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Panorama Gekränkter Erdogan reist vorzeitig ab
Mehr Welt Panorama Gekränkter Erdogan reist vorzeitig ab
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02:37 11.06.2016
Der türkische Präsident Erdogan (Archivbild) hat sich kurzfristig gegen eine Teilnahme an Trauerfeier für Boxlegende Muhammad Ali entschieden. Quelle: Sedat Suna
Louisville

Erdogan sei bereits am Donnerstagabend (Ortszeit) nach einer muslimischen Gebetszeremonie wieder Richtung Türkei abgereist, teilte das Präsidialamt in Ankara mit. Hintergrund waren offenbar schwere Differenzen mit den US-Organisatoren der Feierlichkeiten für Boxlegende Muhammad Ali in Louisville im US-Bundesstaat Kentucky.

Erdogan wollte nach Informationen der Nachrichtenagentur Dogan bei der Trauerfeier ein Stück des mit Koran-Versen verzierten Stoffes aus der großen Moschee in Mekka auf Alis Sarg legen. Der türkische Präsident sei sehr gekränkt, weil ihm dies nicht gestattet worden sei, berichtete die Zeitung "Hürriyet" unter Berufung auf Mitarbeiter Erdogans.

Muhammad Ali wird in der islamischen Welt verehrt

Darüber hinaus wollten der türkische Präsident und der sunnitische Geistliche Mehmet Gomez bei der Zeremonie Koran-Verse vortragen, was ihnen laut Dogan ebenfalls nicht erlaubt worden sei.

Die Tageszeitung "Hürriyet" und die Agentur Dogan berichteten, es habe während Erdogans Aufenthalt in Louisville auch Auseinandersetzungen zwischen Leibwächtern Erdogans und Vertretern des US-Geheimdienstes gegeben.

Muhammad Ali war am 4. Juni gestorben. Er wird in der islamischen Welt verehrt, weil er 1964 zum Islam konvertierte und sich Zeit seines Lebens für einen toleranten und friedfertigen Islam einsetzte. Erdogan sagte während seines Aufenthalts in Louisville, der Boxer sei "von Sieg zu Sieg" geeilt und sei "eine Stimme der Unterdrückten und Opfer" geworden.

30 Kilometer langer Trauerzug in Louisville

Nach Erdogans Abreise begann am Freitagnachmittag der Trauerzug für Muhammad Ali. Tausende Menschen versammelten sich in den Straßen von Alis Heimatstadt, um Abschied von dem mehrfachen Boxweltmeister und Bürgerrechtsaktivisten zu nehmen. Viele Zuschauer trugen Blumen, manche riefen den Namen Alis.

Der 30 Kilometer lange Trauerzug soll unter anderem an dem Haus vorbeiführen, in dem der Schwergewichtsboxer aufgewachsen war. Im Anschluss soll in einer Sportarena eine große Trauerfeier stattfinden, zu der viele Prominente, darunter der frühere US-Präsident Bill Clinton, erwartet werden.

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afp/RND

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