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Panorama Erdbeben und Tsunami verwüsten Japan
Mehr Welt Panorama Erdbeben und Tsunami verwüsten Japan
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13:21 25.03.2011
Das schwere Erdbeben und der anschließende Tsunami haben in Japan Tausende Menschenleben gefordert. Quelle: dpa
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23:00 Uhr: Radioaktivität in japanischem Reaktor steigt massiv

Im Kontrollraum des japanischen Atomkraftwerks Fukushima Nummer 1 ist die Radioaktivität auf das 1000-Fache des normalen Werts gestiegen. Das berichtete die Agentur Kyodo am Samstagmorgen (Ortszeit) und berief sich auf die nationale Atomsicherheitsbehörde. Es könne sein, dass Radioaktivität auch aus der Anlage ausgetreten sei. Der Premierminister Naoto Kan weitete den Evakuierungsbereich aus. Er forderte die Menschen in einem Radius von 10 Kilometern um das Kraftwerk auf, sich in Sicherheit zu bringen.

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22:05 Uhr: Atombehörde in voller Alarmbereitschaft

Die Internationale Atomenergiebehörde IAEA ist wegen der Lage im japanischen Atomkraftwerk Fukushima-Daiichi in voller Alarmbereitschaft. Man sei weiterhin in Verbindung mit den japanischen Behörden und beobachte die Situation genau, teilte die UN-Behörde in Wien am Freitagabend mit. Japanische Behörden hätten die IAEA informiert, dass das Erdbeben die Stromversorgung von Fukushima-Daiichi gekappt habe. Die für die Notversorgung des Reaktor-Kühlsystems gedachten Diesel-Generatoren habe der anschließende Tsunami zerstört. Man bemühe sich momentan, diese zu reparieren. Die Behörden hätten für Fukushima-Daiichi den nuklearen Notfall ausgerufen. Bisher sei aber keine Radioaktivität ausgetreten, so die IAEA. Der Chef der UN-Behörde, der Japaner Yukiya Amano, sagte zu der Lage: „Ich möchte den Bewohnern Japans, die unter diesem Erdbeben leiden, sowie der Regierung mein Beileid und meine Anteilnahme ausdrücken.“

20:55 Uhr: Vorsorgliche Evakuierungen in Chile und Ecuador

Angesichts der Tsunami-Gefahr an der Westküste Südamerikas wegen des schweren Erdbebens in Japan haben am Freitag in Chile und Ecuador vorsorglich tausende Menschen ihre Wohnorte am Pazifik verlassen. In Chile wurden etwa 4500 Bewohner der wegen ihrer Steinfiguren weltberühmten Osterinsel auf den Flughafen der Insel gebracht. Dort seien die Menschen in Sicherheit, "da das Gelände 47 Meter über dem Meeresspiegel liegt", sagte der Minister für öffentliche Bauten, Hernán de Solminihac. Zunächst richtete die von dem Erdbeben der Stärke 8,9 ausgelöste Flutwelle auf ihrem fast 16 000 Kilometer weiten Weg Richtung Südamerika keine größeren Schäden an. Es werde mit einer Flutwelle von maximal zwei Metern Höhe gerechnet, die die 3500 Kilometer westlich vom Festland liegende Osterinsel kurz vor 22.00 Uhr MEZ treffen werde, betonte de Solminihac. Auch in Ecuador mussten tausende Menschen aus küstennahen Regionen ihre Häuser verlassen und wurden weiter landeinwärts in Notunterkünfte gebracht. Auf den zu Ecuador gehörenden Galapagos-Inseln mit ihrer einzigartigen Pflanzen- und Tierwelt wurde ebenfalls Tsunami-Alarm ausgelöst. Menschen und viele der Tiere, darunter auch die Riesenschildkröten, wurden in höhere Regionen gebracht. Alle touristischen Aktivitäten wurden eingestellt. Kleinere Schiffe durften nicht mehr auslaufen, größere wurden aufgefordert, sich Richtung hoher See von der Küste zu entfernen. In Kolumbien und Peru sahen die Behörden vorerst von Evakuierungen ab.

20:33 Uhr: Nachbeben halen Japan in Atem

Weitere starke Nachbeben haben die Menschen auch am frühen Samstagmorgen (Ortszeit) in Japan in Atem gehalten. In der Provinz Nagano erschütterte ein Beben der Stärke 6,6 um 03.59 Uhr die Erde. Eine Warnung vor Tsunami gaben die Behörden aber nicht aus.

20:00 Uhr: USA schicken Reaktorkühlmittel

Die USA haben Reaktorkühlmittel nach Japan geschickt, um einen Beitrag zur Lösung der kritischen Lage im Atomkraftwerk Fukushima zu leisten. Außenministerin Hillary Clinton sagte am Freitag, die US-Luftwaffe habe aufbereitetes Kühlwasser zu der Anlage transportiert. Japan hänge erheblich von der Atomkraft ab, und das Land habe einen hohen technischen Standard, sagte Clinton. Nach dem Erdbeben sei es aber zu Problemen in einem der Atomkraftwerke gekommen. Der amerikanische Reaktorexperte Robert Alvarez sprach von einem "beängstigenden Rennen gegen die Zeit". Bei einem längeren Ausfall der Kühlung könne es zu schweren Konsequenzen kommen, darunter auch eine mögliche Kernschmelze.

19:45 Uhr: Merkel: Deutschland an der Seite Japans

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat Japan die langfristige deutsche Hilfe beim Wiederaufbau der vom Beben zerstörten Landstriche zugesagt. "Japan soll wissen, dass Deutschland in dieser schwierigen Stunde an seiner Seite steht", sagte Merkel am Freitag in Brüssel. Sie sprach von einer "schweren, außergewöhnlich schwierigen Stunde" für die Menschen in Japan. Das ganze Ausmaß der Katastrophe sei noch nicht absehbar. Deutsche Experten seien bereits nach Japan unterwegs, um zu helfen. "Deutschland wird nicht nur in den nächsten Tagen, sondern auch langfristig am Wiederaufbau mitarbeiten", versicherte die Kanzlerin.

19:35 Uhr: Japan bittet die EU um Hilfe

Japan hat die Europäische Union offiziell um Katastrophenhilfe gebeten. Die Regierung in Tokio brauche vordringlich Such- und Rettungstrupps, vor allem Suchhunde zum Aufspüren von Verschütteten. Zugleich aktivierte die EU-Kommission den sogenannten „Zivilschutzmechanismus“. Dies bedeutet, dass sie für 31 Staaten (die 27 EU-Länder sowie Island, Kroatien, Liechtenstein und Norwegen) die Hilfeleistungen koordiniert. Damit soll verhindert werden, dass sich Hilfen überschneiden oder vorhandene Fähigkeiten ungenutzt bleiben. Japan sei zwar eines jener wenigen Länder, die besonders gut auf Katastrophen vorbereitet seien. „Aber alleine die Größenordnung dieses Erdbebens und dieses Tsunamis bedeuten, dass internationale Hilfe nötig ist“, heißt es in einer Erklärung der für Katastrophenhilfe zuständigen EU-Kommissarin Kristalina Georgiewa. „Wir reagieren auf das Hilfsersuchen aus Japan so rasch wie möglich.“

19:10 Uhr: Google hilft bei Vermisstensuche

Der US-Konzern Google hat am Freiatg eine Krisenseite für Japan gestartet. Dort können Nutzer beim "Person Finder" nach Vermissten suchen und Informationen über sich und anderen Menschen aus dem Katastrophengebiet eintragen. Innerhalb weniger Stunden waren die Namen tausender Personen gepostet. Der "Person Finder" wurde bereits unter anderem nach den Erdbeben von Haiti und Neuseeland genutzt. Google änderte zudem die englischsprachige Startseite seiner Suchmaschine und veröffentlichte laufend Warnungen vor möglichen Tsunamiwellen. So hieß es am Freitag: "Tsunami-Alarm für Neuseeland, die Philippinen, Indonesien, Papua-Neuguinea, Hawaii und andere Staaten. Die vom Erdbeben der Stärke 8,9 in Japan verursachten Wellen werden wahrscheinlich in den nächsten Stunden aufschlagen."

18:53 Uhr: Deutsche Bischöfe bitten um Spenden

Die Deutsche Bischofskonferenz hat die Christen zu Gebeten und Spenden für die Opfer in Japan aufgerufen. "Die Überlebenden brauchen in den kommenden Wochen und Monaten dringend unsere geschwisterliche und großherzige Hilfe", erklärte der Vorsitzende, Erzbischof Robert Zollitsch, in Bonn. In einem Brief an den Vorsitzenden der Japanischen Bischofskonferenz, Peter Takeo Okada, schrieb er: "Ich bitte die Gläubigen in unserem Land, Ihre Kirche und alle von der Katastrophe betroffenen Menschen im Gebet, aber auch mit finanziellen Mitteln zu unterstützen, und so im Rahmen ihrer Möglichkeiten die Not nach dem Unglück zu lindern."

18.23 Uhr: Zahl der Erdbeben-Toten vermutlich über 1000

Die Zahl der Toten nach dem Erdbeben in Japan steigt wahrscheinlich über 1000. Das berichtete die japanische Nachrichtenagentur Kyodo in der Nacht zu Samstag.

17:58 Uhr: Katastrophe in Japan beherrscht das Internet

Das Erdbeben in Japan ist im Internet das beherrschende Thema. Zahlreiche Nutzer des Microblogging-Dienstes Twitter tauschen Nachrichten aus, #prayforjapan und #tsunami sind weltweit die meist benutzten Schlagworte. US-Präsident Barack Obama schickte am Nachmittag via Twitter eine Beleidsbekundung "an das japanische Volk, besonders an jene, die geliebte Menschen beim Beben und beim Tsunami verloren haben. Die USA stehen bereit um zu helfen", schrieb er. Im sozialen Netzwerk Facebook wurden zahlreiche Seiten erstellt, auf denen sich Menschen aus aller Welt laufend informieren können. Im Youtube-Kanal CitizenTube haben zahlreiche Bewohner des Katastrophengebiets Vidoes hochgeladen, die das Ausmaß der Zerstörung offenbaren.

17.52 Uhr: Kritische Lage im Atomkraftwerk

Nach Informationen der Umweltschutzorganisation Greenpeace versuchen die Betreiber des japanischen Atomkraftwerks Fukushima nach dem Störfall, mehr Wasser in das Kühlsystem zu pumpen. Eine Sprecherin sagte, angeblich würden Brennstäbe bereits zwei Meter aus dem Wasser ragen. Nach Greenpeace-Informationen wurde Militär in die Krisenregion geschickt.

17.41 Uhr: Staffelweltmeister Norwegen spenden Siegprämie

Norwegens Biathleten haben nach ihrem Sieg im WM-Staffelrennen 10.000 Euro ihrer Siegprämie für die Erdbebenhilfe in Japan gespendet. Das teilte Rekordweltmeister Ole Einar Björndalen am Freitag bei der Weltmeisterschaft in Chanty-Mansijsk mit.

17.31 Uhr: Erdbeben in Japan bedroht Europas Versicherungsbranche

Für die weltgrößten Rückversicherer Munich Re, Swiss RE und Hannover Rück sind die Folgen des Erdbebens noch nicht absehbar. Die deutschen Versicherer aus Hannover und München haben Kunden in der drittgrößten Volkswirtschaft der Welt gegen Naturkatastrophen versichert, sondieren aber noch die Lage. Auch die Schweizer können die Schäden noch nicht einschätzen. Die Aktien von Rückversicherern gerieten an der Börse kräftig unter Druck. Die Titel von Munich Re und Swiss Re büßten bis zum Nachmittag mehr als 5 Prozent ein. Die Papiere der Hannover Rück kamen nur wenig glimpflicher davon. Auch die europäischen Indizes und der deutsche Aktienmarkt notierten deutlich im Minus, nachdem in Tokio die Kurse wegbrachen.

17.15 Uhr: Augenzeugen berichten vom Beben

Der deutsche Unternehmensberater Serkan Toto hat das schwere Erdbeben in Japan am Flughafen Tokio-Narita erlebt. Er war auf dem Weg zum Flugsteig, als der Boden erstmals wankte. „Alle Menschen um mich warfen sich auf den Boden, manche suchten unter Tischen Schutz“, schrieb er am Freitag in einer E-Mail an die Deutsche Presse-Agentur. Zu dem Zeitpunkt seien mehrere Tausend Menschen am Flughafen gewesen. Der Deutsche, der in Japan arbeitet, blieb unverletzt.

17.00 Uhr: Tsunami-Wellen treffen auf US-Westküste

Die amerikanische Westküste wurde am Freitagmorgen (Ortszeit) vom Tsunami getroffen. Die ersten Wellen trafen an der Stränden des US-Bundesstaates Oregon ein, berichtete der Radiosender KCBS. Für die gesamte Westküste war schon in der Nacht eine Tsunami-Warnung ausgerufen worden. Die Behörden warnten vor Wellen bis zu einer Höhe von zwei Metern. Einige Küstenstraßen und Häfen wurden vorsichtshalber gesperrt.

16.57 Uhr: Experten befürchten Kernschmelze

Medienberichten zufolge befürchten Experten eine Kernschmelze im Atomkraftwerk Fukushima Daiichi. In der Anlage hatte nach dem Erdbeben das Notkühlsystem versagt und die Batterien des Kühlsystems sind lediglich auf eine Laufzeit von wenigen Stunden ausgelegt. Eine Kernschmelze würde zur Freisetzung von Radioaktivität führen.

16.39 Uhr: Deutsche Unternehmen in Japan betroffen

Auch deutsche Unternehmen mit Tausenden Mitarbeitern in Japan sind von dem katastrophalen Erdbeben betroffen. Tote oder Verletzte sind nach ersten Erkenntnissen bislang aber nicht zu beklagen. Das Management der Firmen schickte einen Großteil der Mitarbeiter am Freitag aus Sicherheitsgründen dort nach Hause.

16.30 Uhr: 88.000 Vermisste nach Beben

Der Nachrichtensender n-tv berichtet, dass nach dem Erdbeben in Japan rund 88.000 Menschen vermisst werden.

16.27 Uhr: Krisen-Infos über Twitter und Social Networks

Wenn nicht mehr viel funktioniert, hilft Twitter: Als in einigen Gegenden Japans nach dem Erdbeben das Telefonnetz zusammenbrach, informierten viele Bewohner Freunde und Familie über den Kurzmeldungsdienst. Für Millionen atemlose Beobachter in aller Welt wurde das Netz zum schnellsten Informationskanal über die Katastrophe.

15.42 Uhr: Deutsche Judokas in Japan wohlauf

Die deutschen Judokas um Olympiasieger Ole Bischof haben das verheerende Erdbeben in Japan unbeschadet überstanden. Alle Athleten seien wohlauf, berichtete der Deutsche Judo-Bund (DJB) am Freitag auf seiner Homepage. Die deutschen Frauen bereiten sich derzeit in der Hauptstadt Tokio auf die anstehenden Großereignisse EM und WM vor. Die Männer weilen in Tenri bei Osaka.

15.39 Uhr: Große Brände in Stadt Kesennuma ausgebrochen

Weitflächige Brände sind in der japanischen Stadt Kesennuma in der nordöstlichen Provinz Miyagi ausgebrochen. Hubschrauber des japanischen Militärs zeigten am späten Abend Feuer in weiten Teilen der Stadt, die nahe des Epizentrums liegt.

15.45 Uhr: Google Person Finder verzeichnet 6300 Einträge

Mit dem Google Person Finder können Angehörige oder Freunde nach Personen fahnden, die sich zur Zeit des Erdbebens in Japan aufhielten. Andersherum lassen sich auch Informationen über vermisste Person auf der Internetseite eingeben. Der Person Finder kommt derzeit auf 6300 Einträge zu der Katastrophe in Japan.

15.35 Uhr: Notkühlsystem im Atomkraftwerk Fukushima läuft nur noch über Batterie

Nach dem Erdbeben in Japan läuft das Notkühlsystem des Atomkraftwerks Fukushima nach japanischen Informationen nur noch im Batteriebetrieb. Die Batterien lieferten nur noch Energie für wenige Stunden, erklärte die Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit (GRS) in Köln unter Verweis auf japanische Angaben. „Im allerschlimmsten Fall droht dann eine Kernschmelze“, sagte GRS-Sprecher Sven Dokter. Was genau passieren könne, sei aber aufgrund der unklaren Lage noch nicht zu beurteilen. Die japanische Regierung ließ vorsichtshalber tausende Menschen aus der Region evakuieren.

15.14 Uhr: Tsunami bedroht gesamte Pazifikregion

Pazifikstaaten in Alarmbereitschaft versetzt. Die Warnungen reichten von Russland über Indonesien bis an die gesamte Westküste der USA und Südamerikas. Gefährdet waren vor allem niedrigliegende Pazifikinseln. In einigen Staaten gab es aber auch schon Entwarnungen. So ist etwa in taiwan der befürchtete Tsunami ausgeblieben. Auch in Indonesien blieben die Auswirkungen gering. Warnungen erließ das Das Pazifische Tsunamizentrum in Los Angeles allerdings für die gesamte amerikanische Pazifikküste von Alaska bis Chile. Auch die südamerikanischen Pazifikanrainer Ecuador, Peru und Chile lösten Tsunamiwarnungen aus

15.12 Uhr: Beben erschüttert auch die Börsen

Die Weltbörsen kannten am Freitag nur eine Richtung: nach unten. Das schwere Erdbeben in Japan löste Schockwellen an den Handelsplätzen aus. Nach den Unruhen in Nordafrika steigerte die Katastrophe in Asien die Verunsicherung der Anleger. Die Auswirkungen auf die Wirtschaft sind in ihrer ganzen Breite noch unklar. Fest steht nur, dass die Schäden enorm sind. Etliche Fabriken stehen still, Felder sind überflutet, die Energieversorgung ist teils zusammengebrochen. Auf Versicherer wie die Munich Re (die frühere Münchener Rück) könnten erhebliche Kosten zukommen.

15.11 Uhr: Tsunami erreicht US-Bundesstaat Hawaii

Medienberichten zufolge haben die Ausläufer der Tsunami-Flutwellen die Küste des US-Bundesstaates Hawaii erreicht. Die Wellen hatten allerdings keine zerstörerische Kraft.

14.37 Uhr: Bis zu 300 Tote

Die Zahl der Todesopfer nach dem Erdbeben in Japan steigt rasant: Allein in den Küstengebieten der japanischen Hafenstadt Sendai wurden nach einer Meldung der Nachrichtenagentur Kyodo 200 bis 300 Leichen gezählt.

14.20 Uhr: Angst vor Atomunfall

Ministerpräsident Naoto Kan hat Atomalarm ausgerufen. Im Umkreis von drei Kilometern am Reaktor Fukushima wurden etwa 2000 Anwohner aufgefordert, sich in Sicherheit zu bringen, berichtete der Rundfunksender NHK. In einem Gebiet bis zu zehn Kilometern Entfernung sollten die Bewohner in ihren Häusern bleiben. Die Behörden fürchten offenbar eine radioaktive Verstrahlung, nachdem es bei der Kühlung des abgeschalteten Reaktors zu Problemen gekommen war. Techniker schalteten ein Notkühlsystem ein.

14.15 Uhr: EU sichert Japan Hilfe zu

Die Europäische Union hat Japan schnelle Hilfe zugesichert. „Wir sind zutiefst besorgt über die Nachricht von dem verheerenden Erdbeben“, sagten EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso und EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy am Freitag in Brüssel in einer gemeinsamen Erklärung.

14.15 Uhr: Kanzlerin Merkel schickt Telegramm nach Japan

Bundeskanzlerin Angela Merkel schrieb in einem Telegramm an den japanischen Ministerpräsidenten, sie habe die Nachricht von dem Tsunami „mit Bestürzung“ aufgenommen. Sie sagte deutsche Hilfe zur Bewältigung der Katastrophe zu. Deutschland stehe in diesen tragischen Stunden an der Seite Japans und sei zur Hilfe bereit. Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy sagte Japan die Solidarität des französischen Volkes zu.

14.08 Uhr: Japan bittet US-Streitkräfte um Hilfe

Japan hat die USA um Einsatz der im Land stationierten US-Streitkräfte gebeten, um bei den Noteinsätzen in Folge des verheerenden Erdbebens zu helfen. Das teilte der neue Außenminister Takeaki Matsumoto mit.

13.52 Uhr: Feuer in Atomkraftwerk gelöscht

Das Feuer im japanischen Atomkraftwerk Onagawa in der Provinz Miyagi ist nach Informationen der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA gelöscht. Dies habe die japanische Atomsicherheitsbehörde NISA der IAEA mitgeteilt, gab die UN-Behörde in Wien am Freitag bekannt. Nach Angaben der japanischen Behörden ist nach dem Erdbeben keine ausgetretene Radioaktivität gemessen worden, so die IAEA.

13.51 Uhr: Angst vor radioaktivem Leck

Rund 2000 Anwohner eines Atomkraftwerks in der japanischen Provinz Fukushima sind aufgefordert worden, sich in Sicherheit zu bringen. Grund sei die Angst vor einem möglichen radioaktiven Leck, berichtete die japanische Nachrichtenagentur Jiji Press unter Berufung auf lokale Behörden. Anwohner in einem Radius von zwei Kilometer um den Reaktor seien aufgerufen, ihre Häuser zu verlassen. In einem Reaktor in Fukushima wurde nach dem Erdbeben ein Notkühlsystem gestartet.

13.49 Uhr: Zahl der Toten steigt auf mindestens 60

Die Zahl der Toten bei der Erdbebenkatastrophe in Japan ist auf mindestens 60 gestiegen. Dies meldete die japanische Nachrichtenagentur Kyodo. Zahlreiche Menschen wurden verletzt.

13.15 Uhr: Taiwan gibt Tsunami-Entwarnung

Der befürchtete Tsunami in Taiwan ist ausgeblieben. Die Wellen seien klein geblieben und hätten keine Schäden angerichtet, berichtete die taiwanesische Nachrichtenagentur CNA. Der Tsunami-Alarm wurde wieder aufgehoben. Die Behörden hatten am Nachmittag vorsichtshalber tief liegende Küstenzonen evakuiert, da zuerst mit Wellen von einem halben bis einem Meter gerechnet worden war. Fischerboote und andere Schiffe waren aufgefordert worden, sich aus der Gefahrenzone zu bringen.

12.59 Uhr: Japanisches Schiff durch Tsunami fortgespült

Durch den verheerenden Tsunami ist in Japan ein Schiff mit rund 100 Personen an Bord fortgespült worden. Das berichtete laut der Agentur Kyodo die Polizei in der schwer betroffenen Provinz Miyagi. Über das Schicksal der Menschen war zunächst nichts bekannt.

12.57 Uhr: Mindestens 43 Todesopfer

Die Zahl der Todesopfer bei dem verheerenden Erdbeben in Japan ist nach Angaben der japanischen Nachrichtenagentur Jiji auf mindestens 43 gestiegen. Noch immer werden zahlreiche Menschen vermisst.

12.44 Uhr: Mindestens 97 Brände in japanischen Städten

Das japanische Innenministerium erklärte nach Angaben des Senders NHK, in Städten und Präfekturen seien mindestens 97 Brände gemeldet worden.

12.38 Uhr: Tsunami mit 7,3 Metern Höhe in Soma gemessen

Der Japanische Wetterdienst teilte mit, dass in der Stadt Soma im Nordosten ein Tsunami mit einer Wellenhöhe von mehr als 7,3 Metern gemessen wurde. Zuvor hatte eine Flutwelle von etwa 10 Metern die Küste rund um Sendai getroffen, das Epizentrum des Bebens lag 130 Kilometer östlich der Hafenstadt. Die Regierung der Metropolregion Tokio erklärte, dass sie 19 ihrer Fluttore geschlossen hat, um sich auf einen möglichen Tsunami vorzubereiten.

12.26 Uhr: Atomalarm in Japan

Der japanische Regierungschef Naoto Kan hat nach dem verheerenden Erdbeben Atomalarm ausgerufen. Es seien jedoch keine radioaktiven Lecks in oder in der Nähe von Atomkraftwerken festgestellt worden. Der Regierungschef habe den atomaren Notfall deswegen ausgerufen, damit die Behörden leicht Notfallmaßnahmen ergreifen können, sagte Regierungssprecher Yukio Edano. Anwohner von Atomkraftwerken müssten aber keine besonderen Maßnahmen ergreifen.

dpa/jhe/frs