, niemals Öl oder Kleber auf die Zecke geben.
  • Auch Hunde sollten nach dem Spaziergang immer kontrolliert werden, da Zecken auf den Menschen übergehen.
  • Gegen Frühsommerhirnhaut- und Hirnentzündung (FSME) hilft nur eine vorbeugende Impfung. Sie wird besonders vor Fahrten in Risikogebiete empfohlen (Süddeutschland, Schweiz, Mittel- und Osteuropa).     

dpa/bil

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